Der Tatortreiniger 7 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Der Tatortreiniger 7

    Der Tatortreiniger 7


    Land/Jahr:
    D 2018
    Genre:
    Comedy
    Regie:
    Arne Feldhusen
    Darsteller:
    Bjarne Mädel
    Olli Schulz
    Jan Georg Schütte
    Thomas Niehaus
    Charly Hübner
    Olli Dittrich
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    125 Minuten
    Kaufstart:
    25. Januar 2019
    Label:
    Studio Hamburg

    Heiko „Schotty“ Schotte hat noch immer einen ziemlich ungewöhnlichen Beruf. Immer dann, wenn andere sich vor Ekel fast übergeben müssen, fängt seine Arbeit erst so richtig an. Schotty ist nämlich Tatortreiniger und wird gerufen, wenn die Spurensicherung längst ihre Arbeit gemacht hat. Er ist derjenige, der das Blut, die Leichenteile und die Körperflüssigkeiten nach einem tragischen Todesfall wegmacht, um den Angehörigen diese schwierige Aufgabe nicht zumuten zu müssen. Doch die gut bezahlte „Drecksarbeit“ ist dabei längst nicht die eigentliche Schwierigkeit seines Jobs: Immer wieder mit der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert, macht sich Schotty zunehmend Gedanken über den eigenen möglichen Tod.

    Kritik:
    Als vor inzwischen acht Jahren zum ersten Mal die ungewöhnliche Comedyserie auf dem NDR zu sehen war, hat noch niemand so recht den Hype erwarten können, der sich danach – auch dank des Internets – um den kultigen „Schotty“ entwickeln würde. Umso schockierender dann für viele Fans vor einiger Zeit die Nachricht, dass es sich bei der siebten Staffel auch um die letzte aller Staffeln handeln soll. Die Macher wollten die Serie einstampfen, bevor man irgendwann einfach nichts mehr zu erzählen hat – immerhin hat man die Staffellänge bereits auf gerade einmal vier Folgen reduziert. Die allerdings haben durchaus erzählerische Qualitäten.

    Der Draht zum Publikum
    Um dieser Figur in der nunmehr letzten Staffel allerdings nochmal alle Ehre zu machen, haben sich die Macher rund um Arne Feldhusen nochmal genau überlegt, wie sie die Besonderheiten der Serie in jeweils einer eigenen Folge erneut hervorheben konnten. Immerhin war „Der Tatortreiniger“ nie eine Serie, die mit beeindruckenden Effekten oder spektakulären Kulissen begeistern konnte. Stattdessen hat sich gerade deshalb ein solcher Hype bei den Fans entwickelt, weil es sich die Comedyserie mit außergewöhnlichen kleinen Geschichten getraut hat, eine völlig natürliche Hauptfigur zu zeigen, die einen besonderen Draht zum Publikum aufbauen kann. Bjarne Mädel ist mit seinem fast schon an den Ruhrpott erinnernden direkten Auftreten, seinem Dialekt und der Situationskomik, die den Tod manchmal in einem etwas zynischen Licht erscheinen lässt, schließlich seit je her der Star dieser Serie. Und dieser ganz spezielle „Humor von nebenan“, kann auch in der siebten Staffel noch einmal zum Vorschein kommen, wenn er etwa in der zweiten Folge die zeitgenössische Kunst auf die Schippe nimmt, um damit nur zu gerne die Perspektive des einfachen Bürgers ohne Kunstverständnis einzunehmen.

    Was bedeutet Tod?
    Auf der anderen Seite stehen aber jene Episoden, die immer schon etwas tiefgründiger, nachdenklicher und philosophischer waren. „Der Tatortreiniger“ hat diese bisher in jede seiner sieben Staffeln immer wieder eingebaut, um dabei auch mal schwierige Themen mit einem traurigen Grundton anzusprechen. Auch so etwas darf in der siebten und finalen Staffel natürlich nicht fehlen und da kann man einem Abschluss wohl nur dadurch gerecht werden, dass man einen ganz besonders schweren Brocken präsentiert. Immerhin geht es in der Episode „Der Kopf“ um die alles entscheidende Frage, was Leben und Tod eigentlich ausmachen und wie es wohl im Kopf eines Wachkoma-Patienten, der eigentlich gar kein echtes Leben mehr führt, so aussehen mag. Kann man das denn überhaupt noch als Leben bezeichnen oder gehört zum Leben nicht doch mehr dazu als die bloße Fähigkeit, noch einigermaßen selbstständig atmen zu können? Wo liegt die Grenze zwischen Leben und vor sich hin vegetieren? Zwischen all dem lockeren Humor zeigt „Der Tatortreiniger“ an dieser Stelle nochmal, dass er das Publikum auch mit schwierigen Folgen beschäftigen kann, die man im Anschluss erst einmal verdauen muss.

    Ende mit Sense
    Und am Schluss, wenn nach einer finalen Staffel nunmal alles vorbei sein soll, steht bei einer solchen Serie beinahe zwangsläufig eine entscheidende Thematik im Raum: Wie wird sich der Tatortreiniger, der sonst stets die Hinterlassenschaften eines Todesfalles beseitigt, mit seinem eigenen Tod, der eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen, wenn doch plötzlich alles vorbei sein soll und die auch vom Hauptdarsteller so geliebte Figur ein endgültiges Ende haben wird? Ein Glück haben sich die Autoren hier weitaus mehr Mühe gegeben, als die siebte Staffel einfach mit einer gewöhnlichen Folge enden zu lassen. Bjarne Mädel bekommt immerhin einige Minuten mehr Zeit in der letzten Folge, um die Trauer der eigenen Figur zu präsentieren und dem Publikum das Gefühl zu geben, auch die Beteiligten lässt das Ende nicht kalt. Vor allem aber ist es auch noch eine Gelegenheit für ein wenig Fan-Service, bei dem man zahlreiche Gastrollen aus früheren Episoden noch einmal auftreten lässt, um an vergangene humorvolle Zeiten zu erinnern. Und wenn die finale Folge „Einunddreißig“ sich dann auch noch ein wenig am Fantasygenre bedient und „Schotty“ durch ein verrücktes Hochhaus ohne echtes Ziel irren lässt, ist das mehr als nur ein würdiger Abschluss, der die Fans zumindest mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt.

    Fazit:
    Auch das Leben eines Tatortreinigers geht einmal zu Ende: Mit der siebten und finalen Staffel verschafft Bjarne Mädel in der Hauptrolle seiner Kultfigur ein würdiges Ende und lässt die vielen Facetten der Serie – von alberner Situationskomik bis philosophischer Dramatik – noch einmal aufleben.

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