Julie & Julia - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Julie & Julia

    Julie & Julia


    Land/Jahr:
    USA 2009
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Nora Ephron
    Darsteller:
    Meryl Streep
    Amy Adams
    Stanley Tucci
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    118 Minuten
    Kaufstart:
    11. März 2010
    Label:
    Sony Pictures


    Zwei Frauen, eine Leidenschaft. Als sich Julie kurz vor ihrem 30. Geburtstag darüber ärgert, keine wirkliche Herausforderung mehr in ihrem Leben zu haben, kommt sie auf eine Idee: Sie könnte anfangen, zu kochen. Was ist da also naheliegender, als das Kochbuch von Julia Child mitsamt seiner 524 Rezepte nach zu kochen? Immerhin dürfte das keine leichte Aufgabe sein, führt sie das Buch in die Geheimnisse der französischen Kochkunst ein. Doch dabei soll es keineswegs bleiben, denn so, wie Julia Child damals ein Buch darüber verfasste, will auch Julie ihre Mitmenschen in die interessanten Kochkünste einweihen. Da dauert es also nicht lange, bis Julie prompt einen Blog einrichtet und all ihren Lesern von ihren Meisterwerken und Missgeschicken erzählt – bis sie irgendwann so viele Fans hat, dass sie womöglich Julia persönlich kennenlernen wird…

    Kritik:
    Eines mag ja interessant sein: „Julie & Julia“ dürfte der erste Film dieser Art sein, der wirklich auf die moderne Entwicklung eingeht. Nicht jedoch in Bezug auf das Kochen, sondern auf die Informationsverbreitung, bzw. das Verfassen einer Lektüre. Während Julia nämlich damals noch ein Kochbuch schrieb, um der Welt ihre Kochkünste zu zeigen, nutzt Julie heute ein modernes Medium, wie einen Blog. Und doch ist das eigentliche Kochen so geblieben, wie damals auch. Interessant ist dabei auch der Charakterkontrast. Julie ist eben eine ganz normale moderne Frau mit einem netten Mann und einem ganz gewöhnlichen Leben. Doch dabei kommt plötzlich eine Umkehrung des Emanzipationsgedankens ins Spiel. Während Julie in der modernen Zeit eher als typische Hausfrau verkörpert wird, die den halben Tag hinter dem Herd verbringt, ist es gerade Julia in der Vergangenheit, die gänzlich gegen jedes Klischee kämpft. Nicht nur, dass sie beginnt ein Kochbuch zu schreiben, um selbst etwas zu tun, während ihr Mann im Staatsdienst tätig ist, auch sie selbst hat tatsächlich einen kleineren Mann geheiratet. Wenn man heute immer noch viele Frauen sieht, die darauf bestehen, unbedingt einen größeren Mann als Partner zu haben, denkt man doch eigentlich, das müsste damals umso extremer gewesen sein – aber von wegen, nicht bei Julia. „Julie & Julia“ geht so also auch gegen optische Klischees vor, zumal Julia gerade in diesem kleineren Mann ihre Erfüllung findet. Natürlich reicht ihr das noch nicht, denn ihre Leidenschaft, das Kochen, darf nicht fehlen. So geht es natürlich auch Julie, die viele Parallelen zu Julia aufweisen kann. Und doch ist sie charakterlich völlig anders, flippt sie regelmäßig richtig aus, wenn ihr mal ein Rezept nicht gelingt. Dabei war doch Julia die eigentlich untalentiertere, die sich regelrecht durchgemogelt hat, bis ihr das Kochen wirklich richtig gelang. Interessant sind aber nicht nur die Kontraste zwischen den jeweiligen Charakteren, sondern auch die außergewöhnliche Zeitreise ansich. „Julie & Julia“ wechselt nämlich immer wieder zwischen den beiden Zeiten. Mal zeigt der Film Julie im Jahre 2002, ein anderes Mal Julia in der Vergangenheit. Beide Zeiten haben dabei eine außergewöhnliche Wirkung. So wirkt Julie einfach viel moderner, natürlicher und baut eine bessere Atmosphäre auf. Man kann sich mit ihr einfach deutlich besser identifizieren und wird auch mit der modernen Zeit ein wenig „wärmer“. Dagegen wirkt Julia einfach ziemlich befremdlich, ja fast schon abschreckend, wenn man diese spröde alte Zeit sieht. Und doch ist Julia in der Vergangenheit die deutlich witzigere von beiden Charakteren, die im späteren Verlauf dann überraschenderweise doch besser überzeugen kann. Das hätte man zu Beginn des Films womöglich nicht angenommen, zumal man anfangs noch froh ist, wenn die jeweiligen Szenen mit Julia vorbei sind. Doch das ändert sich im späteren Verlauf gewaltig, sodass man von Julias aufgeschlossenen und witzigen Art kaum genug bekommen kann. Trotz alledem kann „Julie & Julia“ aber storybedingt nicht so sehr mitreißen, denn man kann hier kaum von einer Komödie sprechen. Doch gleichzeitig will der Film auch kein Drama sein, was der Emotionalität im Nachhinein schadet. Was letztendlich bleibt erinnert eher an eine Biografie – und doch bietet „Julie & Julia“ dafür wieder zu wenig, da das Konzept des Einbringens zweiter Charaktere so nicht funktionieren will. So ist „Julie & Julia“ also doch eher nur ein außergewöhnlicher und interessanter Film, der zwar kein Meisterwerk geworden ist, aber auf seine eigene Weise unterhalten kann – vorausgesetzt, man findet Gefallen an diesem speziellen Stil.

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    Externe Review: Filmempfehlung.com bewertete “Julie & Julia” in ihrer Kritik mit 3/5 Punkten.