El Camino - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    El Camino

    El Camino


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Vince Gilligan
    Darsteller:
    Aaron Paul
    Charles Baker
    Jonathan Banks
    Matt L. Jones
    Larry Hankin
    Krysten Ritter
    Bryan Cranston
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    122 Minuten
    Kaufstart:
    Netflix:
    11. Oktober 2019
    Label:
    Netflix

    Auch die erfolgreichste Verbrecherlaufbahn hat irgendwann ein Ende: Von der Polizei gesucht und gerade erst vor dem Soziopathen Todd, der ihn in einem Käfig einsperrte, um ihn zum Kochen von Crystal Meth zu zwingen geflohen, scheint die Lage für den Drogendealer Jesse Pinkman beinahe aussichtslos zu sein. Nur an eine Sache erinnert er sich: Der Auftragskiller Mike Ehrmantraut riet ihm einst, ein neues Leben in Alaska zu beginnen und sich mithilfe eines mysteriösen Staubsaugerverkäufers eine neue Identität zu beschaffen. Das aber ist gar nicht so leicht wie gedacht, denn eine neue Identität kostet ganz schön viel Kohle – und die muss er ausgerechnet im ehemaligen Apartment von Todd beschaffen, wo weitere Widersacher nicht lange auf ihn warten werden…

    Kritik:
    Die Geschichte rund um Walter White in „Breaking Bad“ ist eigentlich seit inzwischen sechs Jahren auserzählt – denkt man. Seitdem wurden Fans lediglich mit dem Spin-Off „Better Call Saul“ beglückt, in dem die Vorgeschichte rund um den korrupten Anwalt erzählt wird, die ein wenig trockener und juristischer anmutet. Allerdings gibt es da auch noch eine weitere Figur, dessen Story noch nicht ganz zu Ende ist: Jesse Pinkman.

    Tote kochen kein Meth
    Der auf „Breaking Bad“-basierende Film „El Camino“ dreht sich also genau um diese zweite Hauptfigur. Den manchmal etwas nervigen und leicht trotteligen Drogendealer, der gemeinsam mit dem Chemielehrer Walter „Heisenberg“ White einst besonders reines, blaues Crystal Meth unter die Leute brachte und damit aufflog. Ein bisschen Enttäuschung mag es da auf den ersten Blick natürlich für Fans geben: Dadurch, dass „El Camino“ natürlich kein Remake ist, sind die Zeiten der Drogenherstellung und des Meth-Kochens längst vorbei. Und auch die Geschichte ist im Prinzip ziemlich simpel: Bei der Polizei aufgeflogen und Monate, nachdem sein ehemaliger Komplize sich längst abgesetzt hat, geht es nur noch um eines: Die dramatische und nervenaufreibende Flucht. Das ist actionreich, hat aber bei weitem nicht mehr die Komplexität und Intensität der damaligen Serie.

    Jesse Pinkman im Alleingang
    Interessant wird „El Camino“ allerdings bei der Charakterdarstellung von Aaron Paul, der hier definitiv beweisen darf, dass er auch in der Lage ist, eine wandlungsfähige Figur zu spielen. Aus dem nervigen Gangster ist nämlich längst ein verzweifelter und psychisch zerstörter bärtiger Typ geworden, der den Ernst der Lage erkannt hat. Man sieht ihm die charakterische Veränderung ziemlich deutlich an und kauft Aaron Paul die psychologische Entwicklung seiner Figur jederzeit ab. Trotzdem erkennen wir den alten Jesse Pinkman durch typische Verhaltensmuster und nicht immer ganz intelligentes Verhalten jederzeit wieder. Aaron Paul gelingt es also, beide Charaktermerkmale hervorragend zu vereinen. Wobei man an der Stelle zugeben muss: Steht Jesse Pinkman einmal so sehr im Fokus und ist nicht mehr nur Komplize von Walter White, der einst im Kern der Handlung stand, wird sein manchmal etwas zu idiotisches Verhalten auch zu einem Problem, das den ein oder anderen Aussetzer in den Spannungsbogen bringt.

    Vor allem Fanservice
    Fans können über diese Kleinigkeit aber schnell hinwegsehen, denn „El Camino“ ist zu einem gewissen Maße natürlich auch Fanservice. Einfach nochmal zahlreiche Charaktere in kleinen Rückblenden wiedersehen und alte Figuren noch einmal auftauchen lassen – das macht die langjährigen Fans meistens schnell glücklich. Das bedeutet aber auch: In den meisten Fällen macht es wenig Sinn, sich „El Camino“ anzusehen, ohne die dazugehörige Serie vollständig gesehen zu haben. Die Geschichte setzt schließlich nahtlos dort an, wo „Breaking Bad“ einst beendet wurde und die meisten der zahlreichen Rückblenden – vom Zusammentreffen mit Mike Ehrmantraut bis hin zu einigen Szenen mit seiner damals an einer Überdosis verstorbenen Freundin Jane – würden Neulinge wahrscheinlich überhaupt nicht verstehen. Mit Erklärungen hält sich „El Camino“ überdies ziemlich zurück: Auf die Ereignisse in der Serie geht der Film nämlich nur so spärlich ein, dass der Streifen für Nicht-Fans insgesamt recht aus dem Kontext gerissen wirkt. Fans allerdings werden ihre Freude haben.

    Fazit:
    Fanservice für Fans von „Breaking Bad“: Der fortsetzende Film knüpft nahtlos an das Ende der Serie an und zeigt uns die weitere Geschichte von Jesse Pinkman auf der Flucht vor der Polizei und einem Soziopathen. Da „El Camino“ jedoch einige Vorkenntnisse aus der Serie benötigt, richtet sich der Streifen vorwiegend an Fans der Serie und könnte Neulinge leicht überfordern.

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