Der Lieferheld - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Der Lieferheld

    Der Lieferheld


    Land/Jahr:
    USA 2013
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Ken Scott
    Darsteller:
    Vince Vaughn
    Chris Pratt
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    101 Minuten
    Kaufstart:
    5. Juni 2014
    Label:
    Constantin Film

    David Wozniak führt ein ziemlich einfaches Leben und ist damit bisher eher unzufrieden. Als Lieferant für die Metzgerei seiner Familie, fühlt er sich nicht immer so nützlich, wie er es gerne wäre und auch seine geliebte Freundin findet ihn manches Mal einfach zu kindisch. Dass er in seiner Vergangenheit mitunter einige Dummheiten begangen hat, tragen vermutlich auch zu dieser Tatsache bei. Eine dieser Dummheiten dürfte wohl sein, dass er vor vielen Jahren eine recht große Menge an Sperma an eine Kinderwunschklinik gespendet hat. Mit diesen Samen wurden seither ganze 533 Kinder gezeugt und 142 davon wollen nun die Identität ihres biologischen Vaters herausfinden. Dementsprechend folgt eine Klage vor Gericht und eine Anzweiflung der Anonymitätsklausel des Spendervertrages. Dumm nur, dass David es sich nicht nehmen lässt, statt das Ergebnis der Klage abzuwarten, gleich selbst seine vermeintlichen Kinder aufzusuchen…

    Kritik:
    Mit Samenspenden kann man sicherlich zahlreiche Kinder zeugen. In der Regel erfahren die Spender nicht einmal, wie viel Nachwuchs damit tatsächlich erzeugt wurde – es geht lediglich um einen kleinen Zuverdienst ohne Verantwortung. Vince Vaughn wird nun mit den Folgen seiner Spenden konfrontiert…

    Recht von Spenderkindern
    Es klingt so leicht: Ein Mann braucht ein bisschen mehr Geld, spendet seinen Samen in der Kinderwunschklinik, unterschreibt die Anonymitätsvereinbarung und ist damit niemals zu irgendetwas verpflichtet. Weder die Eltern des Kindes, noch das Kind selbst hat jemals auch nur den geringsten rechtlichen Anspruch gegenüber dem Spender – kein Unterhalt, kein Sorgerecht und auch sonst keinerlei Interessen. Für beide Seiten klingt das gut, denn weder der Spender kann sich in die Erziehung einmischen, noch kann der Empfänger den Spender in die Verantwortung ziehen. Doch immer mehr Spenderkinder wünschen sich den Kontakt zum Spender. Laut Studien wollen etwa 80% der Spenderkinder ihren leiblichen Vater kennenlernen und herausfinden, woher sie stammen. Man stelle sich vor, welch großes Problem damit einhergehen würde, wenn die Spenderkinder vor Gericht ziehen und Rechte einfordern – vor allem bei einer überaus hohen Anzahl an gezeugten Kindern. „Der Lieferheld“ stellt sich auf überaus humorvolle Weise diesem Problem und wird damit auch tiefgründig. Ein bisschen ähnelt der Streifen damit einer Tragikomödie. Doch erst zum witzigen Part.

    Nüchterner Humor
    Ganz bewusst lässt sich die Komödie nicht auf einen allzu ernsten Tonfall ein. „Der Lieferheld“ soll ein richtiges lustiges Good-Feel-Movie sein, kein bedrückendes Drama, bei dem die Tränen fließen. Insbesondere durch die Zusammenarbeit von Vince Vaughn und Chris Pratt als sein Anwalt. Während Vince eher die tollpatschige, idiotische und kindische Rolle übernommen hat und fast nichts auf die Reihe bekommt, ist Chris das absolute Gegenstück. Als angehender Anwalt, Vater von vier Kindern und absoluter Familienmensch übernimmt er die bodenständigere Rolle – und zeigt dabei einen sehr sarkastisch-nüchternen Humor. Obwohl er seinem besten Freund und Mandanten stets zur Seite steht, verpasst er ihm auch gerne einige angebrachte und gerechte Seitenhiebe. Er bringt ihn hier und da auf den Boden der Tatsachen zurück und verschafft dem Film erst den Humor dadurch, dass er die Absurdität von Davids Vorhaben vor Augen führt. Wie albern es doch klingen mag, Aufpasser für gleich 533 Kinder auf einmal übernehmen zu wollen. Die Lachmuskeln werden damit garantiert regelmäßig trainiert und „Der Lieferheld“ wird damit zu einem der witzigeren Filme der letzten Zeit.

    Zufall des Lebens
    Jenseits der rechtlichen Debatte bekommt der Streifen allerdings auch einen melancholischen Touch. David lässt es sich schließlich nicht nehmen, anhand der erhaltenen Unterlagen, seine Spenderkinder aufzusuchen und ausfindig zu machen – natürlich ohne dass diese wissen, wen sie wirklich vor sich haben. Da muss er allerdings auch erkennen, wie zufällig doch die Folgen seiner Gene zu sein scheinen. 533 Kinder von ein und demselben Mann, stets vollkommen exzellente Spermien und doch könnten sich die Kinder kaum mehr voneinander unterscheiden. Vom Profi-Basketballer, über den erfolglosen Schauspieler und die ehemalige Drogenabhängige, bis hin zum schwerstbehinderten Sohn – hier bekommt er alles geboten und mitunter auch den Schock fürs Leben. Damit vermittelt „Der Lieferheld“ allerdings auch den einzigartigen Wert des Lebens und wie wenig man doch das Schicksal beeinflussen kann. In gewisser Weise traurig, tiefgründig, aber doch mit einem angenehm fröhlichen Unterton. Klasse.

    Fazit:
    Mit viel Humor und nüchternen Dialogen stellt sich „Der Lieferheld“ einer elementaren Frage nach dem Recht für Spenderkinder und lässt dabei auch einen melancholisch-tiefgründigen Tonfall zum Vorschein kommen. Herzergreifend und unterhaltsam.