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Deepwater Horizon


Deepwater Horizon

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Katastrophenfilm
Regie:
Peter Berg
Darsteller:
Mark Wahlberg
Kurt Russell
John Malkovich
Dylan O'Brien
Kate Hudson
FSK:
ab 12 Jahren
Dauer:
108 Minuten
Kaufstart:
6. April 2017
Label:
Studiocanal



Mike Williams hat keinen gewöhnlichen Job: Er ist Chefelektriker der Ölbohrplattform Deepwater Horizon und dort für die Wartung der elektrischen Einrichtung zuständig. Für seine Familie und auch seine Tochter ist dies häufig eine hohe Belastung, bedeutet das nämlich, dass er meistens über mehrere Wochen am Stück nicht zu Hause ist. Dieses Mal allerdings könnte alles anders kommen, denn bereits bei seiner Ankunft stellt er zahlreiche technische Mängel fest und ist mit der Schlampigkeit einiger Mitarbeiter nicht einverstanden. Der verwendete Zement scheint nicht sicher genug installiert worden zu sein und auch auf einen Unterdrucktest hatte man bisher verzichtet. Trotz einer grenzwertigen Druckanzeige während einer Nachholung dieses Tests, möchten die Auftraggeber von BP aus Geldgier nicht darauf verzichten, die Ölförderung in Betrieb zu nehmen. Und da kommt es, wie es kommen muss: Der Druck ist schnell so hoch, dass Schlamm, Öl und Gas mit hoher Geschwindigkeit an die Oberfläche spritzt und es kommt zu einem folgenschweren Blowout auf der Plattform. Plötzlich steht die Deepwater Horizon in Brand – und es geht um Leben und Tod für Mike Williams und seine Kollegen…

Kritik:
Eine der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte geschah durch die Ölpest im Golf von Mexiko im Jahre 2010, als dort die Ölplattform „Deepwater Horizon“ von BP durch zahlreiche Versäumnisse in Brand geriet und letztendlich unterging. Der gleichnamige Film mit Mark Wahlberg ist nun der erste Streifen, der sich diesem schrecklichen Ereignis widmet – und daraus einen packenden Katastrophenthriller macht.

Spannung vor dem Blowout
Dabei hält sich „Deepwater Horizon“ gut an die heute bekannten Fakten über dieses Ereignis und macht dabei eines wirklich hervorragend: Dem Streifen gelingt es, den Spannungsbogen durchgehend hoch zu halten und den Zuschauer mitfiebern zu lassen, wann die Katastrophe wohl letztendlich geschehen wird. Nah an der Realität können wir Mark Wahlberg in der gelungenen Rolle als Mike Williams beobachten, wie er nach und nach zahlreiche elektrische Mängel an den Geräten und Maschinen der Ölbohrplattform feststellt. Und schon hier große Spannung: Welche der Mängel und Probleme werden zum Blowout führen? Die Katastrophe könnte zu jeder Zeit eintreten, denn „Deepwater Horizon“ macht es sich inszenatorisch zu Nutze, dass wir um die Kastastrophe Bescheid wissen, aber als Laie kaum nachvollziehen können, wann genau diese eintritt. Das sorgt für einen sich stetig steigernden Spannungsbogen.

Thriller nach dem Blowout
Man könnte allerdings auch sagen, dass „Deepwater Horizon“ erzählerisch aus zwei Hälften besteht. In der ersten Hälfte begleitet uns der Streifen quasi beim „Countdown“ bis zur Katastrophe. Nachdem der Blowout, bei dem die Plattform in Brand gerät, allerdings erst einmal passiert ist, lässt die hohe Spannung keineswegs nach. Gerade jetzt entwickelt sich der Katastrophenfilm erst recht zu einem packenden Thriller, der die beeindruckenden Explosionseffekte erst richtig auffährt und den Zuschauer nah am Geschehen lässt. Der Film erreicht hier seinen richtigen Höhepunkt und kann diesen fast über eine gesamte Stunde hinweg auf höchsten Niveau halten, wenn wir um Leben und Tod mitfiebern, ob die Protagonisten wohl überleben werden und es von der Plattform herunter schaffen – und manches Mal erwischen sich selbst abgehärtete Zuschauer dabei, wie sie fast zu Tränen gerührt werden, weil „Deepwater Horizon“ die Emotionalität perfekt einfängt. Insgesamt kann man diesen Spannungsbogen sicherlich als bemerkenswert betrachten, wird der Katastrophenfilm damit wohl zu einem der besten Genrevertreter der letzten Jahre.

Glaubwürdige Rollen
Dass man diese Qualität so hoch halten kann, haben wir allerdings auch den hervorragenden Leistungen der Schauspieler zu verdanken. Allen voran Mark Wahlberg, der in der Hauptrolle den vermeintlichen Helden übernimmt. Der ist nämlich nicht nur als erfahrener Darsteller eine gute Wahl, sondern passt auch optisch perfekt. Bis hin zum Bart kann er doch eine gewisse Ähnlichkeit zum originalen Mike Williams aufweisen, wie wir am Ende des Films durch reale Fotos von den Mitarbeitern erkennen können. Und auch Kurt Russel scheint seinem realen Vorbild, dem Offshore Manager von Transocean, Jimmy Harrell wie aus dem Anzug geschnitten zu sein. Regisseur Peter Berg, der bereits mit „Lone Survivor“ überzeugen konnte, beweist also ein perfektes Händchen für seinen Film. Damit ist „Deepwater Horizon“ einer dieser Filme, die in keiner Sammlung fehlen dürfen.

Fazit:
Mit einem bemerkenswert hohen und kontinuierlichen Spannungsbogen liefert „Deepwater Horizon“ den wohl besten Katastrophenfilm der letzten Jahre und wird damit zum Must Have in jeder Filmsammlung.

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