Jigsaw - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Jigsaw

    Jigsaw


    Land/Jahr:
    USA / CDN 2017
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Michael Spierig
    Peter Spierig
    Darsteller:
    Tobin Bell
    Mandela van Peebles
    Laura Vandervoort
    Brittany Allen
    Callum Keith
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    89 Minuten
    Kaufstart:
    8. März 2018
    Label:
    Studiocanal

    Bereits zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass der Serienkiller John Kramer auf dem städtischen Friedhof bestattet wurde. Doch sein Vermächtnis hat noch längst kein Ende gefunden. Erneut geschehen mysteriöse und schreckliche Morde, die an einen Nachahmungstäter denken lassen. In regelmäßigen Abständen werden entstellte Leichen in der Öffentlichkeit entdeckt, die auf insgesamt fünf Opfer hindeuten, die ebenfalls an einem seiner perversen Spiele beteiligt sind. Dabei sollen sie für ihre Straftaten leiden, dessen sie nie für schuldig befunden wurden. Für die Polizei beginnt damit ebenso ein Wettlauf gegen die Zeit, wie für Jigsaws Gefangene, die schon bald zum Opfer einer seiner blutigen Fallen und Maschinen werden könnten…

    Wollen wir noch ein Spiel spielen?
    Eigentlich galt die „Saw“-Reihe bereits vor etwa acht Jahren als vollendet. Jigsaw ist gestorben, hat sein Vermächtnis weitergegeben und damit ist die Geschichte grundsätzlich auserzählt – sollte man meinen. Das allerdings schien die Spierig-Brüder nicht davon abzuhalten, doch noch einen achten Teil zu drehen. Und selbst dazu ist noch einmal eine Fortsetzung geplant. Schade ist allerdings, dass „Jigsaw“ derweil längst den niedrigen Erwartungen gerecht wird, die viele Horrorfans haben: Die Geschichte rund um John „Jigsaw“ Kramer gibt schließlich einfach nichts mehr her. Man kann die Handlung natürlich regelmäßig aufwärmen und nach demselben Muster ständig wiederholen, doch nachdem bereits „Saw 7 – Vollendung“ auf einen Nachahmungstäter setzte, wirkt das spätestens im nunmehr achten Teil „Jigsaw“ ziemlich ausgelutscht.

    Folter als Mittel zum Zweck
    Bei genauerem Hinsehen wird sich so mancher Zuschauer vermutlich sogar fragen, wie es den Spierig-Brüdern eigentlich gelungen ist, in eine derartig simple und kurzweilige Handlung, dann allen Ernstes auch noch Logikfehler einzubauen. So mancher davon soll vermutlich die zukünftige Handlung des achten Teils andeuten, doch wie eine Leiche etwa aus einem Grab verschwinden kann, ohne dass es Spuren für ein zuvor gegrabenes Loch gibt, werden wohl nur die beiden Regisseure selbst wissen – sofern sie sich über derartige Plotholes überhaupt ernsthafte Gedanken gemacht haben. Das jedenfalls wirkt zeitweilen nicht so, denn während die sieben Vorgängerfilme immerhin noch auf interessante Gesellschaftskritik setzten, scheint „Jigsaw“ doch viel mehr eine Aneinanderreihung von Gewalt, Folter und Spielen zu sein – einfach nur zu dem Selbstzweck, die berühmten Spiele des Serienkillers auch zum x-ten Mal erneut zu wiederholen. Auch das gibt dramaturgisch inzwischen leider nicht mehr viel her.

    Reduzierung der Gewalt
    Wenn man sich dabei allerdings als Horrorfan auf ein „schickes“ Gorefest gefreut hat, nachdem so mancher frühere „Saw“-Teil ungeschnitten immerhin auf dem Index gelandet ist und die extreme Gewalt immer ein besonderes Merkmal der Reihe war, wird man selbst dabei gewaltig enttäuscht. Selbst im Vergleich zum siebten Teil wurde die Gewaltdarstellung deutlich zurückgefahren und besteht seither eher aus vorhersehbaren Fallen, die man in ähnlicher Weise doch in früheren Filmen schon einmal gesehen hat. So schafft es „Jigsaw“ dann aber nicht einmal mehr mit seinen Folterszenen zu schocken, sondern sorgt mit recht dümmlichem Verhalten der Protagonisten eher dafür, dass wir mehr als einmal mit den Augen rollten, statt gefesselt mitzufiebern, wie sie versuchen, sich vor der nächsten Kettensäge zu befreien. Denn während die Opfer in den damaligen Filmen meist kaum eine Wahl hatten, als von einem Spiel zum nächsten vorzudringen, bleibt es bei „Jigsaw“ wohl ein großes Rätsel, wieso diese gar freiwillig immer wieder in die Falle laufen, die eigentlich jedem Blinden auf den ersten Blick ersichtlich wäre.

    Rückkehr des Jigsaws
    Am Ende bleibt dann lediglich ein durchaus nicht ganz uninteressanter Twist, der den Streifen dann immerhin noch einigermaßen rettet. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass jahrelange Fans der „Saw-Reihe“ zuvor gefühlte 75 Minuten nur gähnende Langeweile verspürten. Eines sei dabei vorhergesagt: Zumindest ein paar der anfänglich aufkommenden Logikfehler klärt der Streifen zum Schluss hin dann auf. Und die vermeintliche Rückkehr des Jigsaw gestaltet sich doch ein wenig anders, als die meisten Zuschauer vermutlich erwarten würden. Doch eines steht mit dem achten Teil der Reihe unausweichlich fest: Vielleicht ist es manchmal besser, eine erfolgreiche Filmreihe zu einem Ende zu bringen und John Kramer endlich ruhen zu lassen. Es dürfte wohl außer Frage stehen, dass „Saw“ seinen Zenit schon seit Jahren überschritten hat.

    Fazit:
    Manchmal sollte man einen Serienkiller ruhen lassen: Mit dem achten Teil hat die „Saw“-Reihe ihre besten Zeiten ganz offensichtlich hinter sich gelassen und enttäuscht mit wenig intelligenten Hauptfiguren, so manchem Logikfehler und einer Story, die längst einfach keinen interessanten Stoff mehr hergibt.

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