Iron Fist – Staffel 2 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Iron Fist – Staffel 2

    Iron Fist – Staffel 2


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    Finn Jones
    Alice Eve
    Jessica Henwick
    David Wenham
    Jessica Stroup
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    520 Minuten
    Kaufstart:
    7. September 2018
    Label:
    Netflix

    Nach dem Sieg über die Hand ist für Danny „Iron Fist“ Rand die Arbeit noch längst nicht getan. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem organisierten Verbrechen in Chinatown den Kampf anzusagen. Das allerdings stellt sich recht schnell als ziemlich schlechte Idee heraus, denn während Chinatown zunehmend von verfeindeten Triaden übernommen wird, sorgt ausgerechnet die Einmischung von Danny erst für die große Eskalation. Beim Versuch, einen gestohlenen Geldtransporter zu stoppen, tötet er schließlich den Sohn eines Triaden-Bosses, der kurzerhand die gegnerischen Gangs für die Tat verantwortlich macht. Chinatown beginnt damit zunehmend im Chaos aus Gewalt und Brutalität zu versinken – und auch Dannys Bruder Davos macht ihm mit ganz eigenen Plänen gewaltig zu schaffen.

    Kritik:
    Trotz der vergleichsweise mäßigen Kritiken der ersten Staffel, ist eine Fortsetzung zu Marvel’s Iron Fist eigentlich obligatorisch: Immerhin zählt „Iron Fist“ zu einer Reihe zusammenhängender Comicserien und bietet damit sowohl Story- als auch Figurenüberschneidungen. Da bleibt Netflix fast keine andere Wahl, als die Serie fortzusetzen, obwohl sie bei weitem nicht auf so gutes Feedback stieß, wie etwa „Daredevil“ oder „Jessica Jones“.

    Ein idiotischer Superheld
    Die zweite Staffel von „Iron Fist“ fängt allerdings sowohl gelungen, als auch dämlich zugleich an: Immerhin ist der vermeintliche Superheld selbst für die neuesten Konflikte überhaupt erst verantwortlich und macht mit seiner eher unfähig wirkenden Vorgehensweise fast ununterbrochen die Situation nur noch schlimmer. Das aber bringt auch ein gewisses Storypotential mit, denn dieses Mal bekommt der Zuschauer zunächst spannende Konflikte zwischen den chinesischen Triaden zu sehen und landet prompt mitten in einer eigentlich komplexen Handlung, in der der Verursacher zu schlichten versucht, dabei aber seine eigenen Fehler zwingend verschweigen muss. Angesichts dieser eigentlich guten Eingangsstory, macht die zweite Staffel von „Iron Fist“ dann aber den Fehler, selbige in eine weniger spannende Richtung zu wenden, in der die Triaden nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

    Das Problem der Kürze
    Im Grunde macht „Iron Fist“ nämlich genau das, was viele Serien heute machen: Sie teilen ihre Erzählung in zwei Hälften auf und bieten dem Zuschauer in der ersten und der zweiten Hälfte einen jeweils anderen, spannenden Gegner. Das kann aber zum Problem werden, wenn eine komplette Staffel nur noch zehn Folgen umfasst und für jeden Storyabschnitt somit nur noch jeweils fünf Folgen zur Verfügung stehen. Unter dem Strich wirkt dadurch vor allem die Handlung rund um die Triaden ein wenig unvollständig und für den Zuschauer bleiben reichlich offene Fragen dazu über, die schlicht nicht mehr beantwortet werden. Mit anderen Worten: „Iron Fist“ wirft einen Großteil seines Potentials nach der Hälfte der Staffel über Bord und fällt damit qualitativ auch im Vergleich zur ersten Staffel noch einmal ab.

    Die besseren Nebencharaktere
    Dabei hat „Iron Fist“ ja ohnehin schon seit seiner ersten Folge in der ersten Staffel ein grundlegendes Problem: Die meisten Zuschauer empfinden die Nebencharaktere als viel interessanter, als die Hauptrolle Danny Rand. Vor allem Jessica Henwick stößt dabei als Freundin auf große Gegenliebe im Publikum, macht sie nicht nur eine sympathische Figur, sondern gelingt ihr auch die Actionchoreographie umso besser. Ob nun gewollt oder nicht: Die „Iron Fist“ selbst als den schlechteren Kämpfer dastehen zu lassen, wirkt insgesamt unglaubwürdig. Kommt dann allerdings auch noch Simone Cook als Misty Knight hinzu, die wir bereits aus „Luke Cage“ kennen und sorgt für zusätzliche schlagkräftige Frauenpower, würde Danny Rand beinahe zur Nebenrolle verkommen, wenn er nicht dermaßen viel Screentime hätte. Fast wünschte man sich, die „Iron Fist“ würde endlich auf eine andere Figur über wechseln.

    Ergänzung zu Luke Cage
    Wie allerdings bei den meisten Entscheidungen bei dieser Serie, hat auch das Auftauchen von Misty Knight sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits bietet „Iron Fist“ damit umso stärkere Überschneidungen zu den anderen Marvel-Serien, allen voran „Luke Cage“. Andererseits könnte gerade diese Kombination manchem Fan besonders wenig gefallen. Immerhin war Danny Rand schon in der ersten Staffel dafür bekannt, dem Zuschauer mit ziemlich viel esoterischem Unfug auf die Nerven zu gehen. Nachdem dies anhand von „mystischer“ Kräuterheilkunde nun auch in „Luke Cage“ Einzug gefunden ist, verringert sich der etwas zu starke esoterische Touch der Serie nicht gerade. So manche an den Haaren herbeigezogene Fähigkeit erwähnter dubioser „Mächte“ wirkt dann einfach zu hanebüchen, als dass wir der zweiten Staffel von „Iron Fist“ ihre Erklärungen so recht abkaufen könnten. Schade, denn insgesamt hinkt die Serie damit weiterhin deutlich hinter „Daredevil“, „Jessica Jones“ und „The Punisher“ zurück.

    Psychologischer Tiefgang dank Nebenfiguren
    Immerhin eine Person scheint die Staffel dann einigermaßen retten und spannend machen zu können: Alice Eve, die Science-Fiction-Fans aus „Star Trek“ kennen, spielt ihre Rolle als Mary Walker nämlich herausragend und führt damit einen der interessantesten Charaktere des bisherigen Netflix-Marveluniversums ein. Als Figur mit mehreren Persönlichkeiten, gelingt es ihr fantastisch, zwischen dem freundlichen und dem gewalttätigen, bösen Charakter hin und her zu swichten. Dass sie obendrein auch noch über ähnliche Stärke verfügt, wie die „Iron Fist“ und als Privatermittlerin gegen ihn arbeitet, macht es dann umso spannender. Eigentlich hätte es der Staffel gut getan, auf Esoterik zu verzichten und die Triaden-Story mit der Figur Mary Walker zu kombinieren. Unterm dem Strich sind es also keineswegs die Darsteller, wegen denen „Iron Fist“ nicht gänzlich überzeugen kann, sondern die zweifelhaften Storyentscheidungen.

    Fazit:
    Obwohl die zweite Staffel von „Iron Fist“ mit einem interessanten neuen Gegenspieler punktet und im Ansatz eigentlich eine spannende Triaden-Story zu bieten hat, hinkt die Serie auf Grund des unglaubwürdigen esoterischen Touchs und der Tatsache, dass die Hauptfigur noch immer zu den uninteressantesten Figuren der Serie gehört, leider deutlich hinter den anderen Marvel-Serien hinterher.

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