Fisherman’s Friends - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Fisherman’s Friends

    Fisherman’s Friends


    Land/Jahr:
    GB 2019
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Chris Foggin
    Darsteller:
    Daniel Mays
    James Purefoy
    David Hayman
    Dave Johns
    Sam Swainsbury
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    112 Minuten
    Kaufstart:
    13. Dezember 2019
    Label:
    Splendid

    Musikmanager Danny und seine Kollegen sind normalerweise den Großstadttrubel und die Anonymität Londons gewohnt. Da fällt ihnen das Benehmen an der Westküste Englands schon ein wenig schwerer und es dauert nicht lange, bis sie bei den Einheimischen peinlich auffallen. Von den Fischern rund um Jim aus dem kleinen Dorf Port Isaac in Cornwall müssen sie nämlich kurzerhand aus dem offenen Meer gefischt werden. Und zu allem Überfluss treffen die beiden Gruppen kurze Zeit später sogar erneut aufeinander: Die freiwilligen Seenotretter sind nämlich auch Sänger eines Shanty-Chors, der schon seit Jahrzehnten auf der kleinen Dorfbühne steht und Seemannslieder zum Besten gibt. Für Danny steht damit prompt fest: Diese Jungs will er unter allen Umständen unter Vertrag nehmen. Doch das ist leichter gesagt, als getan, denn die zehnköpfige, größtenteils aus alten Männern bestehende Band, die in ihrer Heimat fest verankert ist, hat gar nicht im Sinn groß raus zu kommen und ist an landesweiten Tourneen schonmal gar nicht interessiert…

    Kritik:
    Bei „Fisherman’s Friend“ denkt wahrscheinlich jeder erst einmal an die berühmten Bonbons aus der Werbung. In dem fast gleichnamigen Film geht es allerdings nicht um Hustenbonbons, sondern um eine gleichnamige Shanty-Band aus Cornwall, die im Jahre 2010 die britischen Charts erorberte und seitdem landesweit berühmt ist. Der Film versteht sich dabei als eine Art leicht fiktive Biografie und Feel-Good-Komödie zugleich.

    Biografie mit einem Hauch Fiktion
    Die britische Komödie erzählt ihre Geschichte nämlich gar nicht so sehr aus der Perspektive der Band, sondern schlüpft stattdessen in die Rolle des Entdeckers: Das soll nämlich der Musikmanager Danny sein, der hier von Daniel Mays dargestellt wird und im Rahmen eines Scherzes seines Vorgesetzten, plötzlich die schwierige Truppe unter Vertrag nehmen soll. Und obwohl es die Band im echten Leben tatsächlich gibt und der Chartserfolg durchaus so stattgefunden hat, hält sich „Fisherman’s Friends“ nicht ganz so genau an die tatsächlichen Fakten. Vor allem bei den Abläufen der Entdeckung, bei der in der Realität ein Produzent von Universal Music im Urlaub auf die Band aufmerksam wurde, weicht die Komödie nämlich deutlich von den Tatsachen ab – natürlich aus dem einfachen Grund, den Film dramaturgisch interessanter zu machen. Auf ein paar Hindernisse und am besten noch eine herzerwärmende Liebesgeschichte soll die Hauptfigur ja schließlich treffen, um das Publikum abzuholen.

    Ein Lobgesang auf das Landleben
    Bei der Darstellung der Bandmitglieder und dessen Lebens könnte „Fisherman’s Friends“ die Realität aber womöglich doch recht gut getroffen haben, denn der Film zeigt hier Figuren, wie sie so mancher Stadtmensch vielleicht beneidet, der einmal Urlaub auf dem Land in einem kleinen Dorf gemacht hat. Tatsächlich ist die Komödie nämlich ein richtiges Loblied auf das einfache, ländliche Leben, in dem andere Werte zählen, als in der anonymen Großstadt. Freundschaft, Zusammenhalt und eine überaus enge Gemeinschaft mit viel Humor sorgen für eine glaubwürdige Darstellung des Landlebens und zugleich schnell dafür, dass „Fisherman’s Friends“ zu einem echten Feel-Good-Movie wird, bei dem wir am liebsten durch den Fernseher schlüpfen und uns mit den Dorfbewohnern abends in den Pub setzen würden – aller Hindernisse zum Trotz, die Hauptfigur Danny ebenso glaubwürdigerweise überwinden muss, um das Vertrauen der Dorfbewohner als Fremder für sich zu gewinnen. Nach diesem Film aber möchte so mancher Stadtbewohner am liebsten aufs Land ziehen.

    Feel-Good-Movie durch Shanty-Songs
    Der großartige musikalische Soundtrack trägt dazu natürlich sein Übrigens bei. Wenn die zehnköpfige Band bereits in den ersten fünf Minuten auf ihrem kleinen Fischerboot anfängt, Seemannslieder zu trällern, ist das Eis beim Publikum eigentlich schon gebrochen. Die einfache, a capalla Pubmusik baut auf Anhieb das richtige Feeling auf und führt die Figuren ohne große Umschweife als in der Regel sympathische Gesellen ein, die dem Zuschauer vor allem Spaß machen sollen, selbst wenn es auch mal zu dramatischen Momenten kommt. Und es wird unterdessen wahrscheinlich auch kaum jemanden vor dem Fernseher geben, der die mitreißenden Shanty-Songs wie „John Kanaka“ oder „Drunkel Sailor“ nicht auch für zum Film passende, unterhaltsame Musik hält, die in keiner Minute jemals nervig wird. Wer sich für den Film also vor allem wegen der Band und ihrer Musik interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.

    Ein Hoch auf die Pub-Kultur
    Eigentlich gerät so mancher Kern der Handlung dabei sogar in den Hintergrund, wenn wir einfach nur Sympathien für die kauzigen Sänger entwickeln und uns doch primär für ihr einfaches, aber durch Vereine und Pubabende fest im Dorf veranktertes Leben interessieren. Tatsächlich aber soll es bei der Story auch um zwei andere Dinge gehen, die schon fast klischeehaft obligatorisch bei dieser Geschichte eingebaut wurden: Die Liebesgeschichte zu einer Dorfbewohnerin, die die Hauptfigur – wie vorhersehbar – erkennen lässt, was wahren Wert im Leben bedeutet. Und, der wesentlich interessantere Punkt: Die Kritik an der Musikindustrie, die den Draht zum einfachen Bürger längst verloren hat. Eine Industrie, die bei allem Kommerz und Charts-Erfolgen schon lange vergessen hat, dass manch einfache Coverband am Wochenende die Pubs und Kneipen füllt und dabei glücklichere Gesichter zurücklässt, als das 100 Euro Wucher-Konzert in der größten Arena. „Fisherman’s Friends“ erinnert uns daran und lässt genau dieses Lebensgefühl und diesen Sinn für die Kultur des einfachen Mannes wieder aufleben.

    Fazit:
    Ein Feel-Good-Movie voller mitreißender Seemannslieder, das ein Loblied auf das einfache Dorfleben sein möchte und dem Zuschauer den wahren Wert des Lebens vermitteln will. Heraus kommt eine spaßige Komödie mit leichtem britischem Humor und eine Hommage an die Pub-Kultur.

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