Corbin Nash - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Corbin Nash

    Corbin Nash


    Land/Jahr:
    USA / GB 2018
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Ben Jagger
    Darsteller:
    Dean S. Jagger
    Corey Feldman
    Richard Wagner
    Fernanda Romero
    Bruce Davison
    Rutger Hauer
    Malcolm McDowell
    FSK:
    ungeprüft
    Dauer:
    95 Minuten
    Kaufstart:
    31. August 2019
    Label:
    Fokus Media

    Detective Corbin Nash versucht gemeinsam mit seinem Kollegen in den dunklen Nächten von Los Angeles den Mord an seinen Eltern aufzuklären. Da dauert es nicht lange, bis er auf die mysteriösen Gestalten Queeny und Vince stößt, die offenbar nicht nur Zugang zur Unterwelt haben, sondern ebenso nicht ganz von dieser Welt zu sein scheinen. Schon bald findet Corbin schließlich heraus, dass seine Eltern viele Jahre lang Jagd auf Dämonen und Vampire machten und auch er in ihre Fußstapfen treten muss, um die Hintergründe zu ihrem Mord endgültig aufzudecken…

    Kritik:
    Es gab einmal eine Zeit, in der Vampirfilme und -serien sich nicht an ein jugendliches Publikum richteten, keineswegs mit aalglatten Frauenschwärmen besetzt waren und dem Publikum noch Angst einjagen wollten. „Corbin Nash“ möchte jener Zeit, in der Vampirfilme noch mit „Blade“ oder „Van Helsing“ das Publikum begeisterten, auch heute noch gerecht werden.

    Vampire glitzern nicht
    Man kann beim ersten Anblick von „Corbin Nash“ daher noch nicht so recht glauben, dass der Vampirstreifen eigentlich erst im Jahre 2018 gedreht wurde. Fast durchgehend in der düsteren Nacht spielend und in den dreckigen Gassen von Los Angeles gedreht, wie es eher in den 90er Jahren üblich war, möchte sich der Film nämlich von einer rauen und brutalen Seite zeigen und dabei mit dem aktuellen Trend der Teenie-Vampire möglichst hart brechen. Glitzernde Schönlinge wie in „Twilight“ oder Highschool-Vampire wie in „Vampire Diaries“ suchen wir hier vergeblich – was dem etwas älteren Publikum sicherlich gefallen dürfte. „Corbin Nash“ ist im Gegensatz dazu nämlich nicht so zimperlich: Menschliche Opfer werden hier noch als Nahrungsquelle in blutversifften Käfigen gehalten und im Kampf gegen die Unterwelt entwickelt sich die Gewalt der Hauptfigur zu einem richtigen Slasher.

    Dünne Story voller Gewalt
    Dabei allerdings hat „Corbin Nash“ auch so einige Probleme. Richtig zugänglich möchte der Streifen mit seinem experimentellen Look, der ihm zumindest einen künstlerischen Wert verleiht, nicht so recht sein. In mehreren Zeitabschnitten spielend, die auf den ersten Blick nicht recht ersichtlich sind, tut sich der Film mit der Zugänglichkeit zunächst ziemlich schwer. Schade ist dabei, dass die Offenbarung der diversen Puzzleteile zum Endes Films allerdings nicht gerade mit einer überraschenden Komplexität begeistern, sondern eher Aufschluss darüber geben, wie dünn die Geschichte rückblickend dann eigentlich war. Denn während „Corbin Nash“ reichlich Zeit mit brutalen und blutigen Ringkämpfen verschwendet, weil die blutrünstigen Vampire ihre Opfer durchaus auch zum Spaß gegeneinander kämpfen lassen, wäre die Rahmenhandlung eigentlich in gerade einmal zehn Minuten zu Ende erzählt. Inhaltlich entpuppt sich „Corbin Nash“ damit eher als grobe Enttäuschung, denn als düsterer Vampir-Hit.

    Kein neuer Blade
    Das ist insofern auch schade, weil der Streifen von üblichen Klischees deutlich abweicht. Die vampirischen Figuren möchten schließlich weder zum aktuellen Teenie-Trend passen, noch in die Kerbe der stereotypischen Klassiker einschlagen. Mit einem Transvestiten und einem vermeintlichen Gangster-Vampir, die gemeinsam auf die Jagd nach Nahrung für ihren Vampir-Kult gehen, liefern sie immerhin die ungewöhnlichsten Vampire ab, die wir in den letzten Jahrzehnten gesehen haben. Da wird erst bewusst, wie unglaublich viel Potential „Corbin Nash“ eigentlich verschwendet, als es Regisseur Ben Jagger leider nicht im Geringsten gelingt, die Charaktere seiner Figuren sinnvoll auszuarbeiten. Sowohl die titelgebende Hauptfigur Corbin Nash, als auch seine Widersacher bleiben dermaßen oberflächlich, dass wir keinerlei emotionale Bindung zu den Figuren aufbauen können. Noch nach der Hälfte der Laufzeit scheitert „Corbin Nash“ handwerklich so sehr daran, die notwendige Atmosphäre aufzubauen, dass uns die Figuren zu diesem Zeitpunkt praktisch immer noch egal sind und uns der Streifen kaum in seinen Bann ziehen kann. Schade, denn mit seinem düsteren Setting im Stil von „Vampire: The Masquerade“ wäre hier Potential für eine neue Kultreihe nach „Blade“ vorhanden gewesen.

    Fazit:
    Der überaus düstere und überraschend harte Vampirstreifen hatte eigentlich das Potential zu einem neuen Kultfilm im Stil von „Blade“ zu werden, scheitert aber völlig an der Ausarbeitung seiner Charaktere und dem Aufbau von Emotionen und bleibt auch erzählerisch über weite Strecken extrem dünn.

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