Destroyer - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Destroyer

    Destroyer


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Karyn Kusama
    Darsteller:
    Nicole Kidman
    Toby Kebbell
    Tatiana Maslany
    Bradley Whitford
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    122 Minuten
    Kaufstart:
    18. Juli 2019
    Label:
    Concorde

    Zum Beginn ihrer Karriere im Polizeidienst bekam Erin Bell den wohl schwierigsten Auftrag, den eine so junge Polizistin hätte ergattern können. Gemeinsam mit einem Kollegen sollte sie sich undercover in eine Gruppe von Bankräubern einschleusen und gemeinsam mit ihnen die spektakulärsten Coups durchziehen. Nur ein wichtiges Ziel galt es dabei stets zu befolgen: Niemand durfte dabei zu schaden kommen. Heute, 17 Jahre später, sieht man ihr die Folgen dieses Einsatzes, der sie psychisch stark mitgenommen hat, immer noch an. Alkoholabhängig, heruntergekommen und insgesamt ziemlich erschöpft versucht sie mit ihrer letzten Kraft den aktiven Dienst noch auszuüben, während auch privat längst alles den Bach runtergegangen ist. Dumm nur, dass die Vergangenheit sie ausgerechnet jetzt wieder einholen soll…

    Kritik:
    Die Forderung nach mehr Frauen in Hauptrollen gibt es schon lange und ist mehr als aktuell. Tatsächlich muss das aber nicht immer bedeuten, dass die Helden unserer Kindheit, die einst von Männern besetzt wurden, jetzt durch weibliche Rollen ersetzt werden. „Destroyer“ geht schließlich den etwas emanzipatorischeren Weg und sucht sich die Rolle des klassischen Antihelden-Cops aus, um ihn mit einer weiblichen Darstellerin zu besetzen.

    Weiblicher Bad Cop
    Die Rede ist dabei von niemand geringeres als Nicole Kidman, die hier vielleicht in der außergewöhnlichsten Rolle ihrer Karriere zu sehen ist. Im Prinzip übernimmt sie dabei die altbekannte Klischeerolle des heruntergekommenen Polizisten mit Alkoholabhängigkeit und privaten Problemen, der seine Einsätze auf eher unkonventionelle Art erledigt. Dieses Mal allerdings nicht mit männlichen Darstellern, wie Bruce Willis einst in „16 Blocks“ besetzt, sondern mit einem Perspektivwechsel auf die weibliche Seite. „Destroyer“ wagt dabei den durchaus mutigen Schritt, eine eigentlich insgesamt negative Hauptrolle mit einer Frau zu besetzen, was irgendwie schon ein wenig erfrischend erscheinen mag. Nicole Kidman als erfahrene Schauspielerin weiß das aber auch hervorragend zu meistern.

    Back to the 80s
    Mit ihr in der Hauptrolle geht es aber auch etwas gemächlicher zu, denn die Action bleibt dezent zurückhaltend und auf übertriebene Effekthascherei verzichtet „Destroyer“ fast gänzlich. Das wird wahrscheinlich vor allem Filmfans der alten Schule begeistern, die sich oftmals den Stil der 80er Jahre zurückwünschen. Für heutige Sehgewohnheiten ist das Cop-Drama nämlich insgesamt sehr ruhig und langsam erzählt, weil sich der Streifen viel Zeit für die Charakterdarstellung nimmt. Die steht nämlich auch im Mittelpunkt, denn in „Destroyer“ geht es nur auf den ersten Blick um einen neuen, komplizierten Mordfall. Vordergründig und viel wichtiger ist der schwierige Charakter von Nicole Kidmans Figur, ihre Problembewältigung und ihre psychische Situation, die dem Drama einen gewissen Tiefgang verleiht. Das dazugehörige Familiendrama, das zwar zur Krimigeschichte zunächst wenig beiträgt, stärkt dabei die Inszenierung der Charakterrolle.

    Vergangenheit und Gegenwart
    Genau diese Charakterrolle entfaltet sich aber auch durch den inhaltlichen Erzählstil des Films. „Destroyer“ erzählt seine Geschichte nämlich in zwei verschiedenen Zeitabschnitten. Einerseits in der Gegenwart, wenn Detective Erin Bell mit einem Mordfall und zugleich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Andererseits aber auch durch regelmäßige Rückblicke in die Anfangszeit ihrer Karriere, in der sie gemeinsam mit anderen Kriminellen diverse Banken ausraubte und dabei immer mehr in den Strudel der Gewalt und des Verbrechens gerät. Erst langsam nach und nach verdeutlicht „Destroyer“, wie die psychische Situation der Gegenwart überhaupt zustande kam und ermöglicht dem Zuschauer damit nicht nur, sich in die Figur bestens einzufühlen, sondern zugleich auch lange am Ball zu bleiben, weil die Entwicklung der Figur über die gesamte Laufzeit von zwei Stunden interessant bleibt. Der überraschende Twist, der am Ende beide Zeitabschnitte miteinander verbindet, hinterlässt obendrein einen begeisterten Eindruck beim Publikum.

    Fazit:
    Den alkoholabhängigen, heruntergekommenen Cop kann auch mal eine Frau spielen: Nicole Kidman präsentiert mit „Destroyer“ ihre wohl ungewöhnlichste Rolle ihrer Karriere und begeistert damit zugleich die Fans des 80iger-Copthriller-Genres.

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