My Old Lady - Kritik – Virtual DVD Magazine
  • Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    My Old Lady

    My Old Lady


    Land/Jahr:
    GB / F / USA 2014
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Israel Horovitz
    Darsteller:
    Kevin Kline
    Maggie Smith
    Kristin Scott Thomas
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    108 Minuten
    Kaufstart:
    5. Mai 2015
    Label:
    Ascot Elite

    Im Alter von 57 Jahren hat Mathias Gold noch immer praktisch nichts in seinem Leben erreicht. Er ist bereits drei Mal geschieden und seit seiner letztens Scheidung praktisch mittellos. Da erhält er eine überraschende, wie freudige Nachricht zugleich: Sein Vater hat ihm eine Eigentumswohnung mit großem Garten vererbt, in dem er glaubt, schon bald einziehen zu können. Doch bei der Besichtigung des großen Grundstückes, erwartet ihn nicht das schnelle Geld oder eine spontane Bleibe, sondern die 92-jährige Mathilde, die schon seit siebzig Jahren in dem Haus wohnt. Damals nämlich hat sie mit Mathias Vater eine Immobilienleibrente vereinbart, die ihr ein Wohnrecht auf Lebenszeit einräumt und zudem ein monatliches Zusatzeinkommen beschert, anstatt dass sie Miete zahlen muss. Der New Yorker Mathias, der ein völlig anderes Wohnrecht gewohnt ist, kann sich damit allerdings nicht anfreunden und setzt alles daran, die alte Dame und ihre Tochter loszuwerden. Dumm nur, dass letztendlich alles anders kommt, als gedacht…

    Kritik:
    Alte Menschen sind sicherlich nicht immer einfach. Das muss auch Kevin Kline feststellen, als er auf Maggie Smith stößt und ihr am liebsten die Wohnung wegnehmen möchte. Doch was im Trailer noch nach einer witzigen Komödie aussah, entpuppt sich schnell eher als dialoglastiges Familiendrama – mit überraschenden Wendungen.

    Aufarbeitung
    Im Grunde genommen ist die eigentliche Handlung rund um die Immobilienleibrente und das Erbe fast schon nebensächlich. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen eindeutig die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Mathias (Kevin Kline) und Mathilde (Maggie Smith), die nicht immer einfach verlaufen. Ein Großteil des Films spielt sich also innerhalb der Wohnung mit ausgiebigen Gesprächen und Streitereien ab. Schade ist, dass hier zuvor mitunter andere Erwartungen geweckt wurden: Hat man hier doch eine Komödie mit bissigen Kommentaren erwartet, spielt eher die familiäre Aufarbeitung eine Rolle. Etwa die Beziehung zwischen Mathilde und dem Vater von Mathias, die sich seinerzeit kannten und für Probleme in der Vater-Sohn-Beziehung sorgten. Eine Affäre kann sich schließlich auch negativ auf das Familienleben eines Kindes auswirken. Dumm nur, dass „My Old Lady“ dabei schnell mal vor sich hinplätschert, sind die Interaktionen schließlich nicht gerade mitreißend. Es wird letztendlich viel zu viel geredet und deutlich zu wenig gehandelt. Schade.

    Herausragende Oscar-Darsteller
    Dass der Streifen allerdings an diesen Punkten schwächelt, liegt insbesondere am Drehbuch und weniger an den Darstellern. Die beiden Oscar-Preisträger Kevin Kline und Maggie Smith liefern nämlich ein brillantes Duo ab, die jeden Dialog und jede Auseinandersetzung absolut überzeugen spielen. Da kann man auch verschmerzen, dass Kevin Kline ungewöhnlicherweise mit dem üblichen Synchronsprecher von Bill Murray ausgestattet wurde und daher stimmlich nicht so ganz in die Szenerie passt. Kristin Scott Thomas besetzt als Tochter allerdings eher eine passivere Rolle und geht neben den beiden Oscar-Preisträgern auf Grund ihrer deutlich niedrigeren Präsenz förmlich unter. Nichts desto trotz reichen umfangreiche Dialoge noch lange nicht, um den Zuschauer vor den Bildschirm zu fesseln, sodass „My Old Lady“ doch eher ein Film für speziellere Interessen ist… eben für jene Zuschauer, die auf Action und Dramatik größtenteils verzichten können und sich ausschließlich für Charaktere interessieren. Auf die meisten dürfte das aber weniger zutreffen.

    Fazit:
    Trotz zweier herausragender Hauptdarsteller schwächelt „My Old Lady“ vor allem an der Handlung, dem fehlenden Humor und eine mangelnden Dramatik. Dialoge allein machen eben noch keinen guten Film, wenngleich die Story trotzdem nicht uninteressant ist.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..