Supergirl – Staffel 3 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Supergirl – Staffel 3

    Supergirl – Staffel 3


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    Melissa Benoist
    Mehcad Brooks
    Chyler Leigh
    Jeremy Jordan
    David Harewood
    Chris Wood
    Katie McGrath
    Odette Annable
    Tim Russ
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    920 Minuten
    Kaufstart:
    Amazon Video:
    13. September 2018
    (kostenpflichtig)
    Label:
    Warner Bros.

    Für Kara „Supergirl“ Danvers hat sich einiges verändert, seit ihre große Liebe Mon-El aus ihrem Leben verschwunden ist. In stetiger Trauer und Sehnsucht verfallen, macht sie auch eine charakterliche Veränderung durch, die eine kleine Abkehr von ihrem üblichen Helfersyndrom mit sich bringt und folgenschwere Auswirkungen auf das Leben ihrer Mitmenschen haben könnte. Dass sie es ausgerechnet in dieser Zeit mit den wohl schwierigsten Gegnern aller Zeiten zu tun bekommt, macht die Situation nicht gerade einfacher. Durch Überbleibsel einer alten kryptonischen Religion werden schließlich drei Weltenkiller zum Leben erweckt, deren Stärke es problemlos mit Supergirl aufnehmen kann und die fortan für Chaos und Zerstörung auf der Erde sorgen…

    Kritik:
    Angesichts der vergleichsweise geringen Quoten von „Supergirl“ in den Vereinigten Staaten mag es doch verwundern, wie es der Serie aus dem DC-Serienuniversum gelingt, ihre Qualitäten ein wenig hochzufahren und für wesentlich mehr Science-Fiction-Abenteuer zu sorgen. Die dritte Staffel hat nämlich so einige Änderungen eingeführt und überrascht inhaltlich auf ganzer Linie.

    Das Ego einer Superheldin
    Immerhin konnte die Serie anfänglich vor allem Fans von „Arrow“ und anderen DC-Serien nur wenig überzeugen, weil die Rolle von Melissa Benoist als Supergirl doch ein wenig eigen erschienen sein mag. Etwas zu gefühlsduselig und deutlich zu „frauenaffin“ wirkte die Serie noch in den vorhergehenden Staffeln, wenn sich Dialoge und Konflikte doch ständig um Mädchen- und Beziehungskram drehten. „Supergirl“ konzentrierte sich anders als ihr männliches Gegenstück nämlich zu sehr auf zwischenmenschliche Beziehungen und die Gefühlswelt der Hauptfigur und zu wenig auf die eigentlichen Science-Fiction-Abenteuer. Eine erfrischende Weiterentwicklung mag da bereits sein, dass Benoist ihre schauspielerischen Leistungen endlich weitaus mehr unter Beweis stellen kann, in dem sie nicht mehr nur das liebenswerte Mauerblümchen spielt, das sich stets um das Wohl ihrer Mitmenschen sorgt, sondern mit einer egoistischen, aggressiveren Seite deutlich mehr Vielfalt an den Tag legen kann. In dieser Hinsicht machten die Drehbuchautoren alles richtig und gaben der Hauptdarstellerin endlich den nötigen Freiraum, sich komplett zu entfalten.

    Wenigere, aber stärkere Feinde
    Das stellt sich auch als sehr vorteilhaft heraus, da die dritte Staffel von „Supergirl“ zugleich die erste Staffel ist, die auf eine überwiegend zusammenhängende Handlung setzt. Statt die außerirdische Superheldin in jeder Folge erneut gegen einen anderen Gegner ins Rennen zu schicken, bekommt sie es dieses Mal mit wesentlich mächtigeren und stärkeren Feinden zu tun, die dafür aber in wesentlich geringerer Zahl auftreten. Einen Großteil der Staffel kann somit also der Kampf gegen nur eine einzige Kreatur ausmachen, auf die dadurch allerdings deutlich tiefer eingegangen werden kann. In der dritten Staffel sind die Feinde also nicht mehr nur bloße Schablonen, die für nette Effekte und Kämpfe herhalten dürfen, sondern bekommen einen charakterlichen Hintergrund, bringen ganz eigene Konflikte mit sich und bereichern die Story insgesamt. Da ist es kein Wunder, dass die dritte Staffel von „Supergirl“ von vielen Fans als die bisher beste Staffel angesehen wird, kann man sich qualitativ schließlich deutlich steigern.

    Science-Fiction statt Fantasy
    Das macht sich dann auch darin bemerkbar, dass „Supergirl“ nun endlich die Science-Fiction-Elemente aufdreht, die es in den vorherigen Staffeln eher im Ansatz gab. Die Hintergrundgeschichte rund um die Marsianer wird ebenso ausgeweitet, wie komplett neue und interessante Charaktere eingeführt. Erstmals gibt „Supergirl“ den Zuschauern tatsächlich das Gefühl, sich inmitten eines riesigen Universums zu befinden, das nicht nur auf der Erde spielt, sondern aus einer außergewöhnlich hohen Vielfalt an außerirdischen Spezies besteht, die allesamt genügend Stoff für komplett eigene Geschichten mitliefern könnten. Neben dem Kampf gegen den großen neuen Erzfeind, vernachlässigt man die Handlungen rund um andere Außerirdische zwar ein wenig, insgesamt weckt die dritte Staffel von „Supergirl“ damit aber ein deutlich größeres Sci-Fi-Feeling, als die vorherigen Staffeln.

    Bedienung des Zeitgeistes
    Gleichzeitig bedient sich „Supergirl“ in dieser Staffel – wie viele andere Serien – auch verstärkt aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen. Das bietet einerseits durchaus einige Chancen, wirkt an anderer Stelle hingegen wiederum etwas aufgesetzt. Etwa die in den Staaten aufkommende Debatte um verschärfte Waffengesetze, die „Supergirl“ in der dritten Staffel nur liebendgern in einer ihrer Episoden aufgreift und dabei, wie hätte man es anders erwarten können, eine eher einseitige linkspolitische Position bezieht. Ähnliches dann bei Themen wie Homosexualität, Rassismus und Gleichberechtigung, durch die Supergirl insgesamt positive Messages verbreitet und passend zum Sci-Fi-Setting einen progressiven Eindruck hinterlässt. Andererseits wirkt die Erwähnung eben solcher Themen oftmals erzwungen, etwa wenn ein Farbiger der Chef einer der größten Medienhäuser der Welt spielt, aber trotzdem gleichzeitig über angebliche Benachteiligung auf Grund seiner Hautfarbe jammert – bei aller Liebe zu den positiven Statements, wirkt diese Konstellation dann einfach zu unglaubwürdig. Und auch wenn die Menge solcher Themenergreifungen verschmerzbar ist, beweist auch „Supergirl“: Weniger wäre manchmal mehr. Denn am Ende müssen sich solche Themen auch sinnig in die Handlung einfügen, um nicht künstlich zu wirken. Das allerdings dürfte schon der einzige Fehler sein, den Staffel 3 macht – während die Qualität in jeder anderen Hinsicht gestiegen ist.

    Fazit:
    Mit erstmals fast vollständig zusammenhängenden Episoden, einer stärkeren Fokussierung auf die Science-Fiction-Elemente und mehr Freiheiten für die charakterliche Darstellung seitens Melissa Benoist kann man die dritte Staffel von „Supergirl“ bedenkenlos als die bisher beste Staffel bezeichnen. Da fallen auch die durchaus vorhandenen kleineren Schwächen kaum noch ins Gewicht.

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