Sicario 2 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Sicario 2

    Sicario 2


    Land/Jahr:
    USA / I 2018
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Stefano Sollima
    Darsteller:
    Benicio del Toro
    Josh Brolin
    Isabela Moner
    Catherine Keener
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    122 Minuten
    Kaufstart:
    29. November 2018
    Label:
    Studiocanal

    CIA-Agent Matt Graver und Auftragskiller Alejandro sind noch immer im Einsatz an der mexikanischen Grenze, um den Drogenschmuggel mit allen verfügbaren Mitteln zu verhindern. Inzwischen aber sind sie fest davon überzeugt, dass Drogen längst nicht mehr die Haupteinnahmequelle der Schmuggler sind, sondern das Schmuggeln von Menschen zunehmend lukrativer wird. Einer der zuletzt geschmuggelten Migranten war allerdings leider ein Terrorist aus dem Jemen, der einen Anschlag in einem Supermarkt von Kansas City verübte. Die Regierung ist seitdem drauf und dran, die Drogenkartelle als terroristische Vereinigung einzustufen und um dem ein wenig Nachschub zu verleihen, sollen Matt und Alejandro einen Krieg zwischen den verfeindeten mexikanischen Drogenkartellen anzetteln. Als Köder dient dabei die junge Tochter eines Drogenbosses, dessen Entführung die Amerikaner dem gegnerischen Kartell in die Schuhe schieben wollen. Dumm nur, dass dieser Plan ganz gewaltig schief geht und schon bald das Leben des jungen Mädchens sich in ernsthafter Gefahr befindet…

    Kritik:
    Mit dem knallharten und schonungslosen Kampf gegen den Drogenschmuggel an der mexikanischen Grenze, galt der erste Teil von „Sicario“ als spektakulärer Überraschungshit und wird seitdem von vielen Fans als Meisterwerk gefeiert. Kein Wunder also, dass man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, eine Fortsetzung des spannenden Stoffs zu drehen. Doch kann der mit dem Vorgänger mithalten?

    False Flag für die gute Sache
    Das Prinzip jedenfalls bleibt auf den ersten Blick das Gleiche: Die Grenzen zwischen Gut und Böse sollen zunehmend verschwimmen, in dem die vermeintlichen Helden des Films regelmäßig Grenzen überschreiten und Tabus brechen. Beim Kampf für die „gute Sache“ ist letztendlich jedes Mittel recht, vor allem dann, wenn es zu verbesserten Möglichkeiten führt, den mexikanischen Drogenhandel noch stärker bekämpfen zu können. Ein bisschen allerdings wirkt „Sicario 2“ dieses Mal, als ginge es noch mehr darum, Kritik an den Vereinigten Staaten auszuüben und vor allem die amerikanischen Behörden mit ihren fragwürdigen Methoden in ein schlechtes Licht zu rücken. Vor allem aber scheint man einmal mehr zwanghaft den Härtegrad noch mehr ansteigen lassen zu wollen, in dem man nun auf Kinder als Köder setzt und man den Zuschauer damit schocken möchte, dass US-Behörden selbst vor der Entführung von minderjährigen Mädchen nicht zurückschrecken. Dass das durchaus Stoff ergibt, der unter die Haut geht, lässt sich kaum abstreiten – doch führt dieser Weg auch immer zum Ziel?

    Nachlassende Intensität
    Trotz dieses vermeintlichen „Schock-Elements“ durch den Einsatz eines minderjährigen Mädchens, fällt es „Sicario 2“ immer wieder schwer, die Intensität und Härte seines Vorgängers tatsächlich zu halten. Das liegt vor allem daran, dass der Spannungsaufbau dieses Mal deutlich länger benötigt. Gute 45 Minuten vergehen, ehe der zweite Teil voll und ganz zur Sache kommt – sein Vorgänger hingegen hat den „Thrill“ schon deutlich früher aufgedreht und konnte vor allem damit fesseln, dass die intervallartige Action dem Publikum nur kurze Verschnaufpausen bot. Dass „Sicario 2“ da nicht mehr ganz mithalten kann, ist dabei insofern verwunderlich, als dass die Fortsetzung dieses grundlegende Stilmittel spätestens bei der Überfahrt über die Grenze kopiert und somit zur zweiten Hälfte die Dramatik deutlich anzieht. Und obwohl der zweite Teil von da an an Intensität endlich deutlich zunimmt, vermissen wir bis dahin den extrem strammen Erzählstil des Vorgängers. Das führt somit zwar noch lange nicht zu einem schlechten Film, ganz im Gegenteil, die äußerst hohe Erwartungshaltung des Publikums kann „Sicario 2“ nach seinem grandiosen Vorgänger aber somit nicht mehr erfüllen.

    Never change a running system
    Dass der Streifen insgesamt trotzdem funktioniert, haben wir aber auch der Tatsache zu verdanken, dass Regisseur Stefano Sollima an altbewährten Mitteln festhält. Das fängt beim erneut erdrückenden Soundtrack an, der seinen Zweck ebenso eindrucksvoll erfüllt, wie noch beim Vorgänger und hört bei der Besetzung der exakt gleichen Darsteller aus dem ersten Teil auf. Vor allem Benicio del Toro und Josh Brolin konnten mit ihrer harten, skrupellosen Darstellung als CIA-Auftragskiller bestens überzeugen und bringen auch dieses Mal ihre Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten, bestens herüber. Und wenn sie dann sogar nicht einmal davor zurückschrecken, ein Mädchen zu entführen und im Zweifel sogar zur Ermordung derselbigen bereit wären, entwickeln sich die beiden Hauptdarsteller zu einer Wucht, die ihrer Leistung im ersten Werk um nichts nachstehen. Fans von „Sicario“ dürfen hier also immer noch bedenkenlos zugreifen, sollten ihre Erwartungshaltung aber auf Grund des etwas schwächeren Spannungsbogens ein wenig dämpfen.

    Fazit:
    Mit den exakt gleichen hervorragenden Darstellern aus dem Vorgänger und einer packenden Story über False Flag-Aktionen der CIA kann auch der zweite Teil des Meisterwerks „Sicario“ erneut überzeugen. Fans sollten sich allerdings darauf gefasst machen, dass die knallharte intervallartige Action spürbar an Intensität abgenommen hat und „Sicario 2“ deutlich länger braucht, um seine Spannung voll auszubauen.

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