Eine Reihe betrüblicher Ereignisse: Staffel 3 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Eine Reihe betrüblicher Ereignisse: Staffel 3

    Eine Reihe betrüblicher Ereignisse: Staffel 3


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Jonathan Teplitzky
    Liza Johnson
    Barry Sonnenfeld
    Bo Welch
    Darsteller:
    Neil Patrick Harris
    Patrick Warbourton
    Malina Weissman
    Louis Hynes
    Presley Smith
    Lucy Punch
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    326 Minuten
    Kaufstart:
    Netflix:
    1. Januar 2019
    Label:
    Netflix

    Die jungen Geschwister Klaus, Violet und Sunny Baudelaire haben schon ziemliche Strapazen hinter sich, seit ihre Eltern bei einem Brand qualvoll ums Leben kamen. Ohne feste Unterkunft und auf der stetigen Suche nach einem neuen Vormund, befinden sie sich vor allem auf der Flucht zu immer haarsträubenderen Orten. Immerhin sind der bösartige Graf Olaf und seine Handlanger noch immer hinter den Dreien her, um sich endgültig das langersehnte Erbe der Kinder unter den Nagel zu reißen. Und Hilfe von anderen Erwachsenen haben sie derweil nicht zu erwarten, können die schließlich kaum das Offensichtliche vor ihren eigenen Augen erkennen. Der einzige Ausweg scheint da die Geheimorganisation der FF zu sein, in der einst auch ihre Eltern Mitglied waren und dessen Geheimnis es endlich zu lüften gilt…

    Kritik:
    Ein bisschen verrückt mutet es ja auch in der dritten Staffel noch an, vom Erzähler Lemony Snicket zum Beginn von „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ aufgefordert zu werden, auf keinen Fall diese Serie anzusehen. Dem Zuschauer wird sogar unterstellt, völlig einen an der Waffel zu haben, wenn man in der nun dritten, finalen Staffel auch weiterhin nicht davon absehen kann, diese schreckliche Serie voller Leid und Elend weiter zu verfolgen. Vielleicht nicht nur deshalb, weil uns die Hoffnung auf ein Happy End bereits im Introsong der Serie genommen wird, sondern auch weil die hier zu sehende Geschichte ganz bewusst immer abwegiger wird.

    Sieh (immer noch) nicht hin!
    Die nun mehr dritte Staffel hält an ihren Grundprinzipien der Serie nämlich prinzipiell fest: Sie möchte sich so nah wie möglich an die Originalvorlage von Lemony Snicket halten und die Geschichte auch in dem gleichen Umfang erzählen. Abgesehen vom endgültigen Serienende erzählt man dabei jeweils einen Band der Buchreihe in einer recht umfangreichen Doppelfolge. Und nun, da sich die Handlung dem Ende neigt, dürfen wir uns auf noch verrücktere Orte freuen, in denen wir etwa auf den finsteren Fels, die grimmige Grotte und das haarsträubende Hotel stoßen, wo die Macher der Serie wieder einmal ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Trotzdem allerdings – und das wird in der mittlerweile dritten Staffel umso mehr deutlich -, ist „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ seit je her eine Serie gewesen, die sicherlich auch Geschmackssache ist. Auf den außergewöhnlich ironischen und sarkastischen Stil muss man sich schon einlassen können und dabei gibt es in der Regel nur zwei Optionen: Die einen lieben die Genialität der Serie, andere wiederum können mit ihr rein gar nichts anfangen.

    Aufbruch der Erzählmuster
    Dabei ist es bei genauerer Betrachtung durchaus gut, dass „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ mit der Erzählung der letzten vier Bänder der Buchreihe nun auch in Serienform endlich ihr Ende findet. Problematisch war schließlich bereits in der vorherigen Staffel das repetitive Erzählmuster, bei dem sich gewisse Handlungen wie bei einem Running Gag regelmäßig wiederholen. Die Grundstory blieb schließlich stets dieselbe: Graf Olaf setzte mit zahlreichen Verkleidungen alles daran, die Kinder einzufangen und wurde dabei von der erwachsenen Außenwelt in der Regel nicht mit seiner wahren Identität erkannt, obwohl das idiotischerweise völlig offensichtlich hätte sein müssen. Mit eben diesem Muster konnte „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ zwischendurch allerdings auch ein bisschen zäh werden und manchen Zuschauer damit langweilen, dass der Verlauf einer jeden Doppelfolge mehr oder weniger vorauszusehen war. Hier ist die letzte Staffel aber klar im Vorteil: Wenn sich die Baudelaire-Kinder dem Geheimnis der Geheimorganisation widmen, wird das bisherige Muster zumindest in Teilen ein wenig aufgebrochen.

    Freude an Absurditäten
    Das hat allerdings nicht nur Vorteile, wird der finale Verlauf der Geschichte nämlich immer abstruser und zunehmend abwegiger. Man darf schließlich an der Stelle nicht vergessen: Das Kürzel „FF“ der Geheimorganisation steht schließlich für Freiwillige Feuerwehr und dass ausgerechnet diese über mutige Geheimagenten verfügt, die an den mysteriösesten Orten zu finden sind, scheint doch ein wenig absurd. Ohne an dieser Stelle allzu viel spoilern zu wollen: Man darf sich – das dürfte bei „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ vollkommen klar sein – nicht auf ein tatsächlich Sinn bringendes oder gar logisches Ende freuen, sondern muss sich schon darauf einstellen können, dass hier eine Absurdität und Kuriosität auf die andere folgt. Und vielleicht, so wird der ein oder andere Zuschauer wahrscheinlich feststellen, schießt die Serie vor allem in den letzten drei Folgen ziemlich über sein Ziel hinaus. Aber zumindest kann man sich an dieser Stelle dann nicht mehr über mangelnde Abwechslung beschweren.

    Opulentes Fantasywerk
    Ganz so schlimm muss das aber gar nicht sein, denn das Highlight der Serie war noch nie die verrückte Story, sondern viel mehr das geniale Design der Kostüme und Kulissen, die den Spaß an der Kuriosität erst wecken. Und da kann natürlich auch die finale dritte Staffel wieder punkten und überzeugt vielleicht sogar noch einen Tick mehr, als die vorherigen Staffeln. Vor allem, wenn wir in der zweiten Doppelfolge auf eine abenteuerliche Unterwassermission stoßen, bei der Graf Olaf in einem Tintenfisch-förmigen U-Boot auf die Jagd nach den drei Kindern geht und die Tentakeln für ein ausgesprochen gutes „Creature Design“ sprechen, das der Serie einen düsteren Fantasy-Touch verleiht, ist selbst die abwegigste Handlung schnell vergessen. Zuschauer, die nämlich das opulente Fantasyszenario am liebsten mögen, kommen hier ganz schnell voll auf ihre Kosten und werden von der letzten Staffel schlicht begeistert sein. Und da wird dann auch die wilde Verwechslungskomödie des vorletzten Kapitels schlussendlich keine Ausnahme darstellen. Insofern: „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ bekommt mit der dritten Staffel einen würdigen Abschluss – wird aber damit auch zum genau richtigen Zeitpunkt beendet.

    Fazit:
    Mit seinen beeindruckenden Fantasykulissen und den grandiosen Kuriositäten bekommt „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ einen würdigen Serienabschluss. Doch während der Aufbruch der repetitiven Erzählmuster hierbei endlich für mehr Abwechslung sorgt, wird die zunehmend abwegiger werdende Handlung allerdings auch zum rechten Zeitpunkt beendet.

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