Summer of 84 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Summer of 84

    Summer of 84


    Land/Jahr:
    CDN 2018
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Anouk Whissell< br> François Simard
    Yoann-Karl Whissell
    Darsteller:
    Graham Verchere
    Judah Lewis
    Caleb Emery
    Rich Sommer
    Tiera Skovbye
    Cory Gruter-Andrew
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    109 Minuten
    Kaufstart:
    26. Oktober 2018
    Label:
    Pandastorm

    Davey und seine Freunde leben eigentlich in einer fast schon paradiesischen kleinen Vorstadt, in der die Menschen ihre Türen nicht einmal abschließen müssen und normalerweise überhaupt nichts passiert. Da ist es mitunter so langweilig, dass die Jugendlichen ihren Sommer damit verbringen müssen, sich im Baumhaus spannende Abenteuer auszudenken. Dieses Mal soll die Langeweile allerdings ein rasches Ende finden, als Berichte über einen Serienkiller durch die Medien gehen. Und Davey hat auch gleich eine schreckliche Vermutung, als er eines der vermeintlichen Opfer im Wohnzimmer seines Nachbarn gesehen haben will: Er ist fortan nämlich fest davon überzeugt, dass es sich bei seinem Nachbarn, dem Polizisten Wayne Mackey um den Cape May Schlächter handeln muss. Doch was zunächst noch wie eine wilde Kinderfantasie wirkt, entwickelt sich schon bald zu einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel – nicht nur, weil es sich bei dem vermeintlichen Täter um einen Polizisten handelt…

    Kritik:
    Früher war alles besser, denkt sich so mancher, der einst in den 1980er Jahren aufgewachsen ist. Vor allem, was die Popkultur betrifft, denn nicht nur die damalige Musik war irgendwie einzigartig, sondern auch die Filme dieser vergangenen Zeit. Kein Wunder daher, dass der 80iger Retro Trend auch bei Filmen und Serien inzwischen voll im Trend ist.

    Kopie von Stranger Things?
    Auf diesen Zug möchte letztendlich auch „Summer of 84“ aufspringen, dessen Titel nicht nur rein zufällig an die Zeit der 80iger erinnern möchte. Schaut man sich die ersten Minuten des Streifens an, fallen vor allem etwas zu auffällige Parallelen zu „Stranger Things“ auf. Die klischeehafte amerikanische Vorstadtidylle fällt da ebenso ins Auge, wie die vier Jugendlichen auf ihren BMX-Rädern, die in ihrer Freizeit nur zu gerne die eher gering befahrenen Straßen unsicher machen. Die Kids wirken den Protagonisten der Netflix-Serie mitunter sogar etwas zu sehr aus dem Gesicht geschnitten und auch charakterlich bedient man sich so offensichtlich den bekannten Mustern, dass praktisch alle Figuren in „Summer of 84“ ziemlich stereotypisch in Erscheinung treten. Und siehe da: Natürlich geht es auch in diesem Film um vermisste Kinder. In einer vermeintlichen Parallelwelt muss man diese aber ausnahmsweise nicht suchen.

    Thriller statt Mystery
    In einer Sache unterscheidet sich „Summer of 84“ dann nämlich doch deutlich von „Stranger Things“: Auf die zahlreichen Mysteryelemente verzichtet man hier komplett. Gruselige Monster oder vermeintliche Portale in eine andere Dimension sucht man in diesem Streifen nämlich vergeblich. Stattdessen orientiert sich die Story doch lieber an irdischen Phänomenen und bietet uns eine spannende Detektivstory, die man so ähnlich vielleicht sogar schon in dem ein oder anderen Kinderfilm gesehen hat. Zugleich aber packend und düster genug, dass sich „Summer of 84“ wiederum so gar nicht für ein jüngeres Publikum eignet. Mit seinem Retro-Style möchte der Streifen nämlich doch eher die Erwachsenen ansprechen, die damals in den 80iger Jahren aufgewachsen sind und sich noch einmal wie Kinder fühlen möchten – was ihm erstaunlich gut gelingt.

    Ein altes Lebensgefühl
    Auf aufgesetzte Referenzen an irgendwelche 80iger Jahre Gadgets verzichtet „Summer of 84“ immerhin erfrischenderweise. Viel mehr geht es darum, das alte Lebensgefühl doch irgendwie nochmal einzufangen und da reichen dann auch schon die altbackenen Klamotten, in denen so manche Kinder damals noch herumlaufen mussten. Ein cooler – natürlich ebenso an „Stranger Things“ erinnernder – Synthpop-Soundtrack und fertig ist ein in sich abgerundeter Film, dem es gelingt, das Feeling der 80iger Jahre in jeder seiner Szenen einzufangen. Ganz bewussts entschieden sich die Macher aber auch dafür, auf jeglichen Trash komplett zu verzichten und somit keinesfalls in eine Richtung einzuschlagen, wie wir sie vor nicht allzu langer Zeit etwa mit „Kung Fury“ zu sehen bekamen. Genau genommen ist dieses Mal doch so ziemlich alles todernst.

    Mörder oder Kinderfantasie?
    Der Spannungsbogen des Streifens funktioniert trotz der großzügig bei der Konkurrenz kopierten Stilelemente nämlich überraschend gut. Das liegt nicht nur daran, dass wir uns in die vier jugendlichen Hauptfiguren und insbesondere in Davey hervorragend hineinversetzen können, sondern auch weil uns „Summer of 84“ immer wieder im Dunkeln lässt, was die wahren Hintergründe des vermeintlich bösen Nachbarn betrifft. Immer wieder gelingt es dem Film, das Publikum an der Nase herumzuführen und daran zweifeln zu lassen, ob der angebliche Bösewicht tatsächlich der Mörder ist oder ob es sich nicht doch nur um eine wilde Kinderfantasie eines Hobby-Verschwörungstheoretikers handelt. Vor allem regelmäßige 180 Grad-Wendungen sorgen hierbei für ständige Überraschungsmomente und schaffen es, die oberflächlichen Muster schnell zu durchbrechen. Da kann sich „Summer of 84“ noch so viel bei „Stranger Things“ abgeschaut haben: Spaß macht dieser Film in jedem Fall.

    Fazit:
    Auf den ersten Blick kopiert „Summer of 84“ doch etwas zu großzügig und fast schon dreist bei der beliebten Netflix-Mysteryserie „Stranger Things“. Dann aber punktet der spaßige Streifen im 80iger Retro-Look vor allem mit einem enormen Spannungsbogen und zahlreichen Überraschungsmomenten.

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