Der Buchladen der Florence Green - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Der Buchladen der Florence Green

    Der Buchladen der Florence Green


    Land/Jahr:
    ESP / GB / D 2017
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Isabel Coixet
    Darsteller:
    Emily Mortimer
    Bill Nighy
    Patricia Clarkson
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    113 Minuten
    Kaufstart:
    14. September 2018
    Label:
    Capelight

    Die verwitwete Florence Green hat schon sehr früh ihren Mann verloren und schwelgt auch nach sechzehn Jahren immer noch in den wertvollen Erinnerungen an ihre damalige Zeit. Vor allem eine gemeinsame Leidenschaft für Literatur hat die beiden stets verbunden, weshalb sie fortan ihr Glück in der kleinen englischen Küstenstadt Hardborough versucht. Dort möchte sie ihren Traum verwirklichen und zum ersten Mal ihren eigenen Buchladen eröffnen, um sich ihrem geliebten verstorbenen Ehemann so etwas näher zu fühlen. Obwohl das zunächst sogar recht gut klappt, die Bücher bei den Bewohnern auf großen Anklang stoßen und selbst der zurückgezogen lebende Mr. Brundish zu ihren Stammkunden zählt, stößt sie auf immer größere Hindernisse. Der einflussreichen Violet Gamart ist der Buchladen nämlich ein Dorn im Auge, denn sie hat ganz eigene Pläne für den historischen Altbau. Und durch wichtige Kontakte in die Politik, macht sie ihr zunehmend das Leben schwer…

    Kritik:
    Viel Action muss ein Film gar nicht immer haben, um den Zuschauer überzeugen zu können. Manchmal reichen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen in einem Drama, um zumindest bei gewissen Zielgruppen ein grundlegendes Interesse zu wecken. Und genau damit versucht auch „Der Buchladen der Florence Green“ zu punkten.

    Mittelpunkt einer Gesellschaft
    Hier kommt nämlich ausgerechnet der namensgebende Buchladen ins Spiel: Denn so belanglos das Führen eines solchen Geschäfts auch klingen mag, handelt es sich dabei schließlich auch um einen Angelpunkt im Leben einer Kleinstadt. Die verschiedensten Menschen gehen hier ein und aus und ohne jegliche Konkurrenz lernt Inhaberin Florence Green somit die unterschiedlichsten und außergewöhnlichsten Charaktere kennen. „Der Buchladen der Florence Green“ möchte vor allem darauf aufbauen und interessante Dramen um die jeweils ganz eigenen Probleme der Stadtbevölkerung aufbauen und dabei auch mit seinen verstrickten Intrigen gegen die Besitzerin punkten. Denn lange Zeit ist völlig unklar, wem Florence Green wohl vertrauen kann und wem überhaupt nicht. Und wer ihr letztendlich im Kampf gegen die unliebsame Violent Gamart beiseite steht. Dumm ist allerdings, dass genau diese Story bei weitem nicht so spannend inszeniert wurde, wie sie auf den ersten Blick scheint.

    Das Leben von Spießern
    Das Leben in einem Buchladen ist nämlich von Belanglosigkeiten nur so überhäuft. Die meisten der zwischenmenschlichen Beziehungen und Dialoge könnten das Publikum hier kaum mitreißen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil dem Streifen einfach der Mut fehlt, einmal aus seiner Haut herauszufahren. Viel zu bieder und förmlich wirken die meisten Auseinandersetzungen, sodass der Streifen von einer albernen Schmonzette oft kaum zu unterscheiden ist. Das sorgt zwar zugleich für eine etwas spezielle Charakterdarstellung der viel zu liebenswerten und stets freundlichen Florence Green, die wir durchaus ins Herz schließen können, doch die Reaktionen auf die stetigen Anfeindungen ihrer Nachbarschaft können wir ihr so kaum abkaufen. Erst durch den kurzen und seltenen Auftritt des sehr eigenartigen Bill Nighy mit seiner etwas schrägen Körpersprache, fügt sich dann auch Florence Green passend in die Handlung ein. Das reicht dann aber leider nicht, um über die ausufernde Langeweile des Dramas hinwegzutäuschen.

    Auf in die 50iger
    Dabei hätte ja vor allem das Setting des Films durchaus etwas hergemacht. Der etwas zu „very british“ 50iger Jahre Look einer englischen Küstenstadt kann sich immerhin jederzeit sehen lassen und verleiht dem Streifen durchaus seinen ganz eigenen Charme. Mit einer gewissen Detailarbeit bei den Kostümen und Anzügen der Protagonisten wirkt „Der Buchladen der Florence Green“ sogar an der ein oder anderen Stelle wie eine kleine Kostümshow. Sicher nicht so opulent, wie manche teure Hollywood-Produktion, aber durchaus optisch ansprechend. Trotzdem muss man aber auch hier sagen, dass das den Zuschauer einfach nicht ausreichend packt, wenn die unspektakuläre Handlung über eine Laufzeit von fast zwei Stunden schlichtweg einfach nur vor sich hin plätschert. Wer also nicht auf pure Charakterdramen steht, die sich einzig und allein auf biedere, eigenartige Charaktere verlassen und nicht einmal mit der eigentlichen Story punkten können, wird sich mit diesem Streifen also höchstwahrscheinlich eher langweilen. „Der Buchladen der Florence Green“ richtet sich nämlich dann doch an eine viel zu spezielle Zielgruppe, die auch schnöden Rosamunde Pilcher-Verfilmungen etwas abgewinnen kann.

    Fazit:
    Trotz eines durchaus sehenswerten Bill Nighy und diversen zwischenmenschlich interessanten Ansätzen ist die Story rund um einen Buchladen einfach viel zu belanglos, bieder und langweilig, um mehr als eine winzig kleine spezielle Zielgruppe überzeugen zu können.

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