Leben und Sterben in L.A. - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Leben und Sterben in L.A.

    Leben und Sterben in L.A.


    Land/Jahr:
    USA 1985
    Genre:
    Actionthriller
    Regie:
    William Friedkin
    Darsteller:
    William L. Peterson
    Willem Dafoe
    John Pankow
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    116 Minuten
    Kaufstart:
    23. November 2018
    Label:
    Capelight

    Secret-Service-Agent Jim Hart steht eigentlich nur noch zwei Tage vor seinem wohlverdienten Ruhestand, als er bei seinen jüngsten Ermittlungen einen zu hohen Preis bezahlen muss. Erschossen von einem der berüchtigsten Geldfälscher von Los Angeles, schwört sein langjähriger Partner und Freund Richard Chance Rache um jeden Preis. Für ihn steht fest: Diesen Verbrecher will er unter allen Umständen dingfest machen – koste es, was es wolle. Dabei allerdings ist er schnell gezwungen, selbst zu den korrupten Methoden zu greifen, die die beiden selbst über viele Jahre hinweg bekämpft haben. An der Grenze der Legalität gerät er gemeinsam mit seinem neuen Partner John Vukovich dabei selbst in das Visier seiner eigenen Ermittlungsbehörde und überschreitet Grenzen, die er schon bald für immer bereuen könnte…

    Kritik:
    Die 1980er Jahre gelten noch heute für viele Cineasten als das wichtigste Jahrzehnt der Filmgeschichte. Vor allem knallharte Cop-Thriller und Buddy-Movies haben es den meisten Zuschauern angetan. Auch „Leben und Sterben in L.A.“ reiht sich in die Reihe entsprechender Genrestreifen ein, macht dann aber doch einiges anders.

    Klassische 80iger Jahre Action
    Das Rezept ist meist ziemlich einfach und verspricht schnellen Erfolg: Dreckige Straßen, düstere Nächte und dazu ein passender, zeitgerechter Synthie-Soundtrack – und fertig ist oftmals ein typischer Actionthriller der 80iger Jahre. Statt auf Hochglanz getrimmte Bilder von Skylines zu zeigen, darf der Müll und die negativen Seiten einer Großstadt gerne in den Vordergrund gerückt werden, um ein für die damalige Zeit typisches eher pessimistisches Bild vom Alltag wiederzuspiegeln. Da ist natürlich auch „Leben und Sterben in L.A.“ zunächst keine Ausnahme, sorgt aber mit einem etwas spezielleren Blick auf Los Angeles dafür, der Umgebung etwas mehr Bedeutung einzuverleiben. Oft mit einer nüchternen Distanz betrachtet, ist der Blick auf die kriminellen Viertel schließlich ausgiebig genug, um doch stets die Frage zu stellen, ob die Umstände des eigenen Alltags wohl erst zu den Problemen der Protagonisten führen könnten. Los Angeles ist hier nicht nur eine hübsche Kulisse, sondern wird viel mehr zu einer Art zusätzlichen Figur, die die Charaktere in ihrem Verhalten und ihren Verbrechen leitet.

    Anti-Buddy-Movie
    Das kann aber naturgemäß natürlich auch Probleme mit sich bringen, die für gewisse Längen sorgen, wenn „Leben und Sterben in L.A.“ seinen klaren Fokus von den Handlungen der Protagonisten auf ein großes Ganzes ablenkt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Streifen mit den Konventionen des klassischen Buddy-Movies recht deutlich bricht. Obwohl die Grundkonstellation aus zwei ungleichen Partnern auch hier gegeben ist, möchten sie vor allem eines eigentlich gar nicht sein: Buddys. Auch hier kommen die Umstände der eigenen Umgebung zum Tragen, wenn letztendlich zwei vermeintliche Partner unter holprigen Bedingungen zu einer Zusammenarbeit gezwungen sind, die sie eigentlich gar nicht eingehen wollen. Und auch an dieser Stelle breitet sich beim Blick auf die Figuren eine ähnliche Distanz aus, wie sie bei der Inszenierung der Stadt zuvor bereits aufgefallen ist. Das wiederum verhindert dann über einzelne Abschnitte hinweg etwas zu sehr, dass wir uns mit den Charakteren identifizieren können und William L. Petersen und John Pankow haben es manchmal schwer, das Publikum zu fesseln. Eine Dynamik, wie etwa in typischen Buddy-Movies wie „Lethal Weapon“ will hier schließlich auch durch den bewussten Bruch mit den Konventionen nicht aufkommen.

    Bruch mit Konventionen
    Auf der anderen Seite wiederum muss man „Leben und Sterben in L.A.“ dann aber auch eingestehen, dass in eben diesem Bruch auch der große Pluspunkt des Streifens zu finden ist. Unter dem Strich hat Regisseur William Friedkin damit schließlich ein zeitloses Werk geschaffen, das eben wegen seiner unterhaltungstechnisch komplizierteren Wege nicht so häufig kopiert wurde, wie es bei Buddy-Movies meist der Fall ist. Auch mehr als dreißig Jahre später kann man dabei den Eindruck erhalten, hier einen erfrischend innovativen Film zu sehen, der für sich betrachtet, fast schon einzigartig erscheint. Da verzeiht man ihm die Schwächen bei der Charakteridentifikation wiederum recht schnell, betrachtet man das Werk erst einmal als besonders Gesamtkunstwerk. Und spätestens in der Mitte des Films wird ohnehin klar, dass „Leben und Sterben in L.A.“ auch echte Spannungshöhepunkte haben kann – etwa dann, wenn es zu einer beeindruckenden Verfolgungsjagd auf einer sechsspurigen Straße kommt und die ohne CGI auskommende Inszenierungsart der damaligen Zeit, ihren ganz eigenen Charme entfalten kann. Wer Actionfilme der 80iger Jahre mag, der sollte diesem etwas anderen Streifen also auf jeden Fall eine Chance geben.

    Fazit:
    Auf den ersten Blick wie ein typischer Cop-Thriller mit klassischen Buddy-Movie-Elementen konzipiert, bricht „Leben und Sterben in L.A.“ schnell mit den Konventionen des Genrefilms und wirkt dadurch bis heute erfrischend innovativ. Leider bringt das zugleich aber auch kleinere Schwächen mit sich, die Fans der 80iger Jahre Actionfilme allerdings schnell verschmerzen können.

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