Redcon-1 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Redcon-1

    Redcon-1


    Land/Jahr:
    GB 2018
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Chee Keong Cheung
    Darsteller:
    Mark Strange
    Carlos Gallardo
    Katarina Waters
    Oris Erhuero
    Martyn Ford
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    118 Minuten
    Kaufstart:
    27. Juni 2019
    Label:
    OFDb Filmworks

    Schon vor geraumer Zeit ist in England eine verheerende Epidemie ausgebrochen, die Infizierte zu Zombies werden lässt. Rund um London wurde daher eine Quarantänezone eingerichtet, die in bereits 72 Stunden vollständig ausgelöscht werden soll – ohne Rücksicht auf Überlebende. Nur ein einziger Überlebender scheint dort eine wichtige Rolle zu spielen: Der Wissenschaftler Dr. Julian Raynes soll als einziger Mensch in der Lage sein, ein Heilmittel für die gefährliche Krankheit zu finden. Für seine Rettung wird eine militärische Spezialeinheit rund um Captain Stanton in die Quarantänezone geschickt, die ihn innerhalb der verbleibenden Zeit evakuieren soll. Dumm nur, dass die Rettungsmission ganz und gar nicht wie geplant verläuft und die Zombies längst nicht das einzige Problem der Soldaten sind…

    Kritik:
    Fast zehn Jahre nachdem die hochgelobte und von vielen geliebte Serie „The Walking Dead“ an den Start ging, scheint eigentlich ein bisschen die Luft raus aus dem Zombiegenre zu sein. So mancher einstige Fan ist selbst aus der Serie inzwischen ausgestiegen und die meisten Filme bieten eher mäßige Unterhaltung. An der Stelle möchte nun ausgerechnet „Redcon-1“ versuchen, ein bisschen frischen Wind ins Genre zu bringen.

    Zombies auf Kokain
    Ein bisschen lustig ist das ganze ja zumindest schon, denn die Macher von „Redcon-1“ haben sich nämlich überlegt, ihren Zombies doch einfach ein paar neue Fähigkeiten zu verpassen. Organisieren und planen sollen sie sich können, ja sogar eine Art Intervenierungslager führen. Und wäre es nicht besonders witzig, wenn die Untoten kurz nach ihrer Verwandlung einfach jene Tätigkeit fortsetzen, die sie zum Zeitpunkt ihres Ablebens zuletzt ausübten? Die einen schauen sich gerade einen Porno an, die anderen ziehen sich Kokain durch die Nase und wieder andere befinden sich gerade inmitten einer skurillen SM-Szene – natürlich voraussichtlich für immer, denn die Erinnerungen der Zombies sind doch eher eingeschränkt verfügbar. Nun, lustig wäre das zumindest dann, wenn „Redcon-1“ eine Horrorkomödie wäre. Eigentlich aber möchte der Streifen eher todernst sein und scheitert daran aus vielerlei Gründen.

    Charakterdarstellung findet nicht statt
    Im Mittelpunkt steht nämlich die übliche klischeehafte Truppe von Soldaten voller Stereotypen. Ein paar harte Jungs und eine noch härtere Quoten-Frau, die sich gegenseitig dumme Sprüche an den Kopf werfen und sich wegen Meinungsverschiedenheiten auch mal verprügeln, bedienen das typische Militärklischee, das wir schon in so manchem Blockbuster gesehen haben. Das Problem allerdings: In den meisten Blockbustern können wir zumindest eine Bindung zu den Figuren aufbauen und wissen spätestens nach zehn Minuten, um wen es sich eigentlich handelt. Die Namen der meisten Soldaten in „Redcon-1“ sind uns allerdings auch zum Ende des Films nach wie vor unbekannt. Praktisch alle Figuren – vielleicht mit Ausnahme des Captains – sind hier vollkommen austauschbar und nahezu belangloses Kanonenfutter. Eine Charakterdarstellung findet praktisch gar nicht statt.

    Musikvideo mit Zombies und Soldaten
    Daran ändert dann auch die zweite Hälfte des Streifens nichts mehr, wenn „Redcon-1“ aus dem Horror-Actionstreifen plötzlich ein Drama um die Überlebenden machen möchte. Denn bis zur Halbzeit des Films konnten wir dermaßen wenig emotionale Bindungen zu den Figuren aufbauen, dass uns ihr zukünftiges Ableben praktisch völlig egal ist. Was stattdessen in Erinnerung blieb, sind die zahlreichen nervigen Aufnahmen mit High-Speed-Effekten, Überbelichtung und theatralischen Gewaltexzessen, auf die sich „Redcon-1“ meistens nämlich etwas mehr konzentriert. Man möchte an der Stelle fast meinen, dass die Gewaltdarstellung in diesem Streifen deutlich überzeichnet dargestellt wurde, doch hat man zu keinem Zeitpunkt tatsächlich den Eindruck, dass diese Wirkung auch wirklich beabsichtigt ist. Viel mehr haben sich die Macher wohl an wahnwitzigen Bildern austoben wollen und fanden es offenbar cool, den Streifen zeitweise wie ein Musikvideo aussehen zu lassen. Da kann man beinahe von Glück sagen, dass dieser Inszenierungsstil in der zweiten Hälfte ein wenig zurückgefahren wird.

    28 Idiots Later
    Das rettet „Redcon-1“ dann allerdings auch nicht mehr, denn bis dahin hat der Streifen zu allem Überfluss auch noch dermaßen viele Logikfehler angehäuft, dass uns geradezu die Haare sträuben, so offensichtlich sind sie. Da greift eine Horde von Zombies die Soldaten an und bis auf zwei der Untoten bleiben alle in einem Meter Entfernung stehen und wedeln sinnlos mit den Armen herum. An anderer Stelle ist nach einer Umzingelung plötzlich eine ganze Straße wieder frei, durch die die Soldaten wie durch ein Wunder plötzlich entkommen können. Und selbst die eigentliche Militärhandlung rund um eine Evakuierungsmission ergibt spätestens zum Zeitpunkt seiner Wendung wohl nicht einmal mehr den geringsten Sinn. Praktisch zu keinem Moment ist die Vorgehensweise der Soldaten auch nur ansatzweise nachvollziehbar und es hapert auch gewaltig an der Glaubwürdigkeit der gesamten Kommandostruktur. Fast so, als hätten die Macher ihren Film absichtlich zu „Trash“ machen wollen. Dafür ist „Redcon-1“ dann aber auch wieder nicht unterhaltsam genug.

    Fazit:
    Nun gut: Zombies zu Kokainjunkies, Pornozuschauern und Latexfetischisten zu machen, mag sicherlich einen gewissen Unterhaltungswert haben. Leider allerdings ist „Redcon-1“ keine Komödie und die alberne Inszenierung voller Logikfehler kombiniert mit einer praktisch nicht vorhandenen Charakterdarstellung verleitet den Zuschauer eher zum Abschalten.

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