The Naked Cage - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Naked Cage

    The Naked Cage


    Land/Jahr:
    USA 1986
    Genre:
    Action
    Regie:
    Paul Nicholas
    Darsteller:
    Shari Shattuck
    Angel Tompkins
    Lucinda Crosby
    Christina Whitaker
    John Terlesky
    Nick Benedict
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    97 Minuten
    Kaufstart:
    31. August 2019
    Label:
    Fokus Media

    Willy konnte von Drogen und Kriminalität noch nie ablassen, was letztendlich auch zur Trennung von seiner geliebten, aber aus geregelten familiären Verhältnissen stammenden Freundin Michelle geführt hat. Seine jüngste Liebschaft, die dem Verbrechen ebenfalls nicht abgeneigt ist, scheint daher die perfekte Partnerin für Willy zu sein. Doch ihr erster gemeinsamer Coup führt sie ausgerechnet in jene Bank, in der Michelle als Angestellte arbeitet und alles versucht, ihren Ex-Freund aufzuhalten. Falsch beschuldigt und hinter Gittern gebracht, muss sie sich im Frauengefängnis fortan gegenüber gewaltbereiten Insassen behaupten, mit korrupten Wärtern zurecht kommen und ihren Platz in der Rangordnung finden. Dumm nur, dass sie dabei schon bald auch ihr Leben riskieren könnte…

    Kritik:
    Frauenknast mit dem Charme eines 80iger Jahre B-Actionfilms, herrlich stereotypischer Darsteller der damaligen Zeit und politisch unkorrekten Beamten? In „The Naked Cage“ gibt es das alles auf einmal.

    Orange is the new black – in 97 Minuten
    Und dabei ist der Streifen eigentlich sogar eine verfilmte Vorlage für einen Serientrend, der es heutzutage auf diverse Streaminganbieter geschafft hat. „Hinter Gittern“ einst im Fernsehen, „Prison Break“ danach und heute kommt sogar „Orange is the new black“ immerhin auf einen Umfang von ganzen sieben Staffeln. Und doch gelingt es „The Naked Cage“ eine vergleichbare Story mit ähnlich großem Inhalt in kaum mehr als einer anderthalben Stunde zu verfilmen. Letztendlich fehlt hier nur wenig, was es bei den heutigen Serien zu sehen gibt: Korruption, Gewalt unter Häftlingen, Intrigen, Homosexualität und Machtspiele – irgendwie kommt einem das doch alles ziemlich von der Geschichte der Hauptdarstellerin in „Orange is the new black“ bekannt vor und doch fehlt in diesem Film nichts davon. Und einen Vorteil hat die deutlich kompaktere Geschichte allemal: So mancher etwas schwierigere und nervigere Charakter in „The Naked Cage“ – und manche weiblichen Kriminellen können mit ihrem Gelächter durchaus nerven – treiben uns nicht über ganze sieben Staffeln in den Wahnsinn.

    Stereotypen und Klischees
    Drumherum reicht die Geschichte dann aber auch noch aus, um außerhalb des Gefängnisses für den notwendigen 80iger Jahre Charme zu sorgen: John Terlesky liefert mit seinem stilechten Möchtegern-Vokuhila einen coolen Klischee-Gangster der 80iger ab, Nick Benedict lässt als korrupter Gefängniswärter Smiley mit seiner riesigen schwarzen Brille den ebenso klischeehaften Coolen raushängen und die über den Kopf gezogenen durchsichtigen Strumphosen wirken während des Banküberfalls zu Beginn des Films dermaßen albern, dass wir selbst dem Trash-Anteil von „The Naked Cage“ ein paar Sympathien abgewinnen können. Ganz eindeutig sieht man an dieser Stelle natürlich, dass der Actionstreifen keine High-Budget-Produktion ist, sondern sich eher einfache Mittel zunutze macht, von denen man im damaligen Jahrzehnt wusste, dass sie funktionieren. Auch deshalb, weil die Figuren, so stereotypisch sie auch erscheinen mögen, eben einfach funktionieren.

    Zwischen Emanzipation und politischer Inkorrektheit
    Und doch, eine Sache war verglichen mit anderen Filmen dieser Zeit gar nicht so stereotypisch, wie es auf den ersten Blick scheint: Die Hauptdarstellerin Shari Shattuck zeigt uns als Michelle ein ganz neues Frauenbild, das modern wirkt und in der Lage ist, sich zu behaupten und durchzusetzen. Man sieht „The Naked Cage“ die ersten Schritte weg vom Klischee der typischen 80iger Jahre Filmhausfrau hin zu einer starken Actionheldin durchaus an, merkt aber zugleich auch durch seine frauen- und fremdenfeindlichen männlichen Figuren, die durch ihr negatives Verhalten mitunter sogar erst ihre charakterlichen Kanten bekommen, dass der Streifen eben noch weit von der heutigen Gegenwart entfernt ist. Dass farbige Frauen als „Negerschlampe“ bezeichnet werden, gehört da eben ebenso noch dazu, wie die regelmäßige Vergewaltigung weiblicher Opfer. Doch auch hier ein für die damalige Zeit erstaunliches Frauenbild, denn Frauen sind es, die hier eine führende Rolle als Gefängnisleitung einnehmen und zur Vertuschung dieser Verbrechen beitragen. Die einfache Hausfrau ist hier eben keine der weiblichen Darstellerinnen mehr.

    Fazit:
    Frauenknast in vergangenen Jahrzehnten: „The Naked Cage“ ist ein unterhaltsamer Actionstreifen mit überschaubarem Budget, der den Charme der 80iger Jahre hervorragend einfängt und dabei zeigt, dass es keine sieben Staffeln benötigt, um eine spannende Gefängnishandlung zu erzählen, die von Korruption bis hin zu Intrigen alles zu bieten hat.

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