China Salesman - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    China Salesman

    China Salesman


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Action
    Regie:
    Tan Bing
    Darsteller:
    Steven Seagal
    Mike Tyson
    Janicke Askevold
    Li Dongxue
    Li Ai
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    110 Minuten
    Kaufstart:
    6. September 2018
    Label:
    EuroVideo

    Der junge chinesische Geschäftsmann Yan Jian ist eigentlich nur aus dem einen Grund nach Afrika gereist, um dort an der Ausschreibung für die neuesten Telekommunikationslizenzen teilzunehmen. Im Konkurrenzkampf mit einem europäischen Konzern möchte er das Land davon überzeugen, dass sein Unternehmen DH Telecom der richtige Partner für den Aufbau einer neuen Infrastruktur ist. Dumm nur, dass die Konkurrenz längst ganz andere Pläne im Sinn hat und sich eigentlich viel mehr für die natürlichen Ressourcen des Landes interessiert, als für Mobilfunklizenzen. So setzen diese alles daran, nicht nur den Gegner mittels Wirtschaftsspionage zu sabotieren, sondern auch noch einen Krieg zwischen dem Norden und dem Süden anzuzetteln, der vor allem durch einen Zusammenbruch des Telefonnetzes überhaupt erst eskalieren kann. Nun liegt es an Yan Jian, den Ausbruch eines Bürgerkrieges doch noch zu verhindern und mitten im Kriegsgebiet die Funktürme wieder zum Laufen zu bekommen…

    Kritik:
    Obwohl Actionlegende Steven Seagal einst für herausragende Streifen wie „Alarmstufe Rot“ bekannt war, scheinen seine besten Zeiten längst vorbei zu sein. Einiges an Gewicht zugelegt und gar nicht mehr so beweglich wirkend, gibt sich der Martial Arts-Star inzwischen auch gerne einmal mit etwas kleineren Rollen ab. Eine solche soll dann auch sein Auftritt in „China Salesman“ werden.

    Seagal wird kamerascheu
    Prangt immerhin sein Gesicht noch ziemlich groß auf dem Cover des Films, könnten langjährige Fans angesichts dieser Täuschung nämlich ziemlich schnell enttäuscht werden: Eine Hauptrolle bekommt Steven Seagal in „China Salesman“ nämlich tatsächlich nicht mehr. Stattdessen bekommen wir ihn in insgesamt drei oder vier Szenen gerade einmal kaum zehn Minuten zu Gesicht. Und selbst die größten Fans wissen dabei: Große darstellerische Kunst ist von Seagal dabei in der Regel nicht zu erwarten, lässt er sich doch allenfalls auf ein paar kühle Dialoge mit ziemlich wenig Mimik ein und ist vielleicht auch mal für den ein oder anderen Kampf bereit. Immerhin: Wer die Martial Arts-Fähigkeiten von Seagal noch einmal erleben möchte, hat dazu in „China Salesman“ zumindest die Gelegenheit, denn der Actionstar legt sich mit niemand geringeres als Mike Tyson höchstpersönlich an.

    Hohes Trash-Potential
    Man muss an der Stelle aber auch sagen: Ein bisschen Trash sei mit dem Auftritt von Mike Tyson wohl garantiert, denn der bekommt eine viel größere Rolle als der eigentliche vermeintliche Star des Films. Schaut man sich dann allerdings die etwas verrückt anmutende Rollenauswahl an, muss man schon anzweifeln, ob sich „China Salesman“ selbst tatsächlich ernst nimmt: Tyson darf hier nämlich als Wirtschaftsspion ran, der – wie sollte es auch anders sein – mit einem Panzer auf Funktürme schießen darf. Klingt logisch, oder? Nun, wer das schon für völlig hanebüchenen Unsinn hält, sollte bei den Gesprächen der angeblichen IT-Spezialisten der Telekommunikationsunternehmen wohl besser großzügig weghören, denn den Machern scheint doch offensichtlich völlig egal zu sein, ob die Dialoge oder gar die Handlung in diesem Streifen auch nur den geringsten Sinn ergeben. Und das führt dann mitunter auch zwangsläufig dazu, dass Seagal trotz seiner relativ schwachen Leistung immer noch einer der besten Darsteller des Films ist. Und das sagt über die Qualität von „China Salesman“ dann wohl schon einiges aus.

    Chinesische Propaganda
    Schlimmer allerdings wird es spätestens bei der recht fragwürdigen inhaltlichen und auch politischen Message des Films, denn „China Salesman“ grenzt mit seiner absurden Story nicht selten an einen chinesischen Propagandafilm. Wir sind es ja gewohnt, dass sich Seagal manchmal für wirklich groben Unfug hergibt, aber ausgerechnet die staatliche Überwachung der Chinesen durch die eigenen Provider in Frage zu stellen, scheint dann doch schnell etwas zu viel des Guten. „China Salesman“ bezieht aber eine ganz klare Haltung: Der Westen ist böse, kriegstreiberisch und korrupt – die ehrlichen Chinesen hingegen würden niemals ihre Kunden ausspionieren oder gar ein anderes Land angreifen. Wenn dann auch noch Hauptdarsteller Li Dongxue mit einer chinesischen Flagge auf dem Dach durch ein Kriegsgebiet fährt, um natürlich von den afrikanischen Streitkräften nicht angegriffen zu werden, weil die Chinesen ja schließlich zu den Guten gehören, möchte man vor Fremdschämen beinahe im Boden versinken. Selbst für Steven Seagals Verhältnisse ist dieser Streifen schon echt starker Tobak.

    Fazit:
    Der neueste Streifen mit Steven Seagal hat nicht nur wegen seines völlig absurden Inhalts ein gewisses Trash-Potential, sondern grenzt mit seiner Lobhudelei auf China schon stark an einen chinesischen Propagandafilm. Vielleicht lässt sich Seagal auch deshalb kaum zehn Minuten auf dem Bildschirm blicken…

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