Dallas Buyers Club - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Dallas Buyers Club

    Dallas Buyers Club


    Land/Jahr:
    USA 2013
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Jean-Marc Vallee
    Darsteller:
    Matthew McConaughey
    Jennifer Garner
    Jared Leto
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    117 Minuten
    Kaufstart:
    22. Juli 2014
    Label:
    Ascot Elite

    Dallas im Jahre 1985: Das Leben von Ron Woodroof könnte exzessiver kaum sein. Alkohol, Rodeo und ungeschützter Sex mit verschiedenen Partnerinnen steht da an der Tagesordnung und bescheren ihm ein wenig mehr Selbstbewusstsein. Nie im Leben hätte er daran gedacht, dass mit diesem ausschweifenden Lebensstil schon bald ein Ende sein könnte. Während die Presse zunehmend von einer sich ausbreitenden Aids-Krise spricht und vor allem Homosexuelle damit in Verruf geraten, erhält Ron nach einem Arbeitsunfall eine folgenschwere Diagnose: Auch er ist mit dem HI-Virus infiziert und längst ist bei ihm die Krankheit Aids ausgebrochen. Der behandelnde Arzt diagnostiziert ihm noch dreißig Tage bis zum endgültigen Tod. Doch obwohl nur einige wenige Patienten in einer Versuchsreihe mit dem bisher zu hoch dosierten AZT versorgt werden, entdeckt Ron nach einiger Recherche durchaus Medikamente, die wirklich helfen können und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Dumm nur, dass diese in den Vereinigten Staaten noch längst nicht zugelassen sind und er gezwungen ist, diese illegal aus Mexiko zu importieren. Es entsteht der „Dallas Buyers Club“, ein Verein aus Aids-Patienten, die gegen eine Mitgliedschaftsgebühr illegal mit dem Medikament versorgt werden – und damit der Gesundheitsbehörde und der Drogenfahndung konsequent den Kampf ansagen…

    Kritik:
    Gleich nach „Mud – Kein Ausweg“ liefert uns Hollywood-Star Matthew McConaughey großartigen Nachwuchs für unser Heimkino. Dieses Mal schlüpft er in die Rolle des Aids-Patienten Ron Woodroof, der in den 80er Jahren einen Verein gründete, um todkranken Menschen zu helfen. Ein mitunter immer noch aktuelles Problem.

    Drogen für Kranke
    Der Film über den gleichnamigen ehemaligen Club aus Dallas befasst sich mit einem Thema, das noch heute viele Menschen beschäftigt und für das zahlreiche Demonstranten auf die Straße gehen: Darf ein leidender und kranker Patient auf Drogen zurückgreifen, um seine Symptome zu lindern und sein Leben zu verbessern? Eine ähnliche Diskussion gibt es auch in den heutigen Tagen rund um die Droge Cannabis, die von vielen Legalisierungs-Befürwortern als natürliches pflanzliches Mittel u.a. zur Schmerzlinderung angesehen wird – jedoch in Konflikt mit dem Gesetz steht. Obwohl es hier durchaus eine nachvollziehbare Diskussion um Pro und Contras geht, waren die realen Hintergründe zum „Dallas Buyers Club“ ein wenig eindeutiger. Ein eindeutig nicht toxisches und ebenso wenig berauschendes Medikament zur Behandlung von Aids wurde nicht zugelassen und die selbst erkrankten Händler prompt als Drogendealer verunglimpft. Die Drogendebatte blieb schließlich aus, da von einem Rauschmittel kaum die Rede sein konnte – doch die Problematik, nämlich im Konflikt mit den Drogengesetzen zu stehen, gilt auch hier. Damit hat das Drama einen überaus spannenden Hintergrund, der fast schon ein Garant für eine gute Story sein muss.

    Ein zerbrechlicher McConaughey
    Hauptdarsteller Matthew McConaughey trägt allerdings wirklich sein Bestes dazu bei, seiner Rolle zu echten Meisterleistungen zu verhelfen. Man sieht ihm förmlich an, dass er mit voller Energie und Begeisterung in die tiefgründige Rolle schlüpft und sich hervorragend in die Figur hineinversetzen kann. Mit Überzeugungskraft und emotionaler Dramatik bringt er uns das Schicksal eines Aids-Patienten näher, der einst selbst über Homosexuelle hergezogen hat und plötzlich von seinen eigenen Freunden wegen seiner Krankheit ausgegrenzt wird. Ein Mann, der praktisch gezwungen ist, sich selbst zu helfen und selbst im Beruf oder in der örtlichen Kneipe nicht mehr akzeptiert wird. Damit stellt „Dallas Buyers Club“ authentisch ein Schicksal dar, unter dem wohl viele Patienten leiden, wenn sie sich erst einmal geoutet haben – erst recht in der damaligen Zeit. Obwohl McConaughey nun mittlerweile mehr als zwanzig Jahre im Filmbusiness ist, schafft er es jedes Mal seine Leistungen nochmals zu übertreffen und scheint inzwischen als hervorragender Charakterdarsteller aufzutreten. Kurz gesagt: Er ist die absolute Optimalbesetzung für diesen Streifen.

    Folgen von Aids
    Doch nicht nur der Schauspieler allein, sondern auch die Maskenbildner liefern richtig gute Arbeit ab. Hat man den Darsteller noch vor kurzem in „Mud – Kein Ausweg“ gesehen, dann weiß man recht gut, dass Matthew eigentlich ziemlich fit und gut gebaut ist. Nicht jedoch so in „Dallas Buyers Club“, wo man ihm die Krankheit bereits zu Beginn sehr glaubwürdig ansieht. Körperlich nicht mehr ganz fit, leicht unterernährt wirkend und mit eindeutigen Hautveränderungen befindet er sich im angeblich letzten Stadium seiner Krankheit und soll eigentlich schon bald sterben. Dass sein Immunsystem bereits so sehr leidet, dass er mit Schwächeanfällen zu kämpfen hat, kauft man ihm auch optisch zu jeder Sekunde ab. Doch die Maskenbildner schaffen es, auch die fortlaufende Entwicklung von Aids optisch darzustellen. Hautausschlag bei mangelnder Behandlung, offensichtlicher Gewichtsverlust und Vitaminmangel. Doch ein helfendes Medikament gefunden und Matthew sieht nach gewisser Zeit wieder ein bisschen fitter aus. Der Oscar für das beste Make Up ist damit also mehr als gerechtfertigt – gleiches gilt für Matthew als bester Hauptdarsteller. Absolut verdient!

    Fazit:
    Mit einem bemerkenswert guten Make Up unterstützt, mausert sich Matthew McConaughey zu einem herausragenden Charakterdarsteller, der zudem noch die Hauptrolle in einer überaus tiefgründigen Geschichte spielt. „Dallas Buyers Club“ hat jeden seiner drei Oscars verdient!