Hunter Killer - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Hunter Killer

    Hunter Killer


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Donovan Marsh
    Darsteller:
    Gerard Butler
    Gary Oldman
    Mikael Nyqvist
    Common
    Linda Cardellini
    Toby Stephens
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    122 Minuten
    Kaufstart:
    7. März 2019
    Label:
    Concorde

    U-Boot auf gefährlicher Rettungsmission: Nachdem ein amerikanisches U-Boot nach mehreren Explosionen spurlos in russischem Gebiet verschollen ist, wird Captain Joe Glass beauftragt, das Boot ausfindig zu machen und die Situation aufzuklären. Mit einer ungewöhnlichen Laufbahn scheint er dabei perfekt für außergewöhnliche Missionen geeignet zu sein. Und genau dazu soll sich diese Rettungsmission auch entwickeln: Am Zielort angekommen, wird die Mannschaft aus unbekannten Gründen von einem russischen U-Boot beschossen und ein möglicher Krieg zwischen den beiden Weltmächten könnte kurz bevor stehen. Nur der russische Captain eines weiteren in nächster Nähe gekenterten U-Boots könnte die Lage wohl jetzt noch aufklären…

    Kritik:
    Richtig herausragende U-Boot-Thriller bekommen wir nur selten zu sehen. Der letzte dürfte inzwischen schon knapp dreißig Jahre her sein, denn vor allem „Jagd auf Roter Oktober“ begeisterte damals das Publikum. Mit ähnlichen Unterwassermanövern könnte „Hunter Killer“ wohl durchaus versuchen, in diese großen Fußstapfen treten zu wollen.

    Ein neuer kalter Krieg
    Das klappt vielleicht auf den ersten Blick schon deshalb, weil „Hunter Killer“ für einen solchen Streifen recht ungewöhnliche Wege geht. Konzentrieren sich die meisten Kriegsfilme vor allem auf Ereignisse in der Vergangenheit, wagt dieser Film anhand von realen aktuellen politischen Geschehnissen einen Blick in die Zukunft. Die Situation auf der Krim, der Syrien-Konflikt und nicht zuletzt der Ausstieg aus dem INF-Vertrag verschlechtern schließlich zunehmend das Verhältnis zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Ein erneutes internationales Wettrüsten könnte auch in der Realität eine Rolle in der Weltpolitik spielen. Und hier setzt „Hunter Killer“ glaubwürdig und spannend an: Amerikanische U-Boote kundschaften russisches Gewässer aus und verfolgen heimlich ein russisches U-Boot – bis es dabei zu einem Konflikt kommt, der aus dem neuen kalten Krieg prompt einen echten Krieg machen könnte. „Hunter Killer“ spielt also auch ein bisschen mit den Ängsten der Menschen vor einem erneuten Wettrüsten der Weltmächte und wagt realistische Prognosen.

    Versteckspiel unter Wasser
    Insgesamt macht es sich der Streifen dabei vielleicht ein bisschen zu einfach, orientiert er sich doch extrem am heutigen Zeitgeist: Der nächste Präsident der USA muss natürlich zwingend weiblich sein und bei aller Gefahr darf die Differenzierung der Lage ebenso niemals fehlen. Einerseits womöglich angesichts der realen weltpolitischen Situation erfrischend, andererseits aber sicherlich dem „Gefühl“ der aktuellen weltoffenen Generation durchaus auch gerecht werdend. So vorhersehbar „Hunter Killer“ aber an dieser Stelle wohl sein mag, so grandios setzt der Streifen wiederum die eigentliche Unterwasser-Action um. Und da braucht sich der Film nicht einmal vor Größen wie „Jagd auf Roter Oktober“ zu verstecken. Fast im Minutentakt gibt es spannende taktische Stealth-Manöver, Versteckspiele mit dem Radar und drohende Torpedoangriffe von oben. „Hunter Killer“ schafft es über lange Strecken, den Spannungsbogen enorm weit oben zu halten und die Story durch zahlreiche interessante Wendungen immer wieder aufzulockern. Damit entsteht erfreulicherweise auch keine Eintönigkeit, wenn sich Gerard Butler als Captain Joe Glass immer wieder neuen herausfordernden Situationen stellen muss.

    Differenzierende Military Fashion Show
    Da kann man an mancher Stelle sogar fast vergessen, dass „Hunter Killer“ unter dem Strich natürlich auch eine kleine Militärpräsentation der Amerikaner ist. Opulent und eindrucksvoll wird da das spektakulärste Kriegsmaterial aufgefahren, während der Captain mit seiner Crew voller Pathos während des Abtauchens die Arme verschränkt und sich dem Gefälle entgegen stellt. Hier und da mag es der Streifen vielleicht sogar ein bisschen übertreiben, wenn die Protagonisten mal wieder mit Medaillen um sich werfen und ihren patriotischen Gefühlen freien Lauf lassen. Klar ist also: Auf typischen US-Patriotismus, wie wir ihn von derartigen Hollywoodstreifen gewohnt sind, werden wir also auch hier nicht verzichten können. Und dennoch fällt gerade unter diesem Gesichtspunkt immer wieder eine positive Differenzierung auf, bei der „Hunter Killer“ auf eine Schwarz-Weiß-Darstellung des vermeintlichen Feindes verzichtet. Der Russe ist eben doch nicht nur unser Feind und die weltpolitische Lage auch in diesem Film nicht so einfach, wie sie von Konkurrenzfilmen immer wieder dargestellt wird. Insgesamt macht das den Streifen unerwartet komplex und sorgt dafür, dass er sich von den Kriegsfilmen alter Schule interessant abheben kann.

    Fazit:
    Vielleicht der beste U-Boot-Thriller seit „Jagd auf Roter Oktober“: Mit seinen überraschenden Differenzierungen, immer wieder aufregenden Wendungen und überaus spannenden taktischen Manövern fährt „Hunter Killer“ seine vollen Genregeschütze aus.

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