Leon – Der Profi - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Leon – Der Profi

    Leon – Der Profi


    Land/Jahr:
    F / USA 1994
    Genre:
    Action
    Regie:
    Luc Besson
    Darsteller:
    Jean Reno
    Natalie Portman
    Gary Oldman
    Danny Aiello
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    133 Minuten
    Kaufstart:
    24. Oktober 2019
    Label:
    Studiocanal

    Leon ist ein erfolgreicher Auftragskiller. Ein absoluter Profi. Diskret, zumeist lautlos und ohne Spuren zu hinterlassen. Ganz anders, als die korrupten Beamten von der Drogenfahndung, die gleich nebenan die gesamte Familie des Nachbarmädchens skrupellos ermorden. Und die hat Leon prompt an der Backe, als sie ihn als letzte Zufluchtsmöglichkeit sieht, um Schutz vor den Beamten zu suchen. Dumm nur, dass sie von Leons wahrem Beruf schnell Wind bekommt und plötzlich auch zu einem Auftragskiller werden will. Denn nur so glaubt sie, Rache an den Mördern ihres Bruders nehmen zu können…

    Kritik:
    Jean Reno als Auftragsmörder mit einem 12-jährigen Mädchen an seiner Seite – dieser Film gehört längst zu den absoluten Kultfilmen. Zum 25-jährigen Jubiläum des Films war es deshalb endlich an der Zeit, einen restaurierten Director’s Cut erstmals für das Heimkino zu veröffentlichen.

    Der perfekte Jean Reno
    Und bei einem derartig zeitlosen Film sind sich die meisten Fans vermutlich noch heute sicher: „Leon – der Profi“ gehört zu den wahrscheinlich besten Rollen, die Jean Reno jemals ausfüllen dürfte. Mit seiner Charakterdarstellung als eigentlich eher distanzierter, aber dennoch innerlich sehr emotionaler Auftragsmörder brillierte er schon im Jahre 1994 auf ganzer Linie. Das Publikum bekommt mit seiner Rolle seit je her eine starke Figur geboten, in die es sich hervorragend hineinversetzen kann und dessen Interesse zu keinem Zeitpunkt abflacht. Der scheinbar unbeholfen wirkende Analphabet, der praktisch nur im Töten wirklich gut zu sein scheint und dabei zu keinem Zeitpunkt einen schwarz-weißen Charakter abliefert: Eiskalt und skrupellos einerseits, wenn er den Abzug einmal mehr drückt, um seine „Kunden“ kaltblütig zu erschießen, zögernd und mitfühlend andererseits, wenn es hingegen um Frauen und Kinder geht, die bei ihm Hilfe und Schutz suchen.

    Durchbruch für Natalie Portman
    Das ungleiche Pärchen, das hier einen Buddy-Movie der besonderen Art abliefert, bleibt dabei über Jahrzehnte im Gedächtnis, denn das Zusammenspiel zwischen Jean Reno und der damals noch 13-jährigen Natalie Portman funktioniert grandios. „Leon – der Profi“ war seinerzeit wohl unbestritten der große Durchbruch für den weiblichen Hollywoodstar und sorgte dafür, dass die Liste der Hauptrollen, die sie im Laufe ihrer Karriere erhält, wohl noch lange kein Ende nehmen wird. Kein Wunder, war ihre so scheinbar unschuldige und doch taffe Darstellung der emotional aufgewühlten Nachwuchs-Auftragsmörderin ziemlich beeindruckend. Schon der leicht „nuttige“ Kleidungsstil der recht frühreifen Mathilda mit ihrem ausgesprochen großen Selbstbewusstsein, das als Fassade für eine gebrochene, tieftraurige Seele dient, machte deutlich, dass sich Portman schon in jungen Jahren für keine noch so schwierige Rolle schämte. Die besondere „Liebesbeziehung“ zu einem um Jahrzehnte älteren Mann, die sie derweil mit einer überwältigenden Einfühlsamkeit ebenso darstellt, wie Jean Reno, dem es nicht immer gelingt, die professionelle Distanz zu wahren, könnte man als beinahe oscarreif bezeichnen. Vielleicht handelt es sich deshalb bei „Leon – der Profi“ sogar für beide Darsteller um die besten Rollen ihrer Karriere.

    Ein ruhiger Luc Besson
    Dazu trug aber natürlich auch ein wahrer Meister auf dem Regiestuhl bei und es ist schon erfrischend faszinierend, nach 25 Jahren noch einmal auf die früheren Werke eines Luc Besson zurückzublicken. Vor allem deshalb, weil er mit „Leon – der Profi“ nur drei Jahre vor seinem Mega-Hit „das fünfte Element“ noch einen wesentlich ruhigeren Stil an den Tag legte. Bekommt man spätestens seit „Valerian“ und vor allem bei jenen Filmen, bei denen er als Produzent mit von der Partie ist, nämlich eher eine flotte Effekthascherei mit aufregenden Verfolgungsjagden geboten, wirkt der Streifen um einen Auftragsmörder geradezu wie angenehmes Balsam für den Oldschool-Cineasten. Geradezu sanft und langsam nimmt sich „Leon – Der Profi“ schließlich Zeit für die Darstellung seiner Charaktere, die bis aufs kleinste Detail ausgearbeitet werden und auch der Spannungsaufbau funktioniert durch ein gemächliches Herantasten an die große Action, die dezent, aber wirkungsvoll zum passenden Zeitpunkt einsetzt. Und obwohl so manche Genrefans eher „Das fünfte Element“ als Luc Bessons besten Film betrachten mögen, so ist „Leon – Der Profi“ keineswegs weniger ein Meisterwerk, das so gut gealtert ist, dass der Streifen auch zum 25-jährigen Jubilläum noch in jeder Minute begeistert.

    Fazit:
    25 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Meisterwerks um einen Auftragskiller, der sich um ein zwölfjähriges Mädchen kümmern muss, zeigt sich „Leon – der Profi“ von einer in seiner Charakterdarstellung und Dramatik noch immer hervorragend funktionierenden Seiten, wie am ersten Tag. Während der Actionfilm wohl zu den Highlights aus Jean Renos Karriere gehört, war er der wohl wichtige große Durchbruch für die einst junge Natalie Portman, die hier ein einfühlsames und hochemotionales Zusammenspiel mit dem deutlich älteren Star abliefert.

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