Emerald City: Die dunkle Welt von Oz - Kritik – Virtual DVD Magazine
  • Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    Emerald City: Die dunkle Welt von Oz

    Emerald City: Die dunkle Welt von Oz


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    Adria Arjona
    Oliver Jackson-Cohen
    Ana Ularu
    Mido Hamada
    Gerran Howell
    Vincent D'Onofrio
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    424 Minuten
    Kaufstart:
    4. Oktober 2019
    Label:
    Capelight

    Die junge Krankenschwester Dorothy hat ihre Mutter nie wirklich kennengelernt. Doch heute, nach zwanzig Jahren, erhält sie endlich ein ersters Lebenszeichen von ihr und sieht die Chance, die eigene Mutter endlich kennenzulernen. Dazu soll es allerdings so schnell nicht kommen, als sie auf dem Weg plötzlich in einen heftigen Tornado gerät. In einen Polizeiwagen gerettet, kann sie ihren Augen kaum trauen, als sie wieder zu Bewusstsein kommt: Die Welt, in der sie aufgewacht ist, scheint nicht mehr dieselbe zu sein. Sie befindet sich inmitten der dunklen Welt des Zauberers von Oz, eine Welt voller Magie und Königreiche, die um die Vorherrschaft kämpfen. Nur der Zauberer höchstpersönlich scheint in der Lage zu sein, sie in die Realität zurückzuschicken. Doch auf dem schwierigen Weg durch das magische Land erkennt sie schon bald, dass ihr Schicksal tief mit der Welt von Oz verbunden zu sein scheint…

    Kritik:
    Der Zauberer von Oz: Eine Kindergeschichte, die mittlerweile schon über hundert Jahre auf dem Buckel ist. Einst als Kinderbuch erschienen, folgte bereits im Jahre 1939 die erste Verfilmung des Stoffs. Und noch heute erfreut sich die faszinierende Geschichte immer wieder spannender Neuauflagen, die den Fantasyfan begeistern. Und eigentlich gab die Geschichte schon immer genügend Stoff her, dass sie sich geradezu perfekt für eine Serienumsetzung eignet.

    Ein schwieriger Start
    Eigentlich, denn die auf dem „Zauberer von Oz“ basierende Serie „Emerald City“ stand schon während ihrer Produktion unter keinem guten Stern. Die Produktionsschwierigkeiten waren anfänglich dermaßen schwierig, dass es zwischenzeitlich sogar schon während der ersten Staffel zu einer Einstellung des Projekts kam. Die Staffel dann trotzdem noch zu Ende gebracht, stand die Entscheidung des auftraggebenden Senders schnell fest: Eine weitere Staffel soll es nicht geben. Doch hat das tatsächlich Auswirkungen auf die Qualität der Serie oder dürfte das Publikum nach der Sichtung der ersten Staffel wohl enttäuscht sein, dass es nie eine Fortsetzung geben wird? An den Hauptfiguren jedenfalls soll es nicht liegen, denn Adria Arjona begleitet uns als Dorothy überzeugend in die geheimnisvolle Welt von Oz und bietet von der ersten Minute an eine emotional glaubwürdige Identifikationsfigur, die einen schnellen Einstieg ermöglicht.

    Mittelalter statt Fantasy
    Trotzdem möchte „Emerald City“ auch nach der vollständigen Sichtung der Staffel nicht gänzlich überzeugen – vor allem, wenn wir rückblickend auf frühere Umsetzungen der Geschichte blicken, etwa der Verfilmung von Disney. Zur Enttäuschung so manches Fantasyfans erinnert uns die Serie eher an ein mittelalterliches Abenteuer, denn an eine magische und fantasievolle Fantasyserie. Ein bisschen zu kurz kommen die faszinierenden Momente, in denen Dorothy ihren Augen nicht trauen und die Faszination für das Unbekannte sich voll entfalten kann. Etwas zu häufig reiten da die Ritter und Soldaten zu Pferd durch die Wälder und schwingen die Schwerter, statt dem Zauber eines Zauberers von Oz auch nur einigermaßen gerecht zu werden. Ganz zu schweigen davon, dass Vincent D’Onofrio, den viele zuletzt als Wilson Fisk in „Daredevil“ gesehen haben, als bärtiger Zauberer ohne glaubwürdiges Durchsetzungsvermögen nicht so recht überzeugen kann.

    Moderne trifft Steampunk
    Und doch schafft es „Emerald City“ doch immer wieder, den Fantasyfan trotzdem am Ball zu halten und gelegentlich seine Stärken unter Beweis zu stellen. Allen voran die neuartige Steampunk-Version des klassischen „Zinnmannes“, der heute etwas gruseliger als Mensch-Maschine-Konstrukt mit einem mechanischen Herz daher kommt, kann die Faszination des Genrefans wecken. Ebenso das dazugehörige Königreich mit seiner maskierten Prinzessin, auf dessen Enttarnung wir so sehnsüchtig warten und dessen Palast uns doch entfernt an das Videospiel „Dishonored“ erinnern mag. Generell hat dieser Mix durchaus seinen Reiz, denn „Emerald City“ vermischt die moderne Gegenwart mit der Fantasiewelt von Oz und packt noch ein bisschen Steampunk mitsamt fliegender Kurbeldrohnen oben drauf. Magie auf der einen Seite und Schusswaffen auf der anderen sorgen schließlich dafür, dass wir am Ende der Staffel liebendgern Lust darauf hätten, diese in ihren Ansätzen durchaus spannende Welt weiter zu erkunden. Immerhin findet die Serie mit dieser Staffel aber auch einen halbwegs zufriedenstellenden Abschluss, bei dem der Cliffhanger nicht zu sehr schmerzt.

    Fazit:
    Ob es sich angesichts der Tatsache, dass „Emerald City“ nach einer Staffel längst abgesetzt wurde, für den Fantasyfan noch lohnt hier neu einzusteigen, ist wohl eine Frage, bei der sich die Geister scheiden werden. Grundsätzlich aber entwickelt die Serie einen durchaus faszinierenden Mix aus Steampunk, Magie und Moderne, die trotz diverser Schwächen zumindest Lust gemacht hätte, die Serie forzusetzen.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..