The Report - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Report

    The Report


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Scott Z. Burns
    Darsteller:
    Adam Driver
    Annette Bening
    Jon Hamm
    Michael C. Hall
    FSK:
    tba
    Dauer:
    118 Minuten
    Kaufstart:
    Kino:
    7. November 2019

    Amazon Prime Video:
    29. November 2019
    Label:
    Amazon Studios / DCM

    Schon vier Jahre lang war Daniel J. Jones beim FBI beschäftigt, doch seit den Anschlägen vom 11. September 2001 hat sich so einiges verändert. Seit kurzem gibt es Hinweise darauf, dass sich der Geheimdienst CIA verbotenen Foltermethoden bedient und seither versucht, die Ereignisse zu vertuschen. Jones wird deshalb von Senatorin Dianne Feinstein beauftragt, das „Detention and Interrogation Programm“ der CIA zu untersuchen und jegliche Vertuschungsversuche ans Licht zu bringen. Bei seiner unerbittlichen Suche nach der Wahrheit stößt Jones dabei schnell auf grauenhafte „erweiterte Verhörmethoden“, bei denen so manche Opfer gar qualvoll ums Leben kamen. Doch je näher er der ganzen Wahrheit kommt, auf desto mehr Widerstand stößt der engagierte FBI-Agent – auch innerhalb der eigenen Reihen. Wird sein umfassender Bericht also jemals veröffentlicht werden oder sollte Jones sogar den mutigen Schritt gehen, zum Whistleblower zu werden?

    Kritik:
    Seit dem Start der Video on Demand-Plattformen Amazon Prime Video und Netflix behaupten Kritiker nicht selten, die Plattformen würden „Filme aus dem Kino klauen“ und damit verhindern, dass hochwertige Streifen eine Kinoauswertung bekommen. Tatsächlich aber kann es offenbar auch genau umgekehrt laufen: Statt den Kinostart von Lizenztiteln zu verhindern, kommt mit „The Report“ nämlich auch mal eine Eigenproduktion der Amazon Studios tatsächlich ins Kino.

    Die trockene Variante von „Zero Dark Thirty“
    Das allerdings ist angesichts des sehenswerten Staraufgebots und der großen, schwierigen Thematik auch sinnvoll und wichtig. In „The Report“ widmet sich Adam Driver nämlich den Vertuschungsaktionen der CIA während ihrer „erweiterten Verhörmethoden“ nach den Terroranschlägen vom 11. September. Inhaltlich bewegt man sich dabei parallel zum herausragenden „Zero Dark Thirty“, zu dem der Streifen überraschenderweise sogar ein wenig Bezug nimmt. Stilistisch allerdings ist „The Report“ etwas weniger knallharter Actionthriller, sondern versteht sich eher als dialoglastiger Polit- und Agententhriller. In der Darstellung seiner Szenen zurückhaltender, baut der Thriller dabei Spannung durch Machtspiele und politischen Widerstand auf, die den Hauptprotagonisten dazu zwingen, über die Funktion als Whistleblower nachzudenken.

    Dokumentation des Terrors
    Einerseits hat das den großen Nachteil, dass „The Report“ vor allem in seiner ersten halben Stunde ein wenig trocken erscheint, wenn der Streifen gefühlt eher Fakten herunterrattert, statt sich emotional auf seine Figuren zu konzentrieren – da muss man durchaus gewillt sein, sich auf das politische Spielchen der Dialoge einzulassen. Andererseits bedeutet das allerdings nicht, dass der Streifen deshalb keine durchaus verstörenden Szenen zu bieten hätte. Beinahe dokumentarisch widmet sich nämlich auch „The Report“ den Foltermethoden der CIA und zeigt Waterboarding, Schlafentzug mit Dauerbeschallung, Eisduschen, Druck- und Gewaltanwendungen, sowie das lebendige Begraben der vermeintlichen Täter aus Nahaufnahme. Mit dem einen wesentlichen Unterschied: „The Report“ versucht anders als „Zero Dark Thirty“ diese Darstellung nicht als Mittel zum Aufbau seiner Dramaturgie zu verwenden, sondern lediglich als Tatsachenwiedergabe. Publikum mit Selbstreflektion könnte dabei unter Umständen überrascht sein, selbst die distanzierte Beobachterfunktion einzunehmen, in die der Streifen ihn bringen möchte.

    Spiel mit der Distanz
    Das funktioniert nicht zuletzt auch deshalb, weil Adam Driver mit seinem Anzugslook perfekt in die Rolle des Leiter eines Untersuchungsausschusses passt. Nüchtern, neutral und distanziert muss er schließlich selbst an die Sache herangehen, wenn er mit ehemaligen CIA-Mitarbeitern über die damaligen Vorkommnisse spricht, sich Videomaterial von Folterungen ansieht und tausende von Dokumenten durchliest. Faszinierend dabei, dass er als Identifikationsfigur so gut funktioniert, dass wir praktisch gemeinsam mit ihm bei der Beobachtung abstumpfen und in eine einem Anwalt ähnliche Perspektive eintauchen. Wahrscheinlich handelt es sich damit zugleich um die anspruchsvollste Rolle, die Adam Driver je ergattern konnte – und die er hier mit Bravour meistert.

    Fazit:
    Anders als etwa „Zero Dark Thirty“ zeigt sich „The Report“ eher von seiner trockenen und dialoglastigen Seite. Mit der gelungenen Darstellung seiner anspruchsvollen Rolle reißt uns Adam Driver aber trotzdem genug mit, um über die komplette Laufzeit Spannung zu bieten.

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