Doctor Who – Staffel 10 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Doctor Who – Staffel 10

    Doctor Who – Staffel 10


    Land/Jahr:
    GB 2017
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Lawrence Gough
    Bill Anderson
    Charles Palmer
    Daniel Nettheim
    Wayne Yip
    Rachel Talalay
    Darsteller:
    Peter Capaldi
    Pearl Mackie
    Matt Lucas
    David Bradley
    Michelle Gomez
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    620 Minuten
    Kaufstart:
    22. Februar 2018
    Label:
    Polyband

    Gerade erst den mysteriösen Nardole wieder zusammengesetzt, hat der Doktor mit einer schweren Last zu kämpfen. Die nächsten tausend Jahre wird er gezwungen, in einer Universität auszuharren, um dort einen riesigen, geheimnisvollen Tresor zu bewachen. Denn auf keinen Fall darf die Gestalt im Innern jemals aus dieser Sicherheitsverwahrung entkommen. Der Abenteuerlust des Zeitreisenden soll das allerdings nicht im Wege stehen, denn die Tardis – eine blaue Telefonzelle, mit der er durch Raum und Zeit reisen kann – steht gleich in der Ecke seines Büros und mit einer Zeitmaschine kann man bekanntlich wieder zurück sein, ehe man überhaupt verschwunden ist. Ganz zum Missfallen von Nardole, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Doktor an seine Verpflichtungen zu erinnern – und der wegen seines ängstlichen Charakters so gar keine Lust auf die gefährlichen Reisen des Doktors hat. Denn dort wo er sich herumtreibt, ist der Tod häufig nicht allzu weit. Ein Glück, kann er dieses Mal gleich noch ein paar weitere Begleiter in seiner Tardis versammeln…

    Kritik:
    Drei Jahre sind vergangen und schon geht eine weitere Ära zu Ende. Mittlerweile zum dreizehnten Mal soll der Doktor regenerieren und seine Serie in der nächsten Staffel mit einem neuen Hauptdarsteller fortgesetzt werden. Bis dahin allerdings dürfen sich Fans noch einmal auf dreizehn spannende Folgen mit Peter Capaldi freuen, in denen er erneut zeigen kann, wieso er nach David Tennant und Matt Smith ein ebenso würdiger Doktor ist.

    Aufsprung auf den Hype-Train
    Bevor die Staffel allerdings richtig startet, darf natürlich auch das traditionelle Weihnachtsspecial nicht fehlen, das sein Publikum zwischen den Staffeln 9 und 10 begeistern konnte und in dieser Zeit für eine Überbrückung der Wartezeit zwischen den Staffeln sorgte. Eingefleischte „Whovians“, wie sich Fans der Serie nennen, wissen aber natürlich schon: Ein solches Special ist immer ein wenig eigen, was einerseits an den merkwürdig anmutenden Handlungen liegt, aber andererseits auch an den beinahe obligatorischen Alieninvasionen. Und wenn man außergewöhnliche Dinge ausprobieren kann, lassen es sich die Autoren natürlich auch nicht nehmen, auf einen wahren Trendzug aufzuspringen. „Doctor Who“ also zum ersten Mal mit einer Comicserie zu kreuzen, war dementsprechend nur naheliegend. So richtig ins Franchise passen will es aber wohl nicht, wenn der Doktor plötzlich auf sowas wie einen „Superman“-Verschnitt stößt, mit dem man offenbar auch etwas vom Marvel-Kuchen ergattern möchte. Ein Glück, kehrt die Serie gleich danach wieder zu alten Qualitäten zurück.

    Auf den Spuren von Moby Dick
    Danach nämlich geht es ganz klassisch mit einem spannenden Wechsel zwischen verschiedenen Szenarien weiter, wie wir ihn bereits aus den vorherigen neun Staffeln nur zu gut kennen. Mal in die Zukunft, mal in die Gegenwart und dann auch mal in die Vergangenheit – für den Doktor und seine Tardis gibt es schließlich keinerlei Hindernisse und auch Staffel 10 von „Doctor Who“ bekommt freie Bahn, sich mit reichlich Abwechslung einmal so richtig auszutoben. Da lässt man es sich auch nicht nehmen, gerne einmal zwischen spannenden Science-Fiction-Handlungen und aufregenden Fantasyabenteuern hin und her zu wechseln. Etwa dann, wenn Peter Capaldi in der Rolle des Doktors zwar ausnahmsweise einmal nicht auf berühmte Personen der Vergangenheit stößt, sich dafür aber umso mehr von den guten alten „Moby Dick“-Geschichten inspirieren lässt. Warum nicht einfach mal den großen Wal zu einer riesigen außerirdischen Unterwasserkreatur machen? In „Doctor Who“ ist alles möglich – und dafür lieben Fans diese Serie.

