The Bad Man - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    The Bad Man

    The Bad Man


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Scott Schirmer
    Darsteller:
    Ellie Church
    Jason Crowe
    Arthur Cullipher
    Dave Parker
    David Hancock
    Brian Papandrea
    FSK:
    ungeprüft
    Dauer:
    106 Minuten
    Kaufstart:
    28. Juni 2019
    Label:
    Illusions Unltd.

    Mary und PJ haben erst vor kurzem ein abgelegenes Hotel geerbt und hatten noch gar nicht im Sinn, dieses schon wieder zu eröffnen. Für einen an der Tür klopfenden Reisenden, der sonst scheinbar nirgendwo unterkommen kann, machen sie jedoch eine Ausnahme. Der auf den ersten Blick so dankbare Fremde namens Lawrence verdient seinen Lebensunterhalt als Clown und möchte nur eine einzige Nacht in dem Hotel verbringen. Die allerdings reicht bereits aus, um den beiden neuen Eigentümern das Leben endgültig zur Hölle zu machen. Im Auftrag eines reichen Kults verabreicht er den beiden ein paralysierendes Mittel und versucht, sie in eine Puppe und einen Hund zu verwandeln. Denn die Käufer haben ganz genaue Vorstellungen vom Verhalten ihrer „Ware“…

    Kritik:
    Ganze 21 Minuten waren notwendig, um auf dem deutschen Markt eine Freigabe ab 18 Jahren zu erhalten. Nur im österreichischen Nachbarland ist der Streifen deshalb komplett ungeschnitten erhältlich. In einer Zeit, in der die FSK unterdessen eigentlich immer lockerer wird, lässt das schon erstaunen. Wie hart muss ein Film also sein, um immer noch dermaßen große Probleme mit der Altersfreigabe zu haben?

    Die Entmenschlichung der SM-Szene
    Eines steht jedenfalls fest: Die dargestellte Gewalt scheint es keineswegs zu sein. „The Bad Man“ ist nämlich – obwohl ein Horrorfilm – gar nicht so brutal, wie man hätte annehmen können. Der Streifen ist nämlich kein Torture Porn und möchte das auch zu keinem Zeitpunkt sein. Gewalt- und Goreszenen sind dementsprechend bis auf kleinere Ausnahmen eher zurückhaltend und Regisseur Scott Schirmer hält sich mit expliziten Darstellungen eher zurück. Und doch gelingt es dem Film durchaus zu schockieren und zu verstören, nämlich durch seine entmenschlichende und entwürdigende Inszenierung der Opfer. „The Bad Man“ treibt dabei so manche Vergewaltigungs- und Demütigungsphantasie der SM-Szene extrem auf die Spitze: Willenlos wie Puppen und aus dem Napf fressend wie ein Hund sollen die Figuren die Dominanz ihres Herren zu spüren bekommen – notfalls auch mit Gewalt und Drogen. Was im realen Leben oftmals Rollenspiel sein mag, wird in „The Bad Man“ zur entwürdigenden Qual.

    Angst vor Clowns?
    Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine große budgetstarke Produktion, sondern viel mehr um einen Independent-Streifen. Das sieht man ihm auch an vielen Stellen an, sowohl bei der gelegentlichen Unschärfe der Kameraeinstellugen als auch bei den beiden Hauptdarstellern, die in ihrem hilflosen Verhalten manchmal etwas amateurhaft wirken. Einzige Ausnahme ist dabei der grandiose Bösewicht, dargestellt von Arthur Cullipher als psychopathischer Clown. Ein bisschen auf den seit „Es“ wieder aktuellen Trend des Horrorclowns aufspringend, entwickelt sich der Streifen durch seine Figur zum wahren Terrorfilm. Ein bisschen surreal und bei seinen Erniedrigungen vor nichts zurückschreckend, lässt er seiner Kreativität freien Lauf, um die Psyche seiner Opfer endgültig zu brechen. Surreal deshalb, weil so manche Szene dabei etwas verrückt erscheinen mag. Da steht Culliphers Clown auch mal mitten im Flur, sein gefesseltes Opfer in den Händen und bittet das andere Opfer, ihm wegen seines hohen Gewichtes zu helfen. Das wiederum, völlig verstört und irritiert, ist gar nicht in der Lage einzugreifen, obwohl eigentlich im Vorteil. „The Bad Man“ spielt mit eben solchen psychologischen Schockmomenten und bietet deshalb eine überraschende Glaubwürdigkeit.

    Gewalt und Humor – eine kontroverse Kombination
    Obendrein spielt Cullipher seinen Clown auch deshalb hervorragend, weil er in der Lage ist, den durchgeknallten schwarzen Humor auf faszinierende Art darzustellen. Ganz egal, wie groß die Qual seiner Handlungen auch sein mag – sein wahnsinnig gewordenes Lachen bleibt uns eine ganze Weile in Erinnerung. Da kann man dann sogar durchaus darüber hinwegsehen, dass die zugrundeliegende Handlung eigentlich ein wenig albern erscheinen mag und nicht einmal die originellste ihrer Art ist. Die klassische vermeintlich „kapitalismuskritische“ Story rund um einen reichen Menschenhändlerkult, kommt uns dabei durchaus von anderen Streifen bekannt vor. Bereits in „Sportkill“ haben etwa reiche Bonzen darauf gewettet, wie sich Opfer gegenseitig umbrachten. Die dabei integrierte SM-Umgebung schockt dabei vermutlich vor allem jene, die nicht die geringste Ahnung von der SM-Szene haben, da „The Bad Man“ schlicht ihre schlimmsten Vorstellungen in Bilder packt. Doch so lächerlich der SM-Look des Streifens auch sein mag: Die hier in einer besonders hohen Dichte aneinandergereihten Entwürdigungen gehen so sehr unter die Haut, dass der Zuschauer förmlich mitleidet und „The Bad Man“ vielleicht einer der krankesten Filme des Jahres ist.

    Fazit:
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehört „The Bad Man“ zu den krankesten und verstörendsten Filmen des bisherigen Jahres. Nicht etwa wegen seiner besonders brutalen Gewaltdarstellung, sondern viel mehr, weil der Streifen Entwürdigung und Entmenschlichung zu einem Unterhaltungsprogramm macht, das obendrein mit äußerst schwarzem Humor daherkommt.

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