Der König der Löwen - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Der König der Löwen

    Der König der Löwen


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Animation
    Regie:
    Jon Favreau
    Darsteller:
    -
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    118 Minuten
    Kaufstart:
    21. November 2019
    Label:
    Walt Disney Studios
    Home Entertainment

    Bei der Geburt des jungen Löwen Simba steht sein zukünftiges Schicksal schon fest: Er soll eines Tages über das Königreich seines Vaters Mufasa herrschen und gemeinsam mit seiner Freundin Nala für ein Gleichgewicht in der Natur sorgen. Doch eine solch vorbestimmte Tradition bringt auch große Missgunst mit sich: Onkel Scar konnte sich mit dieser Herrschaft noch nie anfreunden und sieht sich von seinem rechtmäßigen Thron verdrängt. Den teuflichen Plan geschmiedet, das Königreich an sich zu reißen, ermordet er Mufasa gemeinsam mit den Hyänen auf brutale Weise und verjagt den Thronfolger Simba. Doch in der Wildnis Zuflucht und neue Freunde gefunden, muss der junge Löwe schon bald seine wahre Bestimmung herausfinden…

    Kritik:
    Der Zeichentrickklassiker „Der König der Löwen“ gehört zu den wahrscheinlich beliebtesten Disney-Filmen aller Zeiten und wird noch heute von mehreren Generationen geliebt und angesehen. Eigentlich bedarf es bei einem so zeitlosen Werk sicherlich gar keine Neuauflage, doch Disney wagt den mutigen Schritt dennoch: Eine „Realverfilmung“ mit echten Landschaften und animierten Tieren sollte her, um der Geschichte ein neues optisches Gewand zu verpassen.

    Die aktuelle CGI-Referenz
    Zumindest über die Bezeichnung „Realverfilmung“ kann man sich unterdessen wahrscheinlich lange streiten. Denn wie in der heutigen Zeit üblich, zerren Filmemacher inzwischen keine echten Tiere mehr vor die Kamera, die sie zähmen und trainieren, sondern greifen stattdessen zu aufwändigen und fortgeschrittenen CGI-Animationen zurück. Ob man einen Film, in dem keine einzige Figur durch ein echtes Lebewesen dargestellt wird, aber tatsächlich als „Realverfilmung“ bezeichnen kann, darüber scheiden sich mit ziemlicher Sicherheit die Geister. Eines jedoch steht eindeutig fest: Mit der Neuauflage von „Der König der Löwen“ liefert Disney eine Referenzproduktion in Sachen Animationstechnik ab. Die hier dargestellten Tiere sind dermaßen detailliert und realistisch, dass es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um die bisher besten Animationen handelt, die wir je in einem Film gesehen haben. Da muss man oftmals schon genauer hinsehen, um zu erkennen, dass die Tiere mit ihrem dichten Fell, bei dem wir jedes noch so kleine Haar erkennen können, tatsächlich animiert sind.

    Die Schreckensherrschaft des Scar
    Ob einem nun allerdings die klassische Zeichentrickversion oder die „Realverfilmung“ besser gefällt, muss derweil aber jeder für sich entscheiden, denn beide Varianten haben ganz eigene Vorteile. So verzichtet man bei der Neuauflage etwa auf die farbliche Hervorhebung von Mufasa, Simba und Pumba und setzt stattdessen auf einen möglichst natürlichen, realitätsnahen Look. Rotes Fell gehört damit also der Vergangenheit an: Der im späteren Verlauf alternde Simba sieht seinem Widersacher Scar nun so ähnlich, dass wir ihnen die Verwandtschaft jederzeit abkaufen und Pumba ist mittlerweile einfach nur noch ein raues, dunkles Warzenschwein, vor dem man auf den ersten Blick vielleicht sogar ein bisschen Angst haben könnte. Damit sinken die Sympathiepunkte dieser Kultfigur zwar vielleicht auf den ersten Blick, bei der Darstellung des Bösewichts Scar entpuppen sich aber auch die großen Vorteile: Die Angst- und Schreckensherrschaft des tyrannischen und intriganten Scar, der sein Löwenvolk unterdrückt, wirkt durch das realistischere, angsteinflößendere Erscheinungsbild wesentlich glaubwürdiger.

    Identische Story mit minimalen Erweiterungen
    Da ist es wenig verwunderlich, dass die Altersfreigabe im Vergleich zum Zeichentrickklassiker ein wenig nach oben geschraubt wurde. Dass die Neuauflage von „Der König der Löwen“ deshalb aber nicht mehr für Kinder geeignet sei, muss das aber keineswegs bedeuten. Dafür hält sich die Neuinterpretation von Jon Favreau inhaltlich doch zu sehr ans Original und verfilmt praktisch die identische Story noch einmal mit neuer hübscher Optik. Ein paar kleinere Veränderungen oder besser gesagt Erweiterungen gibt es in diesem Fall aber dennoch, denn so kommt der Streifen nun auch auf eine knapp dreißig Minuten längere Laufzeit. So finden sich durchaus vereinzelte Abweichungen in den Dialogen, beim ersten Zusammentreffen mit Timon und Pumba, sowie bei einigen Zwischensequenzen, in denen wir etwa in die Welt der Insekten eintauchen – die aber inhaltlich derweil so wenig zur Geschichte beitragen, dass die Story weiterhin unverfälscht bleibt. Bis auf eine Sache, mit der sich zahlreiche Zuschauer vermutlich nicht anfreudnen können: Die neuen Sängerinnen und Sänger der kultigen „König der Löwen“-Songs klingen inzwischen komplett anders – und das bedeutet nicht unbedingt besser.

    Fazit:
    Mit der Neuauflage von „Der König der Löwen“ beweist Disney einmal mehr, welche Möglichkeiten die heutige Tricktechnik zu bieten hat und liefert die detailliertesten CGI-Animationen, die wir bisher in einem Film zu sehen bekamen. Darüber hinaus erwärmt die identische Story des Klassikers auch dieses Mal wieder die Herzen der Zuschauer, während die neuen Stimmen der Kultsongs vermutlich auf geteilte Meinungen stoßen dürften.

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