Muse - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Muse

    Muse


    Land/Jahr:
    ESP / B / F 2017
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Jaume Balagueró
    Darsteller:
    Elliot Cowan
    Franka Potente
    Ana Ularu
    Christopher Lloyd
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    103 Minuten
    Kaufstart:
    9. Oktober 2018
    Label:
    EuroVideo

    Seitdem seine Freundin sich vor einem Jahr qualvoll selbst das Leben nahm, wird der Literaturprofessor Samuel Solomon von schrecklichen Albträumen geplagt. Zunächst in der Annahme, dass es sich vermutlich um eine besondere Form der Trauerbewältigung handelt, kann er seinen Augen kaum trauen, als er eines Abends die Lokalnachrichten im Fernsehen bestaunt: Die exakt gleichen Geschehnisse aus seinem Traum scheinen auch in der Realität vorgefallen zu sein. Auf der Suche nach Antworten zu diesem mysteriösen Phänomen, stößt er nicht nur auf einen seltsamen Gegenstand, sondern lernt auch die hübsche Rachel kennen. Dumm nur, dass die junge Mutter nicht nur ein dunkles Geheimnis umgibt, sondern auch der Gegenstand den Blick in eine ihm bis dato völlig unbekannte Welt ermöglicht…

    Kritik:
    Langjährige Genrefans wissen in aller Regel nur zu gut, dass sich spanische Horrorfilme nicht vor den großen Streifen aus Hollywood verstecken müssen. Meistens setzt man in dem südeuropäischen Land allerdings nicht auf brutalen Splatter, sondern eher auf eine düstere Atmosphäre und ausgefallene Geschichten.

    Krimi trifft Mystery
    Und da soll zum Glück auch „Muse“ keine Ausnahme sein, verzichtet der Film nämlich größtenteils auf allzu brutale oder ekelerregende Szenen. Stattdessen versteht sich der Streifen eher als eine Mischung aus Mystery und Krimi, bei dem die Protagonisten in eine unheimliche Welt aus übernatürlichen und gefährlichen Wesen eintauchen. Im Mittelpunkt der Handlung geht es dann vor allem um eines: Hauptfigur Samuel möchte alles daran setzen, die Hintergründe über seine Albträume und die damit verbundene Frau herauszufinden. Schon bei den Recherchen und ersten Besuchen an den Schlüsselorten, baut „Muse“ eine so große Spannung auf, dass uns der Horrorfilm, der eigentlich eher ein Mysterystreifen sein möchte, völlig in seinen Bann zieht.

    Eine faszinierende weibliche Hauptrolle
    Dazu tragen aber nicht nur die durchweg soliden Leistungen des eher unbekannten Hauptdarstellers Elliot Cowan bei, sondern auch das hervorragende Zusammenspiel zwischen ihm und seiner Kollegin Ana Ularu. Hier baut „Muse“ nicht nur eine authentische Beziehung auf, die wir den beiden Protagonisten zu jedem Zeitpunkt abkaufen, sondern sorgt zugleich für eine spannende Nebengeschichte: Immerhin handelt es sich bei der von Ana Ularu gespielten Rolle um eine ebenso mysteriöse Figur, wie bei der geheimnisvollen Dame in den Träumen von Samuel. Und wenn es darum geht, ihre Geheimnisse nur sehr langsam aufzudecken und den Zuschauer immer ein bisschen in der Ungewissheit zu lassen, scheint bei „Muse“ jede einzelne Szene zu sitzen: Immerhin wollen wir bei diesem Film schon allein deshalb am Ball bleiben, weil uns Ana Ularu dermaßen fasziniert, dass wir ihre Hintergründe in jedem Fall erfahren möchten.

    Horror geht auch ohne Jumpscares
    Gleichzeitig bringt „Muse“ dann sogar so viel Detailarbeit mit, dass Ana Ularu obendrein auch noch ein interessantes kleines Familiendrama um ihren jungen Sohn zu bieten hat. Dabei beweist der Streifen zwar immer genügend Geschick, diese Nebenhandlung nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken, damit aber trotzdem die weibliche Hauptfigur noch einen Tick interessanter und aufregender zu machen. Da kann man wohl von Glück sagen, dass „Muse“ einen komplett anderen Weg einschlägt, als die meisten Genrevertreter und auf stumpfe Action oder gar Jumpscares komplett verzichtet. Eine düstere Atmosphäre, eine durchweg interessante Story und aufregende Charaktere sorgen hier schließlich dafür, jene Zuschauer zu begeistern, die sich auf ein solch in diesem Genre überraschend tiefgründiges Werk einlassen.

    CGI oder doch nicht?
    Für die notwendige Faszination sorgt dann obendrein das visuelle Design, das sich überaus gut sehen lassen kann. Das fällt nicht nur bereits beim insgesamt hervorragenden Intro auf, sondern auch bei den durchweg gekonnten Masken der jeweiligen Figuren. Und da sind die aufgeschnittenen Pulsadern oder eine zerfleischte Katze längst nicht die optisch anspruchsvollsten Darstellungen: Wenn sich eine der sieben Musen mit einem falschen Gesicht verkleidet und sich dieses anschließend wie eine zweite Haut vom Gesicht zieht, kommt man aus dem Staunen schließlich so schnell nicht raus. Nach Computereffekten will das schließlich nicht so recht aussehen, man kann sich zugleich aber auch kaum vorstellen, dass es sich um eine physische Maske handeln könnte. Wenn doch, dann ist das hier richtig hervorragende Arbeit, die selbst Hollywood an der ein oder anderen Stelle übertrifft.

    Ein besonderer Stil
    Klar muss einem an dieser Stelle aber auch sein, dass „Muse“ keineswegs ein Streifen ist, der sich an den Mainstream richtet. Dafür ist er oftmals einfach zu langsam und zu ruhig und verzichtet obendrein auch noch auf übertriebene Spannungsspitzen. Als Zuschauer muss man sich darauf einlassen können, dass sich Samuel eher gemütlich den Recherchen widmet, die Musen eher für subtile Angst statt brutale Attacken sorgen und der Film primär vor allem durch Atmosphäre und einen dazu passenden gelungenen Soundtrack punkten möchte. Wer hier die übliche Hollywood-Effekthascherei erwartet, ist bei „Muse“ vollkommen falsch. Dafür allerdings gibt es innovative Kost, die sich von der Konkurrenz spürbar abhebt. Und als kleines Schmankerl obendrauf, darf sich das Publikum dann auch noch auf eine Nebenrolle des erstklassigen Christopher Lloyd freuen.

    Fazit:
    Eines muss man ganz klar sagen: Der spanische Horrorfilm „Muse“ ist ganz und gar kein typischer Mainstreamstreifen. Durch den Verzicht auf Schockszenen und Effekthascherei kann der Streifen für manche Sehgewohnheiten womöglich langweilig erscheinen. Lässt man sich aber darauf ein, bekommt man ein zutiefst atmosphärisches und düsteres Werk geboten, das eigentlich eher Mysterydrama als Horror sein möchte.

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