The Night Manager - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Night Manager

    The Night Manager


    Land/Jahr:
    GB / USA 2016
    Genre:
    Serie / Thriller
    Regie:
    Susanne Bier
    Darsteller:
    Tom Hiddleston
    Hugh Laurie
    Elizabeth Debicki
    Olivia Colman
    Tom Hollander
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    338 Minuten
    Kaufstart:
    21. April 2016
    Label:
    Concorde

    Während den Ereignissen des Arabischen Frühlings arbeitet der ehemalige Soldat Jonathan Pine als Nachtmanager in einem Luxushotel von Kairo. Dort kümmert er sich um die wohlhabendsten und mächtigsten Menschen des Landes, darunter auch mitunter korrupte und knallharte Geschäftsmänner. Nachdem er sich eines Tages mit der hübschen Sophie anfreundet und diese kurzerhand von einem Handlanger des Waffenhändlers Richard Roper ermordet wird, kann er es kaum erwarten, endlich in den Dienst zurückzukehren. Beauftragt vom britischen Geheimdienst soll er sich durch die Inszenierung einer besonderen Wohltat, den Zugang und das Vertrauen von Ropers innerstem Kreis erlangen. Doch während der in ihm lediglich einen neuen Mittäter für seine fragwürdigen Geschäfte sieht, bringt sich Pine mit seinem Vorhaben zunehmend in Gefahr. Immerhin kennen einige von Ropers Geschäftspartner bereits seit Jahren sein Gesicht…

    Kritik:
    Nicht mehr lange, da bekommt einer der besten Geheimagenten der Welt, James Bond endlich ein neues Gesicht. Daniel Craig gibt damit möglicherweise endgültig seine legendäre Rolle an den Nachfolger Tom Hiddleston ab, den vor allem das weibliche Publikum bereits als „Loki“ in den Marvel-Verfilmungen lieben gelernt hat. Nun kann er sein Können als Agent schon einmal vorab in „The Night Manager“ unter Beweis stellen.

    Nähe zur Realität
    Die Konflikte in den arabischen Ländern sind dabei ein recht gelungener Aufhänger. Inmitten der Flüchtlingskrise und immer noch aktuellen Vorwürfen gegen die Türkei, sich am Handel mit Terroristen zu beteiligen, fügt sich die Geschichte von „The Night Manager“ gut ein. Irgendwo zwischen der syrisch-türkischen Grenze und der ägyptischen Hauptstadt Kairo machen die mächtigsten und korruptesten Männer der Welt ihre geheimnisvollen und millionenschweren Geschäfte. Basierend auf den Bestseller-Thrillern von John Le Carre ist das ein erschreckend realitätsnahes Setting rund um illegalen Waffenhandel und mögliche korrupte Verstrickungen der britischen Regierung in die dortigen Machenschaften. Die Story hat also bereits großes Potential, zumal niemand geringeres als Hugh Laurie aus „Dr. House“ hier die Rolle als manipulativer Bösewicht und Gegenspieler übernommen hat. Schauspielerisch kann sich die Serie also hervorragend sehen lassen.

    Gurkentruppe Geheimdienst
    Trotzdem kann man nicht verleugnen, dass sich viele Zuschauer womöglich schwer mit der Thriller-Serie tun werden. Das liegt insbesondere an zahlreichen Glaubwürdigkeitsproblemen, die „The Night Manager“ speziell in den ersten Folgen noch hat. Bereits die Hintergrundgeschichte rund um die Arbeit als Hotelangestellter und die angebliche Militärvergangenheit wirken zunächst so konstruiert, dass man der Figur ihre Geschichte kaum abnehmen mag. Tom Hiddleston hat daran als Darsteller mit seinen guten Leistungen zwar definitiv keine Schuld, doch beim Drehbuch mag es dann sicherlich noch hapern. Auch die darauffolgende Inszenierung der Infiltration von Ropers Team kann mit seiner Glaubwürdigkeit noch nicht so recht überzeugen. Zu aufgesetzt und riskant wirken die Maßnahmen hier, um tatsächlich glaubhaft zu vermitteln, nicht bereits in der zweiten Folge aufzufliegen. Einen Trumpf hat „The Night Manager“ aber dennoch: die Nähe zur Realität sorgt wiederum dafür, dass wir es tatsächlich für möglich halten, den britischen Geheimdienst für eine absolute Gurkentruppe zu halten.

    Ein undurchsichtiger Hugh Laurie
    Funktionieren kann dies nur, weil Hugh Laurie seine Rolle so herausragend spielt und wir nur selten sicher gehen können, ob der Geheimagent bei ihm tatsächlich nicht aufgeflogen ist, oder ob er nur mit seiner manipulativen Art mitspielt, um im rechten Moment womöglich den Spieß umzudrehen oder den gesamten Geheimdienst an der Nase herumzuführen. Auf allein diesen Ass im Ärmel stützt sich leider aber auch die gesamte Serie, was zwar spannende Möglichkeiten offen lässt, aber womöglich in der ersten Hälfte dafür sorgt, dass zahlreiche Zuschauer längst wieder ausschalten, weil sie der Serie ihre Geschichte einfach nicht abkaufen können. Und das ist eigentlich schade, denn ihre wahren Qualitäten kann „The Night Manager“ definitiv in der zweiten Hälfte und vor allem in den letzten Folgen entfalten, wenn es dann tatsächlich sehr spannend zugeht und sich die Storyinhalte später in einem Geniestreich glänzend zusammenfügen. Aber wie gesagt: Bis dahin hat man erst einmal eine halbe Serie gesehen, deren Glaubwürdigkeit schwerwiegende Probleme hat.

    Fazit:
    Generalprobe für Tom Hiddleston: Bevor er womöglich die Rolle als nächsten Bond übernimmt, sorgt er in einem erschreckend realitätsnahen Szenario als Geheimagent an der syrisch-türkischen Grenze für einige Stunden Spannung. Leider trüben große Glaubwürdigkeitsprobleme zu Beginn der Serie das Vergnügen ein wenig, sodass ein klein wenig Durchhaltevermögen empfehlenswert ist.

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