Der schwarze Diamant - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Der schwarze Diamant

    Der schwarze Diamant


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Benny Safdie
    Josh Safdie
    Darsteller:
    Adam Sandler
    LaKeith Stanfield
    Kevin Garnett
    Pom Klementieff
    Judd Hirsch
    The Weeknd
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    135 Minuten
    Kaufstart:
    Netflix:
    31. Januar 2020
    Label:
    Netflix

    Juwelier Howard hat richtig große Probleme: Die Ehe mit seiner Frau liegt längst am Boden, sein Schuldenberg wächst ins Unüberschaubare an und wütende Kreditgeber sind ihm längst auf den Fersen. Die wollen unbedingt ihre 100 Riesen zurück, die sie ihm einst geliehen haben. Der einzige Ausweg aus dem Dilemma scheint ein schwarzer Opal zu sein, den er schon bald für ein Vermögen versteigern will. Doch die Auktion findet erst nach der Frist statt und ausgerechnet mit Sportwetten und Leihgaben glaubt er, das notwendige Kleingeld zusammen zu bekommen. Und das kann eigentlich nur schief gehen…

    Kritik:
    In den vergangenen Jahren war Komiker Adam Sandler nicht gerade für die hochwertigsten Filme bekannt, obwohl seine früheren Werke bei Comedy-Fans durchaus einen gewissen Kultstatus erreichen haben. Nun will es der Star einmal mit einem ganz neuen Genre versuchen: Mit „Der schwarze Diamant“ hat Sandler erstmals die Hauptrolle in einem Thriller ergattert und legt den Humor einmal gänzlich beiseite.

    Neues Genre für Sandler
    Auf den ersten Blick ist sein neues Auftreten dabei schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Adam Sandler einmal von einer wütenden und verzweifelten Seite zu sehen, bei der ihm der lockere Humor, der oftmals etwas unter der Gürtellinie war, längst vergangen ist, ist für Fans ziemlich ungewöhnlich. Und dennoch erkennen wir ihn – auch dank seiner fantastischen deutschen Synchronstimme – sofort wieder: Immer noch ziemlich aufbrausend und hektisch kommen seine Dialoge daher, wenn er sich mit Geschwafel aus Schwierigkeiten herausreden möchte und seine Mitmenschen um den Finger wickelt. „Der schwarze Diamant“ funktioniert deshalb auch ziemlich gut, da Adam Sandlers Art dem Streifen ein ziemlich hohes Tempo verleiht, das in einer Laufzeit von über zwei Stunden nur sehr selten Verschnaufpausen zu bieten hat.

    Genre-Profis auf dem Regiestuhl
    Der Thriller von den Safdie-Brüdern schafft es dabei durchgehend, Adam Sandler von einer Notsituation in die nächste stolpern zu lassen, ohne dabei zu irgendeinem Zeitpunkt aufgesetzt oder konstruiert zu wirken. Eine Sportwette hier, eine drohende Schlägerei mit Schuldeneintreibern dort und dazwischen die ständige Auseinandersetzung mit Leuten, denen er Schmuck und Edelsteine geliehen hat, sowie der ständige Stress mit der eigenen Frau, die sich wegen seiner Affären scheiden lassen will. Adam Sandler kommt in diesem Streifen einfach nicht zur Ruhe und das hat einen ziemlich hohen Unterhaltungswert, wenn „Der schwarze Diamant“ seine Spannungsdichte immer weiter in die Höhe treibt. Eigentlich ist es dabei erstaunlich, wie es den Safdie-Brüdern gelingt, nach „Good Time“ ihr neues Lieblingsgenre noch ein wenig zu perfektionieren und mit „Der schwarze Diamant“ inszenatorisch nochmal ordentlich drauf zu legen.

    Adam Sandler als Charakterdarsteller
    Gleichzeitig könnte man die Rolle als Juwelier Howard aber vielleicht als die beste Rolle in der gesamten Karriere von Adam Sandler bezeichnen. Nach jahrzehntelangem Slapstick bekam Sandler damit nämlich endlich jene Rolle, mit der er sich zu einem echten Charakterdarsteller mausern kann. Ihm gelingt es einfach perfekt den in Berge von Problemen versunkenen Loser darzustellen, dessen Handlungsweise ganz bewusst überaus idiotisch ausgefallen ist. Eine Figur, die einfach gar nicht anders kann, als sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen und sich auf die dümmsten Deals einzulassen, obwohl ihm eigentlich bewusst sein müsste, dass er sich damit nur noch mehr in Probleme hineinreitet. Einen dieser typischen Schwätzer, die tief in ihrem Inneren aber psychisch längst am Ende sind, jedoch die äußere Maske mit Gerede und schickem Schmuck aufrecht erhalten. Faszinierend, wie es Sandler auf einmal gelingt, jene psychologischen und charakterlich wichtigen Aspekte seiner Figur zum Vorschein zu bringen, nachdem er über dreißig Jahre lang fast immer daran gescheitert ist. Als wären manchmal nur die richtigen Regisseure notwendig, um die wahren Fähigkeiten eines Schauspielers deutlich zu machen.

    Fazit:
    Da ist ihm der Humor vergangen: Adam Sandler versucht sich nach einer über dreißigjährigen Schauspielerkarriere zum ersten Mal an einer ernsthaften Rolle in einem Thriller und liefert als Charakterdarsteller plötzlich die Rolles seines Lebens ab. Ein grandioses, temporeiches Werk ohne Verschnaufpausen.

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