Moneyball - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Moneyball

    Moneyball


    Land/Jahr:
    USA 2011
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Bennett Miller
    Darsteller:
    Brad Pitt
    Jonah Hill
    Philip Seymour Hoffman
    Robin Wright
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    133 Minuten
    Kaufstart:
    21. Juni 2012
    Label:
    Sony Pictures


    Schon vor einiger Zeit hat Billy Beane, der einst ein Baseball-Spieler war, das Spielfeld hinter sich gelassen, jedoch nicht den Sport selbst. Seitdem arbeitet er als Manager der Oakland Athletics und versucht, mit extrem niedrigem Budget und mittelmäßigen Spielern, möglichst weit oben in der Tabelle zu bleiben. Doch die aktuellen Transfers seiner guten Spieler erlauben es ihm kaum noch, nennenswerte Siege einzufahren und es wird dringend Ersatz benötigt. Entgegen allen Scouts, die für ihn neue Spieler rekrutieren, vertraut er ausgerechnet einem jungen Wirtschaftsstudenten bei der Rekrutierung seiner neuen Mannschaft. Der hat eigentlich gar keine Ahnung vom Baseball, setzt dafür aber auf ausgeklügelte Statistiken und Analysen – und empfiehlt den Kauf von einigen günstigen, aber offiziell eher schlechten Spielern mit Problemen, die seiner Ansicht nach völlig unterschätzt werden. Dumm nur, dass Billy damit ein hohes Risiko eingeht und längst nicht sicher sein kann, ob sein Plan tatsächlich auf geht…

    Kritik:
    Nicht selten wurde der berühmte amerikanische Baseball-Sport als Basis für spannende Dramen verwendet, bei denen Mannschaften mit wenigen Mitteln versuchten, viel zu erreichen. „Moneyball“ macht es jedoch seinem Untertitel „Die Kunst zu gewinnen“ gleich und konzentriert sich auf reale Ereignisse: Die Moneyball Years, in denen erstmals mit sogenannten „Sabermetrics“ ein Rekord aufgestellt werden konnte.

    Die Kunst zu gewinnen
    Billy Bean, gespielt von Brad Pitt, ist dabei einer dieser typischen Manager, die nur ein niedriges Budget und schlechte Spieler zur Verfügung haben. Die Tabelle katapultiert die Mannschaft prompt auf den letzten Platz und nun muss man mit geschickten günstigen Transfers und guten Leistungen das Optimale herausholen. Erstaunlicherweise bietet „Moneyball“ aber hauptsächlich einen Blick hinter die Kulissen des Sports, weniger direkt auf das Feld. Das Training selbst spielt absolut keine Rolle und wird von einem anderen Protagonisten übernommen, ebenso sind die Charaktere und Probleme der Spieler selbst absolut hintergründig. Umso mehr überrascht es uns, welch große Spannung und Dramatik einzig und allein Zahlen, Analysen und Statistiken aufbauen können. Um diese geht es nämlich, da die Taktik und jegliche Handlung alleinig auf Analysen basiert. Dafür braucht es schon eine herausragende Leistung, die Brad Pitt auch jederzeit präsentiert: Er spielt den Manager überaus hervorragend, wenn er mit tollen Dialogen in geschickte Verhandlungen eintritt – allein hier kommen die mitreißenden Szenen auf. Dass er außerdem auch privat und familiär viel Charakter in seiner Rolle zeigen kann, macht ihn nur umso sympathischer.

    Unfairness eines Spiels
    Es geht aber auch in erster Linie um Kritik am Sport selbst, oder viel mehr um die Unfairness der Spielverteilung. Gewinnen kann in der Regel nur jene Mannschaft, die über das höchste Budget verfügt und damit die besten und talentiertesten Spieler anheuern kann. Mit niedrigem Budget bleibt da eben der aussortierte Rest, den andere Teams einfach nicht haben wollen. Auf die gesamte Liga kommt damit eine unfaire Balance, die das Spielen ansich praktisch überflüssig macht. Das soll geändert werden und wir können immer wieder mitfiebern, wenn Billy versucht, tatsächlich ohne Mittel etwas zu bewirken. Während allerdings die erste Hälfte des Filmes sich vollständig auf die Ereignisse hinter den Kulissen konzentriert, zumal wir Brad Pitt fast nie am Spielfeld selbst sehen, kommt es im späteren Verlauf zu immer mehr sportliche Dramatik auf dem Feld, wenn es um die wahren Erfolge der Taktik geht. Wird die Strategie aus Statistiken und Analysen überhaupt aufgehen und wie wird sich die Mannschaft angesichts eines fast unmöglichen Zieles wohl verhalten? „Moneyball“ wird mit diesem Inszenierungsstil und dem dramatischen Inhalt zu einem der besten Sportdramen der letzten Jahre – auch oder gerade jenseits des Spielfelds.

    Fazit:
    Leicht zugängliches Sportdrama, das nicht nur auch Baseball-Neulinge in seinen Bann ziehen kann, sondern vor allem mit Analysen und herausragenden schauspielerischen Leistungen eine hohe Dramatik aufbaut. Beeindruckend.