    Zeit – alles nur wibbly-wobbly
    Seine besonderen Stärken kann die neueste Staffel aber einmal mehr bei ihren waschechten Science-Fiction-Stories entfalten, die vorzugsweise natürlich in der Zukunft angesiedelt sind. Immerhin kann man die Zielgruppe der Sci-Fi-Fans schließlich mit eben solchen Szenarien am besten begeistern. Da kann ein kritischer Blick auf moderne und zukünftige Technologien, mit dem man beinahe „Black Mirror“ Konkurrenz machen könnte, ebenso gelungen sein, wie ein optisch anspruchsvoller Ausflug auf eine Raumstation, auf der die Raumanzüge ihre eigenen Träger attackieren. Und dabei beinahe schon ungewöhnlich für die heutige Zeit: „Doctor Who“ hält noch immer am guten alten Episodenformat fest, das es ermöglicht, auch später noch einmal einzelne Folgen einfach zu wiederholen. Und trotzdem gelang es Steven Moffat, der neuen Staffel einen durchgehenden roten Faden zu verpassen. Ganz so komplex, wie etwa die damalige Storyline um River Song wird es nun allerdings nicht mehr.

    Es wird voll in der Tardis
    Allzu verwunderlich ist das natürlich nicht, denn Staffel 10 nutzt seine dreizehn Folgen doch überwiegend dafür, gänzlich neue Charaktere einzuführen. Mit Bill Potts und Nardole hat der Doktor nun immerhin gleich zwei neue Begleiter an seiner Seite, an die sich das Publikum zunächst einmal gewöhnen muss. Anfangs scheint dies vor allem bei Nardole noch ein wenig schwieriger zu sein, verfügt er nämlich über einige spezielle Eigenheiten. Im späteren Verlauf gelingt es ihm dann aber sogar, der eigentlichen Begleiterin Bill endgültig die Show zu stehlen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mit Nardole zugleich auch einer der interessantesten Charaktere der vergangenen zehn Jahre eingeführt wird: Einen Begleiter an seiner Seite zu haben, der ihn eigentlich gar nicht begleiten, sondern von seinen Abenteuern abhalten möchte, ist auch für den Doktor sicherlich eine neue Erfahrung. Das ist aber nicht nur eine innovative Idee, sondern verbirgt zugleich auch großes Humorpotential, das die beiden mit ihren teilweise genialen und sarkastischen Wortwitzen nur allzu gerne ausleben. Ein bisschen erinnern die beiden vielleicht sogar an Spock und Dr. McCoy aus der originalen Star Trek-Serie – aber auch nur ein bisschen.

    Feminismus mit dem Holzhammer
    Auf der anderen Seite hat Bill allerdings auch ein grundlegendes Problem, mit dem sie selbst langfristig Nardole zum sympathischeren Charakter erhebt. Spätestens seitdem bekannt wurde, dass der Nachfolger von Peter Capaldi schließlich eine Frau werden soll, ist politische Korrektheit natürlich auch in „Doctor Who“ ein großes Thema. Dementsprechend lässt es sich Staffel 10 nur selten nehmen, Feminismus, Homosexualität und Rassismus zu einem wichtigen Thema zu machen. Gefühlt in jeder zweiten Folge weist Bill folglich darauf hin, dass sie ausschließlich auf Frauen steht und wenn das gerade einmal nicht das Thema ist, geht es um ihre schwarze Hautfarbe. Das allerdings kann zwischenzeitlich ganz gewaltig nerven. Der langjährige Whovian mag sich an der Stelle nicht zuletzt wohl auch fragen, wozu hierfür die Notwendigkeit besteht. Man könnte fast meinen, die Serie hätte solch geniale Charaktere wie Captain Jack Harkness, Madame Vastra, Jenny, Mickey oder Martha vergessen. Damit gab es schon vor Jahren mehr als genügend schwarze und homosexuelle Charaktere in „Doctor Who“ – eine große Sache war das damals allerdings nicht. Selbst im Jahre 1966 gab es in der Classic Serie mit Oliver Harper sogar bereits den ersten schwulen Begleiter. Diese Thematik allerdings ständig mit der Holzhammermethode einzubauen, wirkt aufgesetzt und wie ein Rückschritt – denn „Doctor Who“ degradiert Homosexualität durch das ständige Hinweisen auf dessen Besonderheit zu etwas Abnormalem, was es in früheren Staffeln nie war. Und das geht am eigentlichen Ziel mit Sicherheit völlig vorbei.

    Fazit:
    Mit gleich drei erstklassigen Begleitern geht Peter Capaldi in seine letzte Staffel und darf uns dabei wieder auf spannende Abenteuer durch Raum und Zeit mitnehmen. Doch während die aufregenden Geschichten um Wissenschaft, Außerirdische und Killerroboter noch immer bestens fesseln können, übertreibt es die neueste Staffel ein klein wenig mit ihrer politischen Korrektheit.

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