Three Billboards Outside Ebbing, Missouri - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

    Three Billboards Outside Ebbing, Missouri


    Land/Jahr:
    USA / GB 2017
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Martin McDonagh
    Darsteller:
    Frances McDormand
    Woody Harrelson
    Sam Rockwell
    John Hawkes
    Peter Dinklage
    Lucas Hedges
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    116 Minuten
    Kaufstart:
    7. Juni 2018
    Label:
    20th Century Fox

    Seitdem die Tochter von Mildred Hayes ganz in der Nähe ihres Hauses brutal vergewaltigt und anschließend ermordet wurde, steht für sie das Leben gewaltig auf dem Kopf. Vor allem macht es ihr zu schaffen, dass es der Polizei seit Monaten nicht gelungen ist, einen Täter ausfindig zu machen und sie auch nicht den Eindruck erweckt, in dem Fall überhaupt zu ermitteln. Um dem Nachdruck zu verleihen, entschließt sie sich kurzerhand, mittels dreier Werbetafeln auf der Zufahrtsstraße zu ihrer Stadt, ein Mahnmal aufzustellen. Und die richten sich gezielt gegen die Polizei, in dem sie die Untätigkeit der Behörde anprangern. Statt allerdings die Ermittlungen zu beschleunigen, hat sie in der amerikanischen Kleinstadt plötzlich nicht nur die Polizisten gegen sich, sondern einen Großteil der Stadtbewohner gleich mit. Hass und Ausgrenzung stehen folglich auf der Tagesordnung…

    Kritik:
    Wenn es in den Vereinigten Staaten einige Themen gibt, die die Menschen bewegen, dann sind es vor allem sexueller Missbrauch, Rassismus und Polizeigewalt. Kein Wunder, dass „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ – den wir nachfolgend auf „Three Billboards“ abkürzen werden – bei den Kritikern einen Nerv traf. Erst recht, seitdem die #MeToo-Debatte mehr als aktuell ist.

    MeToo und die Behörden
    „Three Billboards“ greift nämlich genau so ein Thema auf. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Vergewaltigung mit anschließendem Mord. Dabei kommt der Film schnörkellos innerhalb weniger Minuten zur Sache und bringt die Problematik auf den Punkt. Und das soll sich als positiv herausstellen, erhält das Drama gerade deshalb seine Intensität und Wucht. Ein bisschen erinnert der Streifen gar an das Ausgrenzungsdrama „Die Jagd“ mit Mads Mikkelsen. Frances McDormand, die für ihre Rolle mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, findet sich schließlich in einer ähnlichen Lage wieder: Ausgrenzung, Hass und gewalttätige Konflikte stehen an der Tagesordnung. Die Emotionen springen auf den Zuschauer schnell über, wenn ihr Laden randaliert wird, selbst der Zahnarzt zu einer Bedrohung wird und sie nicht einmal mehr in Ruhe den örtlichen Pub aufsuchen kann. Dramaturgisch funktioniert „Three Billboards“ also fantastisch.

    Mut zur Differenzierung
    Gleichzeitig ist das Drama allerdings auch mutig, traut man sich nämlich, die Hauptrolle ganz und gar nicht als typische Sympathieträgerin darzustellen. Frances McDormand ist psychisch längst am Ende und trägt eine tiefe Wut in sich – nicht nur optisch. Da fällt dem Zuschauer ebenso wie ihren Mitmenschen schnell auf, dass sie jene eine Frau in der Stadt ist, die niemals lächelt. Als Mildred Hayes spielt sie eine Rolle, die oberflächlich eigentlich so unsympathisch ist, dass man sie eigentlich gar nicht mögen möchte und stattdessen eher Verständnis und Mitleid mit ihr empfindet. Gerade dadurch allerdings funktioniert ihre Figur überhaupt erst so hervorragend, denn sie ist in jeder Hinsicht absolut authentisch. Auch dann, wenn sie voller Hass eigentlich jeden beschimpft, der ihr über den Weg läuft – ob Priester, Polizisten oder auch nur die Nachbarn. Vor allem ersteres ist doppelt mutig, denn klare Kante gegen die Kirche zu beziehen, ist insbesondere für amerikanische Produktionen ungewöhnlich, aber erfrischend.

    Verkörperung des Hasses
    Ihr Gegenspieler sorgt allerdings zugleich auch dafür, dass wir den Hass auf die Polizei zu jeder Zeit nachvollziehen können. Hier sticht vor allem Sam Rockwell hervor, der als Officer Jason Dixon ebenfalls den Oscar als bester Nebendarsteller vollkommen zurecht erhielt. Mit seiner zunächst dümmlichen Darstellung eines Polizisten, seinem offensichtlichen Rassismus und dem Hang zur Gewalt spielt er eine echte Arschloch-Figur, die die Emotionen hochkochen lässt und dafür sorgt, dass wir uns problemlos in die Lage der Hauptfigur versetzen können. Zugleich allerdings kann er selbst Frances McDormand durch seine Charakterdarstellung fast die Show stehlen, denn die Entwicklung seiner Figur ist tatsächlich beachtlich. „Three Billboards“ verzichtet auf schwarz-weiße Charaktere nämlich auch bei seinen Nebenrollen und wird von den Fans dafür zurecht gelobt. Kurz gesagt: Bei diesem Drama stimmt einfach alles und die Auszeichnungen erfolgten ohne Zweifel zurecht.

    Fazit:
    Das beklemmende Drama um Vergewaltigung, Ausgrenzung und Polizeigewalt wird zurecht als eines der Highlights des bisherigen Kinojahres gefeiert und ist durch seine ausgezeichneten Charakterdarstellungen in jeder Hinsicht stimmig. Dieser Film ist ein Muss!

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