It’s kind of a funny story - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    It’s kind of a funny story

    It’s kind of a funny story


    Land/Jahr:
    USA 2010
    Genre:
    Komödie / Drama
    Regie:
    Ryan Fleck
    Anna Boden
    Darsteller:
    Keir Gilchrist
    Zach Galifianakis
    Emma Roberts
    Lauren Graham
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    97 Minuten
    Kaufstart:
    14. Juli 2011
    Label:
    Universal Pictures



    Craig hat es in seinem Leben sicherlich nicht gerade einfach: Obwohl er in der Schule stets gute Leistungen abliefert und eine scheinbar liebenswerte Clique um sich herum hat, wird der Leistungsdruck immer größer. Sein Vater erwartet von ihm, eine perfekte Laufbahn hinzulegen und dummerweise ist er auch noch unglücklich in jenes Mädchen verliebt, das mit seinem besten Freund zusammen ist. Da passiert es also schon einmal, dass sich Craig in Stresssituationen plötzlich übergeben muss und er schon bald den Drang bekommt, sich selbst umzubringen. Statt dieses Vorhaben jedoch auch in die Tat umzusetzen, begibt er sich kurzerhand in die Notaufnahme und lässt sich in die Psychiatrie einweisen. Dumm nur, dass er dort plötzlich für die nächste Zeit fest sitzt und sich mit allerlei schrägen Gestalten herumschlagen muss. Von depressiven Zimmernachbarn, über suizidgefährdete Mädchen, bis hin zum schizophrenen Verrückten, bekommt er dabei alles zu Gesicht. Doch vielleicht ist dieser Ort genau der richtige Platz für sein Leben…

    Kritik:
    In den psychiatrischen Einrichtungen unserer Welt gibt es zahlreiche verrückte Menschen. Besonders depressive, suizidgefährdete und autoaggressive Patienten stehen dort auf der Tagesordnung, doch in den seltensten Fällen kommt es vor, dass sich jemand selbst dort einweist. Für den gewöhnlichen Filmfan scheint dies sogar umso unvorstellbarer, haben wir Psychiatrien in Filmen doch meist aus einer reinen Klischeeperspektive kennengelernt, in der wir geistig gestörte Menschen in Zwangsjacken umherwandern sehen. Doch „It’s kind of a funny story“ verzichtet auf erfrischende Weise auf Zwangsjacken und Klischees – und wird seinem Titel damit irgendwie gerecht.

    It’s a seriously funny story
    Gänzlich ungewöhnlich und doch sehr realitätsnah geht „It’s kind of a funny story“ nämlich auf das Thema Psychiatrie ein. Mit Verzicht auf heruntergekommene angsteinflößende Orte zeigt er uns stattdessen die realen Bedingungen zwischen Gemeinschaftsraum, weißen Gängen und Doppelzimmern. Eben fast so, wie im Krankenhaus – nur mit völlig anderen Menschen. Auf erstaunliche Weise wirken manche der Patienten sogar normaler, als jene Gestalten, denen wir auf unseren Straßen immer wieder begegnen. Der Film zeigt also schlicht Menschen mit Problemen, die einfach nur Hilfe brauchen, doch nicht verrückt sind. Der Hauptprotagonist Craig, gespielt von Keir Gilchrist ist einer davon und hat sich mit seiner Depression und seinen Suizidgedanken selbst einweisen lassen. Damit beginnt eine wahrlich ungewöhnliche Psychiatrie-Story, die sowohl humorvoll, ernsthaft, ironisch, aber auch einfühlsam zugleich ist. Warum dem so ist, liegt vor allem sowohl an der Inszenierung, als auch an den hervorragenden Qualitäten der Darsteller.

    Psychisch Kranke – Menschen, wie du und ich
    Allen voran geht natürlich Keir Gilchrist als Hauptdarsteller, der in seiner Rolle wohl noch den leichtesten, aber auch interessantesten Charakter darstellt. Er ist einer dieser Menschen, die mit all dem Druck, Stress und Liebeskummer nicht zurechtkommen und somit ernsthafte Selbstmordgedanken hegen. Erstaunlich mag dabei sein, dass „It’s kind of a funny story“ sehr tiefgründig auf die Symptome eines Patienten eingeht, ohne dabei oberflächlich zu sein, oder viel zu emotional zu erscheinen. Den Zuschauer lässt der Film gerne als verwunderten Außenstehenden stehen, bezieht ihn aber dennoch voll mit ein, wenn wir auf einfühlsame Weise zu sehen bekommen, wie Craig mittels Erbrechen auf Stresssituationen reagiert. Das mag auf den ersten Blick zwar witzig und schräg wirken, hat aber dennoch eine realistische Ernsthaftigkeit. Als Gegenspieler tritt an dieser Stelle dann „Hangover“-Star Zach Galifianakis auf, der den weisen Gefährten präsentiert und dem Zuschauer die Situation einigermaßen verständlich macht. Er sorgt mit seiner witzigen ironischen Art immer wieder für Lacher und kann die Geschehnisse deutlich auflockern, ohne dabei lächerlich zu wirken. Gleichzeitig zeigt er allerdings, dass er auch zu ernsthafteren Momenten in der Lage ist und verzichtet darauf, allzu albernen Humor an den Tag zu legen. Stattdessen hat auch er als weiterer Patient einige Probleme mit sich selbst und seiner Familie, die er allzu gerne versteckt, aber dann doch sehr einfühlsam, aber emotional zur Geltung bringt. Spätestens dann, wenn er absolut realistisch ausflippt und seine Probleme zum Ausdruck bringt, werden wir feststellen, welche Qualitäten wirklich in Galifianakis stecken. Alle weiteren Charaktere haben allerdings ebenfalls eine wichtige Rolle und runden die Lebensgeschichte und –entwicklung von Craig ab. Die Darsteller schaffen es allesamt, sich niemals in den Vordergrund zu drängen, sondern ein abgerundetes Gesamtbild abzuliefern. Das spricht einmal mehr für eine perfekte Zusammenarbeit.

    Insgesamt liefert uns „It’s kind of a funny story“ außerdem eine sehr interessante und originelle Story, die sich uns von einer sehr ungewöhnlichen Seite präsentiert. Damit ist der Film nicht nur absolut sehenswert geworden, sondern auch zu einem kleinen Einzelstück in unserer Filmgeschichte. Einzig die Kritik gegenüber der psychiatrischen Anstalt suchen wir vergeblich, sodass die Rollenverteilung deutlich zu einseitig bleibt. Doch das ändert nichts an dem herausragenden Darstelleraufgebot und dem äußerst intelligenten Humor, der uns in diesem Film erwartet. Speziell die Ironie, die wir gelegentlich zu sehen bekommen, etwa dann, wenn die Suizidgefahr mit einem Fragebogen behandelt werden soll, stellt allerdings ein kleines Highlight dar, das wir in wenigen, aber dafür umso besseren Fällen begeistert bestaunen können. In diesem Sinne: „It’s kind of a funny story“ sollte niemand verpassen.

    Fazit:
    Eine witzige, aber auch ernsthafte Story: „Hangover“-Star Zach Galifianakis stellt erstmals sein Schauspieltalent in ernsthafteren Rollen unter Beweis und brilliert voller Ironie und Emotionsausbrüchen. Neben Hauptdarsteller Keir Gilchrist, der uns in eine realistische Psychiatrie jenseits aller Klischees entführt, wird der Film so zu einem Meisterwerk.