Detour - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Detour

    Detour


    Land/Jahr:
    NOR 2009
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Severin Eskeland
    Darsteller:
    Marte Germaine Christensen
    Sondre Krogtoft Larsen
    Jens Hultèn
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    74 Minuten
    Kaufstart:
    12. April 2011
    Label:
    MFA+


    Wenn man Schnaps illegal aus Schweden nach Norwegen transportieren möchte, ist es meist sinnvoll, nicht gerade die Hauptstraßen zu nehmen, um den Grenzübergang zu durchqueren. Da liegt es also nahe, dass Lina und Martin sich ausgerechnet einen dunklen Schleichweg, umgeben von Wäldern aussuchen, um sich schon bald mit Lasse treffen zu können. Dumm nur, dass sie ausgerechnet dort unerwartet auf eine Polizeikontrolle stoßen und kurz danach mit einer Panne liegen bleiben. Da ahnen sie allerdings noch nicht, dass die Schmuggelware nicht ihr einziges Problem sein wird, als sie plötzlich von einer Familie entführt und in dessen Keller eingesperrt werden. Nur Lina kann sich aus dem Keller befreien und beschließt, auf direktem Wege nach Hilfe zu suchen – doch wie soll man seinen Peinigern entkommen, wenn der gesamte Wald mit Kameras bestückt ist, die das gesamte Geschehen jederzeit beobachten?

    Kritik:
    Der übliche Ablauf eines typischen Horrorfilms ist ja sicherlich bekannt: Wenn wir nicht gerade eine Gruppe von Jugendlichen zu sehen bekommen, ist es meist ein Liebespaar, das irgendwo in der finstersten Ecke unseres Planeten auf sich selbst gestellt ist. Meist dient als Vorlage dazu eine Autofahrt, die mitten in der Wildnis mit einer Panne endet, woraufhin das Schrecken bekanntlich beginnt. Klingt nicht neu, wird aber auch von „Detour“ einmal mehr angewendet. Dennoch hat der norwegische Streifen seine Stärken…

    Der böse Wald
    Da sollte aber schnell klar sein, dass auch dieser Film bei der Story nicht gerade besonders innovative Ideen zu bieten hat. Der Handlungsablauf entspricht da einfach zu sehr dem üblichen Muster, aus ahnungslosen Klischeedarstellern, die schnell in die Fänge einer Folterfamilie gerät. Da passen dann auch die überraschungslosen Nebencharaktere gut hinein, denn angefangen vom ulkigen Tankstellenbesitzer, über den geistig behinderten alten Mann, bis hin zum mysteriösen Cop mit zweifelhaften Interessen sollte die Rollenverteilung recht schnell klar sein. Dumm ist dabei allerdings vor allem, dass „Detour“ somit sehr vorhersehbar wird und wir die Handlungen der Charaktere bereits erahnen können. Da bleibt der Überraschungseffekt schließlich aus, wenn der Polizist nicht gänzlich dem Ordnungshüter entspricht und die alte Oma einmal mehr das Gewehr auspackt. Vielleicht hätte sich der Streifen gut daran getan, die Rollenverteilung etwas zu verändern und auf typische Horror-Klischees zu verzichten.

    Schocker mit Atmosphäre
    Da fragt sich mancher Zuschauer jetzt sicher, wo denn nun diese vermeintlichen Stärken bleiben sollen. Die liegen jedoch ganz klar in der Inszenierung des Films, die durchaus eine starke Atmosphäre aufbauen kann. Der dunkle und finstere Wald baut dabei eine sehr packende Atmosphäre auf, während es Regisseur Severin Eskeland bestens versteht, in den richtigen Momenten zu schockieren – oder besser gesagt: für Gänsehausmomente zu sorgen. Der Schatten, der da im Hintergrund durch das Bild huscht, um die Protagonisten in Panik zu versetzen, ist dabei ebenso gelungen, wie das plötzlich Auftauchen des Killer, das mit den passenden Soundeffekten wohl auch den eingefleischten Horrorfan zusammenzucken lässt. Ganz zu schweigen vom gelungenen Auftritt des Polizisten, der nicht nur beim Zuschauer gelegentlich mit seiner fürsorglichen Art beinahe überzeugen könnte, sondern auch noch einen lässig-coolen Job an den Tag leg. Er schafft es dank hervorragendem Synchronsprecher und starkem Look einfach sehr positiv aus dem Aufgebot an Klischeeprotagonisten herauszustechen. Das macht „Detour“ zwar nicht zu einem Meisterwerk, aber immerhin zu ansehnlicher Genrekost.

    Fazit:
    Obwohl die klischeehafte Story mit ihrer sehr vorhersehbaren Handlung sicherlich niemanden mehr vom Hocker reißen kann, punktet „Detour“ mit seiner düsteren Atmosphäre und diversen Überraschungsmomenten.