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Song to Song


Song to Song

Land/Jahr:
USA 2017
Genre:
Drama
Regie:
Terrence Malick
Darsteller:
Ryan Gosling
Cate Blanchett
Michael Fassbender
Natalie Portman
Rooney Mara
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
129 Minuten
Kaufstart:
2. November 2017
Label:
Studiocanal



Als die junge Musikerin Faye nach Austin in Texas kam, wollte sie eigentlich nur eines: Sich endlich den großen Traum von der Musikkarriere erfüllen. Bisher allerdings ließ der große Durchbruch noch lange auf sich warten. Stattdessen fand sie sich in einer Welt voller reicher Männer wieder, denen so manche Frau jeden Wunsch von den Lippen ablesen würde, nur um persönlich davon zu profitieren. Einer dieser Männer ist Musikproduzent Cook, der in Reichtum nur so schwimmt und diesen auch gerne zur Ausübung seiner Macht missbraucht. In der Hoffnung auf den großen Durchbruch lässt sich Faye kurzerhand auf eine Affäre mit ihm ein. Doch was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: In Austin wartet auch schon ihre große Liebe, der aufstrebende Songwriter BV auf sie. Und erst einmal in ihn verliebt, ist sie hin und her gerissen zwischen der Affäre zugunsten ihrer Karriere und den wahren Gefühlen, zu ihrem baldigen Partner. Abseits der großen Bühne entwickelt sich also schnell ein Dreiergespann, das zur tickenden Zeitbombe werden könnte…

Kritik:
Regisseur Terrence Malick ist unter Kennern längst bekannt für seine exzentrischen und ausgefallenen Filme. Er hat noch nie besonders viel Wert darauf gelegt, typische Hollywoodmuster einzuhalten und seine Streifen stattdessen auf sehr spezielle und gewöhnungsbedürftige Art und Weise gedreht, die sicher nicht bei jedem Zuschauer auf große Gegenliebe stoßen wird. Nach „Knight of Cups“ ist schließlich auch „Song to Song“ ein solch spezieller Fall.

50 Shades of Softness
Man darf sich allerdings darüber streiten, ob sich Malick angesichts seines außergewöhnlichen Stils tatsächlich einen Gefallen damit getan hat, eine eigentlich schon länger bekannte Geschichte erneut aufzuwärmen. Schließlich darf man „Song to Song“ sicherlich auch als eine besonders softe Variante von „50 Shades of Grey“ betrachten, wenn es immerhin storytechnisch um vergleichbare Inhalte geht. Die typische Handlung von einer jungen Frau, die von reichen und dominanten Männern beeindruckt ist und schnell nicht mehr in der Lage scheint, auch mal ein „Nein“ auszusprechen, hat man sicherlich schon mehr als einmal gesehen. Eines sei allerdings vorab gesagt: Erotische Szenen sollte man bei „Song to Song“ eher nicht erwarten – was ihn in seiner Darstellung folglich noch weicher erscheinen lässt, als der beim weiblichen Publikum so beliebte „50 Shades of Grey“.

Klassische Coming-of-Age-Story
Der restliche Teil der Geschichte erinnert dann wiederum an die klassische „Coyote Ugly“-Story des jungen und naiven Mädchens, das sich in die große weite Welt hinaus wagt, um dort endlich die ersehnte Musikkarriere starten zu können. Zwar ganz ohne die einst durchaus ansehnlichen Tabledance-Einlagen auskommend, bleiben schließlich auch bei der Coming of Age-Geschichte die großen Überraschungen aus. Rooney Mara wirkt mitunter sogar ein wenig zu naiv und lässt sich so schnell auf machthungrige Egomanen ein, dass wir ihr die Darstellung stellenweise schon kaum mehr abkaufen. Und dabei liegt das längst nicht unbedingt an den männlichen Kollegen. Immerhin können Ryan Gosling und Michael Fassbender ihre Rolle als wohlhabende, gutaussehende Männer in schicken Häusern und Anzügen durchaus glaubwürdig darstellen. Das allein reicht aber noch nicht für einen mitreißenden Film.

Der nicht vorhandene Faden
Und am Ende steht „Song to Song“ dann auch noch vor dem allergrößten Hindernis, wenn der exzentrische Inszenierungsstil von Terence Malick plötzlich zu einem unüberwindbaren Stolperstein wird. Dann nämlich, wenn es so manchem Zuschauer schwer fallen wird, der Story wirklich zu folgen und sich der Streifen als überaus schwer zugänglich entpuppt. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Malick offenbar bewusst eine hohe Distanz zu seinen Protagonisten aufbauen möchte und vor allem die Hauptfigur Faye darstellt, als befinde sie sich in einem Tagtraum und wisse nicht, was sie tue. Einerseits macht das ihre Naivität zwar auf den zweiten Blick ein bisschen glaubwürdiger, aber andererseits ist es auf diese Weise nahezu unmöglich, mit den Charakteren auf irgendeine Weise mitzufühlen. In „Song to Song“ wirken diese nicht selten wie Figuren auf einem Schachbrett, dessen Schicksal dem Zuschauer sprichwörtlich am Allerwertesten vorbei geht. Manchmal ist Andersartigkeit eben doch zu viel des Guten. Und „Song to Song“ wird damit zunehmend zäher.

Fazit:
Terence Malick bleibt seinem ungewöhnlichen und exzentrischen Stil treu, tut sich bei „Song to Song“ aber keinen wirklichen Gefallen damit. Das Drama mit Rooney Mara scheitert somit leider an seiner schweren Zugänglichkeit und wird es vor allem beim Mainstream sehr schwer haben. Wer sich allerdings schon für “Knight of Cups” begeistern konnte, sollte dem Streifen vielleicht eine Chance geben.

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