Doctor Who: Die Rache der Cybermen - Kritik – Virtual DVD Magazine
  • Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    Doctor Who: Die Rache der Cybermen

    Doctor Who: Die Rache der Cybermen


    Land/Jahr:
    GB 1975
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Michael E. Briant
    Darsteller:
    Tom Baker
    Elisabeth Sladen
    Harry Sullivan
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    96 Minuten
    Kaufstart:
    26. April 2019
    Label:
    Pandastorm

    Der Doktor und seine beiden Begleiter Sarah Jane Smith und Harry landen plötzlich auf der Raumstation Nerva in der Nähe des Planeten Voga. Auf der Suche nach ihrer in der Zeit verschollenen Tardis stoßen sie dort auf eine mysteriöse tödliche Seuche, von der die Mannschaft der Station seit geraumer Zeit heimgesucht wird. Schnell vermutet der Doktor, dass hinter diesem heimtückischen Angriff die Cybermen stecken, die unter allen Umständen den für sie bedrohlichen Planeten Voga mit seinem ausgesprochen großen Goldvorkommen vernichten wollen. Dumm nur, dass sie dafür ausgerechnet den Doktor als menschliche Bombe missbrauchen…

    Kritik:
    Bei der Veröffentlichung der klassischen alten „Doctor Who“-Abenteuer wählt Pandastorm eine rückwärts verlaufende Reihenfolge: Nach zahlreichen Abenteuern des fünften, sechsten und siebten Doktors dürfen sich Fans der kultigen britischen Science-Fiction-Serie mit „Die Rache der Cybermen“ nun erstmals auf einen Handlungsstrang mit Tom Baker als vierter Doktor freuen – womit wir zugleich vier Episoden aus dem Jahre 1975 zu sehen bekommen.

    Die goldene Ära des Doktors
    Unter Kennern gilt die Zeit des vierten Doktors allerdings auch als die „goldene Ära von Doctor Who“, schließlich gelangen der Serie zu dem damaligen Zeitpunkt mit 10 Millionen Zuschauern problemlos Zuschauerrekorde. Das lag nicht nur daran, dass Showrunner Philip Hinchcliff der Serie einen etwas brutaleren und düstereren Touch verlieh, sondern vor allem auch an der Hauptrolle Tom Baker, der noch bis heute als einer der besten Doktoren gilt. Kein Wunder, gelingt schließlich auch Quereinsteigern, die die vorherigen vier (in Deutschland noch nicht veröffentlichten) Handlungsstränge des vierten Doktors noch nicht gesehen haben, ein schneller Einstieg, bei dem Tom Baker große Sympathiepunkte erlangen kann. Mit einem insgesamt einzigartigen Charakter, seinem trockenen Humor und einem psychopathisch anmutenden Grinsen ist Baker nämlich ein kantiger Charakter mit hohem Wiedererkennungswert, der schlussendlich wohl auch für die erinnerungswürdigsten Dialoge sorgte. So manchem dürfte eine gewisse Vorliebe für Jelly Babies, dessen Ursache bei Tom Baker zu finden ist, unter Doctor Who-Fans sicherlich bereits aufgefallen sein.

    Die Anfänge der Sarah Jane
    Interessant ist „Die Rache der Cybermen“ allerdings auch für jene interessierte Fans, die erst vor kurzem die ersten deutschsprachigen Episoden von „The Sarah Jane Adventures“ erworben haben und sich dabei über die kindgerechten Abenteuer freuen. An der Seite von Tom Baker sehen wir in diesem Handlungsstrang schließlich niemand geringeres als Sarah Jane Smith mit Elisabeth Sladen als Originalbesetzung, die in den 70iger Jahren noch um einiges jünger war, als im deutlich später gedrehten Spin-Off „The Sarah Jane Adventures“. Mit ihren intelligenten Vorschlägen und dem selbstsicheren Auftreten wird dabei wohl den meisten Zuschauern klar, warum ausgerechnet diese Begleiterin eine so hohe Beliebtheit genoss, dass sich die BBC am Ende sogar entschied, ihr eine eigene Serie zu ermöglichen. Auf Kultfiguren wie etwa den legendären Roboterhund K-9 müssen wir in „Die Rache der Cybermen“ zwar verzichten, aber angesichts der durchaus etwas gewalthaltigen Episoden lässt sich das sicherlich verschmerzen.

    Der Hang zur Einfachheit
    Dass „Die Rache der Cybermen“ trotzdem nicht in jeder Hinsicht zünden möchte, liegt somit also in keinster Weise an den großartigen Darstellern, die vom humorvollen Tom Baker bis hin zur kultigen Sarah Jane mehr als nur solide Leistungen abliefern. Es ist viel mehr die mangelnde Tiefe der hier vorliegenden Story, die den gesamten Handlungsstrang in Ermangelung von Komplexität etwas blass erscheinen lässt. Inhaltlich sind die vier Episoden schließlich so dermaßen simpel gehalten, dass man sie vermutlich auch in einer einzigen Folge hätte erzählen können. Neben den recht einfach erzählten Abwehrversuchen gegen eine Vernichtungsaktion, bekommen wir lediglich einen kleinen Einblick in eine fremde Zivilisation, deren Darstellung viel mehr Potential gehabt hätte, als „Die Rache der Cybermen“ am Ende nutzt. Einerseits, weil die Mimik der außerirdischen Figuren unter den dicken steifen Masken viel zu sehr verschwindet, um nachvollziehbare Emotionen ausdrücken zu können. Andererseits aber auch, weil die hier bei einem „Planeten aus Gold“ wie auf dem Silbertablett servierte Kapitalismuskritik nicht im Geringsten aufgegriffen wird. Und das, obwohl bereits einzelne Dialoge die Möglichkeit geradezu angeboten hätten, die Voganer zu einem interessanten Volk wie die Ferengi aus „Star Trek“ auszubauen. Von dieser Tiefe allerdings war das klassische Doctor Who leider zu jedem Zeitpunkt weit entfernt.

    Fazit:
    Mit Tom Baker bekommt nun auch das deutsche Publikum erstmals einen humorvollen Einblick in die Abenteuer des seinerzeit wohl beliebtesten Doktors, der die Kultserie zugleich in seine „goldene Ära“ führte. Während es dem Handlungsstrang allerdings an inhaltlichem Tiefgang fehlt, punkten die dominierenden Figuren mit hohem Widererkennungswert.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..