Damien - Kritik – Virtual DVD Magazine


Damien


Damien

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Horror
Regie:
Diverse
Darsteller:
Bradley James
Megalyn Echikunwoke
Omid Abtahi
Scott Wilson
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
ca. 400 Minuten
Kaufstart:
Amazon Video:
18. Februar 2018
(kostenpflichtig)
Label:
A&E Television



Damien Thorn hatte wirklich keine einfache Kindheit. Schon damals sind regelmäßig mysteriöse Dinge in seiner Umgebung passiert und praktisch seine gesamte Familie ums Leben gekommen. Heute, im Alter von dreißig Jahren, arbeitet Damien allerdings erfolgreich als Kriegsfotograf und ist über seine schreckliche Vergangenheit längst hinweg – denkt er jedenfalls. Denn kurz nach einem Zusammentreffen mit einer geheimnisvollen alten Frau im Nahen Osten, scheint alles von Neuem zu beginnen: Schon wieder sterben reihenweise Menschen um ihn herum auf rätselhafte Art und Weise, die sich niemand erklären kann. Und manche halten ihn für den wiedergeborenen Antichristen…

Kritik:
Die Horrorfilm-Reihe „Das Omen“ erreichte in den 70iger und 80iger Jahren einen wahren Kultstatus unter den Genrefans. Bis heute ist vor allem der erste Film um den jungen Damien Thorn unvergessen. Grund genug also, seine Geschichte im Erwachsenenalter fortzusetzen – doch das konnte zumindest die amerikanischen Zuschauer überhaupt nicht begeistern.

Der fremde Damien
Die Einschaltquoten in den Vereinigten Staaten waren nämlich derartig niedrig, dass „Damien“ bereits nach nur einer Staffel mit insgesamt zehn Folgen wieder abgesetzt wurde. Und auf den ersten Blick ist das nicht einmal besonders verwunderlich: Fans der Klassiker werden sich vermutlich schwer damit tun, in Hauptdarsteller Bradley James tatsächlich den damaligen kleinen Jungen wiederzuerkennen. Nicht etwa deswegen, weil James ein unsympathischer oder untalentierter Schauspieler wäre, sondern viel mehr deshalb, weil die durch das Drehbuch um ihn herum geschriebene Rolle einfach nicht so recht zum Original passt. Der wiedergeborene Antichrist als smarter Kriegsfotograf und beinahe schon Nerd – das will nicht so richtig zu dem düsteren und eher introvertierten Jungen aus „Das Omen“ passen. Dieser Damien hat eigentlich nichts mit den damaligen Filmen gemeinsam.

Blick in die Vergangenheit
Immerhin macht die Serie dabei eines richtig: Sie hält sich durchaus recht nah an der Vorlage und führt die Geschichte kontinuierlich fort. Gelegentliche Rückblicke mit Originalszenen aus den alten Filmen dienen gar dazu, die Erinnerungen des Zuschauers noch einmal aufzufrischen, falls die Sichtung der Originale tatsächlich schon Jahrzehnte zurückliegen sollten. Problematisch bleibt lediglich die Tatsache, dass „Damien“ praktisch alle Fortsetzungen ignoriert und im Grunde genommen ungeschehen macht. Bereits in „Das Omen 3“ wurde Damien schließlich als Erwachsener dargestellt und war Geschäftsführer seiner eigenen Firma „Thorn Industries“ – davon allerdings ist in der Serie nichts mehr zu sehen. „Damien“ setzt die Geschichte des ersten Films fort, als hätte es die alten Fortsetzungen nie gegeben, orientiert sich aber zumindest an diesem korrekt. Der ein oder andere Fan könnte damit vielleicht seine Probleme haben.

Zähigkeit einer Serie
Ein weiterer Grund für die niedrigen Einschaltquoten in den USA könnte allerdings auch sein, dass „Damien“ für eine Serie ausgesprochen wenig Inhalt zu bieten hat. Schaut man sich die erste und einzige Staffel als Gesamtwerk an, so fällt doch spätestens in der letzten Episode auf, dass sie inhaltlich etwa so viel zu bieten hat, wie ein zweistündiger Horrorfilm. Nur, dass jene Story ganz schön zäh in die Länge gezogen wurde. Die ein oder andere Folge mag zwischendurch zwar durchaus ihre Stärken haben, in vielen anderen passiert über weite Strecken hingegen kaum etwas, was den Zuschauer an den Bildschirm fesselt – sofern er nicht als „Hardcore-Omen-Fan“ ein übersteigertes Interesse an der Handlung hat. Auffallend wird das auch dann, wenn selbst eine komplette Folge am Ende durch eine Bewusstlosigkeit wieder revidiert wird, als hätte man zwanghaft Lücken füllen wollen. Da fehlten den Machern wohl auch die passenden Ideen, um das Potential auszuschöpfen.

Horrorserie ohne Horror
Hinzu kommt die Problematik, dass „Damien“ auch aus Sicht des Horrorgenres eigentlich wenig her gibt. So mancher Zuschauer wird vermutlich sogar das alte Original noch als „härter“ empfinden, als diese Serie. Auf allzu brutale und blutige Gewaltszenen darf das Publikum also nicht hoffen, Goreszenen gibt es gar erst recht nicht zu sehen. Eher völlig willkürlich baut die Horrorserie also vermeintlich „bedrohliche“ Szenarien ein, in denen Damien scheinbar telepathisch und unbewusst einen Mord verursacht oder eigentlich harmlose Hunde sich auf eines der Opfer stürzen. Inszenatorisch wird „Damien“ also selbst den Genrefan nicht wirklich vom Hocker reißen, sucht man gruselige oder schockierende Szenen nämlich ebenso vergeblich, wie eine insgesamt spannende Story.

Fazit:
Eigentlich mit einer interessanten Storyidee ausgestattet, wollte „Damien“ eine Fortsetzung des ersten „Das Omen“-Films werden, der in den 70er Jahren Kultstatus erreichte und wurde bereits nach der ersten Staffel abgesetzt. Wie sich zeigt: Leider vollkommen zurecht.

Hinweis der Redaktion:
“Damien” ist u.a. kostenpflichtig in deutscher Sprache erhältlich bei Amazon Video und Google Play, jedoch nicht Bestandteil des Amazon Prime-Pakets. Ein deutscher BluRay-/DVD-Release ist zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: 30.3.2018) nicht bekannt.

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