Disenchantment – Teil 2 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Disenchantment – Teil 2

    Disenchantment – Teil 2


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Zeichentrick
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    -
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    255 Minuten
    Kaufstart:
    Netflix:
    20. September 2019
    Label:
    Netflix

    Nachdem Prinzessin Bean ihre Mutter mit dem Lebenselixier wieder ins Leben zurück gerufen hat, soll sie ihre Tat schon bald bereuen: Nicht nur, dass ihr bester Freund Elfo deshalb nun nicht mehr unter ihnen weilt – auch ihre wiederbelebte Mutter stellt sich als skrupellose Verräterin heraus. Das gesamte Königreich Dreamland von ihrer Mutter erst einmal zu Stein verwandelt, möchte Bean gemeinsam mit dem Dämonen Luci fortan alles daran setzen, Elfo und das Königreich ebenfalls wieder zum Leben zu erwecken. Dumm nur, dass das leichter gesagt als getan ist: Dafür müssen die beiden nämlich im wahrsten Sinne in die Hölle fahren…

    Kritik:
    Seit mehr als dreißig Staffeln läuft inzwischen die Kultserie „Die Simpsons“ von Matt Groening und erfreut noch heute zahlreiche Fans. Doch manchmal ist es einfach Zeit, etwas komplett Neues zu beginnen. Im bekannten Stil, aber trotzdem in einem anderen Genre verordnet, widmet sich Groening nun erstmals nicht nur einer Netflix-Produktion, sondern auch einer Fantasyserie – und die ist bei Kennern vielleicht jetzt schon Kult.

    Die Handschrift von Matt Groening
    Erfolgreich ist sie schließlich schon seit dem vergangenen Jahr. So sehr, dass die etwas schräg anmutende Fantasy-Zeichentrickserie „Disenchantment“ bereits ihre zweite Staffel spendiert bekommen hat. Ganz anders als die „Simpsons“ oder auch „Futurama“ – und doch kann man die Handschrift von Matt Groening noch immer wiedererkennen: Stilistisch ähnelt sich der Zeichenstil aller drei Serien nämlich sehr stark. An dem typischen Überbiss und den leicht überdimensionierten Glubschaugen erkennen wir schließlich, dass „Disenchantment“ irgendwie aus derselben Feder stammt, wie die „Simpsons“. Das dargestellte Setting wirkt trotz des Widererkennungswertes innovativ: Das detaillierte Königreich mit dem seltsam anmutenden grünen Elfen Elfo und der dämonischen „sprechenden Katze“ Luci sehen auf den ersten Blick gar nicht so vertraut ist, prägen sich optisch beim Zuschauer aber schnell ein.

    Figuren bekommen Tiefe
    Auf diesen drei Figuren basierend funktioniert auch die Serie so gut, dass das ungleiche Trio praktisch unentbehrlich für den Humor und die Dramatik von „Disenchantment“ ist. Als alkoholabhängige junge Prinzessin, etwas dümmlicher aber loyaler kleiner Elf und bösartig-sarkastischer Dämon, die sich gegenseitig immer wieder necken, ergänzen sich die Charaktere so hervorragend, dass es mit ziemlicher Sicherheit prompt Fanproteste gäbe, wenn auch nur eine der drei Figuren aus der Serie verschwinden würde. Erstaunlich mag an der Stelle sein, dass „Disenchantment“ vor allem bei jenen deshalb hervorragend funktioniert, für die bei „Die Simpsons“ schon längst ein wenig die Luft raus ist. Dezent eingesetzt und ohne Holzhammer zünden die sarkastischen und zum Teil schon fast albernen Gags zu jedem Zeitpunkt und der kreative, leicht politisch unkorrekte Humor wirkt genau da erfrischend, wo sich „Die Simpsons“ schon etwas zu sehr dem heutigen Zeitgeist angepasst haben.

    Keine neuen Simpsons
    Trotzdem bleibt eines gleich: Auch „Disenchantment“ beschäftigt sich unterschwellig mit Gesellschaftskritik und sozialen Themen – verpackt das aber durch das mittelalterliche Fantasysetting viel geschickter und unauffälliger. Natürlich werden dabei aber zahlreiche Themen wie Wissenschaftsfeindlichkeit, Religion, Politik und sogar Drogenproblematiken mit einem subtilen Wink an die heutige Zeit behandelt. Nur eben dezent, denn Matt Groening missbraucht seine Serie nicht als politisches Statement, um „ein Zeichen“ gegen was auch immer zu setzen. Irgendwie erfrischend, dass er dieses Mal unter dem Strich doch einfach nur versucht, sein Publikum zu unterhalten. Dass dabei vielleicht nicht eine solch dichte „Gagstruktur“ entsteht, wie bei „Simpsons“ oder „Futurama“ mag vielleicht den ein oder anderen langjährigen Fan sogar stören und – um dem Titel ein wenig gerecht zu werden – enttäuschen. Manch andere werden „Disenchantment“ aber gerade deshalb in der heutigen Zeit, in der uns Serien mit politischer Korrektheit geradezu erschlagen wollen, umso mehr lieben.

    Fazit:
    Kein neues „Simpsons“ oder „Futurama“: Trotz des ähnlichen Zeichenstils entpuppt sich die neue Serie des „Simpsons“-Machers Matt Groening als deutlich kreativer und sarkastischer, als wir es von ihm erwartet hätten. Für langjährige Fans könnte das aber auch gewöhnungsbedürftig sein.

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