Die vierte Macht - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Die vierte Macht

    Die vierte Macht


    Land/Jahr:
    D 2012
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Dennis Gansel
    Darsteller:
    Moritz Bleibtreu
    Kasia Smutniak
    Max Riemelt
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    112 Minuten
    Kaufstart:
    13. September 2012
    Label:
    Universal Pictures


    Paul Jensen, gebürtiger Berliner, reist ins ferne russische Moskau um seiner Karriere endlich auf die Sprünge zu helfen. Nachdem er eine der besten Journalistenschulen des Landes besucht hat, beginnt er bei der Moskau Match, um die Partyrubrik der Stars und Sternchen auf Vordermann zu bringen. Doch während er sich so ausgiebig mit den unwichtigen „Skandalen“ der Stars herumschlägt, geschieht mitten in der Moskauer Innenstadt ein richtiger Skandal: Paul wird Augenzeuge eines kaltblütigen Mordes an einem angesehenen Journalisten eines Konkurrenzblattes. Dumm nur, dass sich der Chefredakteur aus Angst vor den Strafverfolgungsbehörden und dem Geheimdienst weigert, einen Artikel darüber zu veröffentlichen – ganz zum Missfallen von Katja, die unter allen Umständen die Machenschaften der Regierung aufdecken will. Als die beiden sich auch noch anfreunden und es zwischen ihnen funkt, kommt der große Schrecken: Bei einer Explosion in einer U-Bahn-Station verliert Paul seine Freundin prompt aus den Augen – und steht fortan unschuldig unter Terrorverdacht…

    Kritik:
    Terrorismus und Überwachungsmaßnahmen sind in fast jedem „modernen“ Land dieser Welt ein großes Thema. Unabhängig ob es sich dabei um islamistische oder inländische Terroristen handelt, werden vor allem Geheimdienst- und Überwachungsmaßnahmen immer weiter gefördert und die Zweifel bei Skeptikern, die prompt als Verschwörungstheoretiker verschrien sind, steigern sich ins Unermessliche. Doch stets liegt viel daran, die Wahrheit aufzudecken – vor allem für wirklich investigative Journalisten.

    Terrorismus inszeniert?
    Bereits bei den Anschlägen vom 11. September 2001 vermuten zahlreiche Skeptiker und Verschwörungstheoretiker, dass das World Trade Center keineswegs durch die Flugzeuge, sondern durch eine gezielte Detonation zum Einsturz kam. Die Regierungen und Geheimdienste gerieten in Verdacht, das Attentat inszeniert zu haben, um Anti-Terror-Gesetze und Überwachungsmaßnahmen durchzusetzen, doch noch heute gelten viele Kritiker als große Spinner. „Die vierte Macht“ wagt sich damit auf ein mutiges Terrain, beschreibt der Film schließlich genau dieses Szenario: Ein inszenierter Terroranschlag zum Durchsetzen von Gesetzen, Manipulieren der Menschen und Machterhalt einiger Politiker. Obwohl der Film bereits im Jahre 2012 gedreht wurde und vor seinem Beginn verkündet, die Ereignisse und Personen seien rein fiktiv, sind in diesem Streifen erschreckende Parallelen zum jüngsten Attentat in Boston erkennbar. Während die USA in Männern mit tschetschenischer Abstammung die Täter sieht und ein Rucksack explodiert sein soll, berichtet „Die vierte Macht“ exakt dies in Russland: Moritz Bleibtreu steht schließlich unter Verdacht der Beihilfe bei einem terroristischen Anschlag, ausgeübt von tschetschenischen(!) Terroristen mit einem Sprengsatz, der sich in einem Rucksack befindet – selbstverständlich mit manipulierten Überwachungsaufzeichnungen. Das Szenario ist das Gleiche, der Ort und das Ereignis ein anderer. Das macht „Die vierte Macht“ dermaßen interessant und realistisch.

    Medien – Macht oder Propagandaorgan?
    Der Thriller bietet dabei mehrere Ansätze zugleich. Einerseits die schnellen actionreichen Szenen einer Flucht vor dem Geheimdienst, andererseits aber auch hochbrisante Gefängnisszenen, dessen Inhalt es durchaus in sich haben und vor allem: Extrem kritisch gegenüber Russland stehen. Zu guter letzt spielt der Titel „Die vierte Macht“ aber auch die Rolle der Medien an, die mit ihrer eigentlichen Machtstellung zu einem Gegengewicht zur Politik werden – oder zumindest werden sollten. Da kommt der ruhigere Teil des Films ins Spiel, der mit einer gewaltigen Story aufwarten kann, der keineswegs als leichte Kost zu verstehen ist. Es geht letztendlich also in erster Linie um Kritik an den Medien und der Pressefreiheit. Stehen Auflage im Vordergrund oder investigativer Journalismus und vor allem: Hat eine Redaktion die Pflicht, brisante Wahrheiten zu veröffentlichen, auch wenn der Druck der Behörden enorm groß ist? Wie mutig dürfen, sollen und müssen Medien sein und sind sie womöglich lediglich ein gezieltes Propagandamittel der Regierung, kontrolliert vom Geheimdienst, der auf jeden großen Verlag direkten Einfluss nimmt? „Die vierte Macht“ setzt sich mit diesem Thema äußerst kritisch auseinander und bietet dabei Hochspannung voller Dramatik und mit einem Moritz Bleibtreu in einer seiner bisher absolut besten Rollen. Äußerst empfehlenswert – vor allem für Kritiker der Anti-Terror-Gesetze.

    Fazit:
    Verschwörungstheorie oder gefährliche Wahrheit? „Die vierte Macht“ ist ein beeindruckender und erschreckender Thriller, der terroristische Anschläge grundsätzlich als Inszenierung der Geheimdienste in Frage stellt und die Position der Medien kritisch unter die Lupe nimmt. Hochspannung mit Moritz Bleibtreu in Bestform.