Child’s Play - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Child’s Play

    Child’s Play


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Lars Klevberg
    Darsteller:
    Gabriel Batemen
    Aubrey Plaza
    Brian Tyree Henry
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    90 Minuten
    Kaufstart:
    22. November 2019
    Label:
    Capelight

    Der junge Andy bekommt das Geburtstagsgeschenk von seiner alleinerziehenden Mutter Karen in diesem Jahr einige Wochen früher: Die neuerartige Buddi doll, eine aufregende High-Tech-Puppe der Firma Kaslan Corp, die der letzte Schrei bei den Kindern ist und die mittels Cloud-Technologien in der Lage ist, sich mit praktisch jedem anderen Gerät des Unternehmens zu verbinden und es zu steuern – egal, ob Fernseher, Haushaltsgeräte oder Überwachungskameras. Noch ahnt die junge Familie allerdings nicht, dass mit ihrem Exemplar einiges nicht stimmt: Die Sicherheitsalgorithmen wurden scheinbar abgeschaltet und die Puppe, die sich gegen den Willen ihres Besitzers kurzerhand „Chucky“ nennt, entwickelt ein unheimliches Eigenleben und schon bald geschehen mysteriöse Morde in der Nähe von Andy…

    Kritik:
    Dass sich die gruselige Mörderpuppe aus den 80iger Jahren bei Horrorfans zu einer solchen Kultfigur entwickeln würde, kam damals beim Start des ersten Films sicherlich ein bisschen überraschend. Inzwischen schaffte es die Reihe auf immerhin ganze sechs Fortsetzungen und mit „Child’s Play“ wagt man nun mit einem Remake den Schritt in ein modernes Zeitalter. Doch brauchte es das wirklich?

    Chucky wird zur KI
    Damals nämlich, im Jahre 1988, konnte man die heutige technologische Entwicklung noch kaum abschätzen. Computer waren in den Haushalten nicht gerade die Regel, Spracherkennung schonmal gar nicht und von Cloud-Technologien war die Bevölkerung ebenso ziemlich weit entfernt. Für den ersten „Chucky“-Film brauchte es daher noch klassische okkulte Methoden: Voodoo sollte einst schließlich dafür sorgen, dass die Puppe zum Leben erweckt wird. Heute springt man stattdessen lieber auf den technologiekritischen Zug auf und versucht den Menschen, mit der bereits in jedem Haushalt üblichen künstlichen Intelligenz ein wenig Angst zu machen. Ganz wie Alexa darf der junge Andy hier schließlich mit seinem Spielzeug sprechen, das Anweisungen befolgt, auf Wunsch den Fernseher steuert und nur mittels eines Computerchips in der Lage ist, eine Persönlichkeit zu entwickeln. Das allerdings bringt ein fatales Problem mit sich: Hatte der alte Chucky durch den Okkultismus noch eine Art von „Seele“, ein echtes Eigenleben, wird der neue Chucky viel greifbarer und eher als technische Fehlfunktion verstanden. Irgendwie mag die moderne Mörderpuppe damit ein bisschen weniger unheimlich erscheinen.

    Kreativität durch Technologie
    Auf der anderen Seite hat dies natürlich einige Vorteile, da „Chucky“ durch seine neu erlangten Fähigkeiten durchaus eine größere Bedrohung darstellt: Die Mörderpuppe wurde jetzt nämlich mit WLAN-Fähigkeiten ausgestattet und ist damit in der Lage, mit dem „Internet der Dinge“ zu kommunizieren und ganz gewöhnliche Haushaltsgeräte zu kontrollieren. Das eröffnet natürlich zahlreiche Möglichkeiten, bei seinen mehr oder weniger heimlichen Mordversuchen auf ganz neue Methoden zurückzugreifen und der Fantasie der Macher freien Lauf zu lassen, wenn die Mörderpuppe auch mal seine Mitmenschen mit autonomen Autos, ferngesteuerten Heizungen und diversen Spielzeugen aus dem Supermarkt terrorisiert. Gelungen ist dabei, dass auch der moderne Chucky nicht auf seinen schwarzen Humor des Originals verzichtet und bei all seiner Kritik an moderner Technologie auch ein wenig selbstironisch an die Sache herangeht. Der zynische Humor, all die spannenden neuen Dinge für den Spaß zum Töten zu missbrauchen, unterhält so auch beim Reboot noch hervorragend.

    Frischer Wind für Chucky
    Und eines muss man „Child’s Play“ in jedem Fall lassen: Nach den eher mäßig qualitativen letzten Teilen der Originalreihe unter den Titeln „Cult of Chucky“ und „Curse of Chucky“ gelingt es „Child’s Play“ zumindest einigermaßen an alte Qualitäten anzuknüpfen. Natürlich ist dabei klar, dass die großen Innovativen eher ausbleiben, handelt es sich doch um eine abgewandelte Variante der praktisch identischen Story von damals und auch an das neue Aussehen der Mörderpuppe muss man sich dann schon ein wenig gewöhnen. Erfreulich dabei, dass vor allem der junge Gabriel Batemen, der mit „Annabelle“ schon ein wenig Horrorerfahrung sammeln durfte, sich vor dem Originaldarsteller Alex Vincent nicht verstecken muss und auch die größtenteils sympathischen Nebenfiguren funktionieren auf ganzer Linie. Und doch fehlt „Child’s Play“ mit seinem manchmal etwas zu einladenden Look in einer modernen Wohnung mit zahlreichen modernen Geräten, Smartphones und vernetzten Haushaltsgeräten manchmal einfach die unheimliche und beengende Stimmung des Originals. Denn da, wo Smartphones immer greibar sind und die Freunde zu jedem Zeitpunkt erreichbar, da fühlt sich eben keiner mehr so richtig allein. In einem Horrorfilm ist das nicht immer von Vorteil.

    Fazit:
    „Chucky – die Mörderpuppe“ bekommt ein modernes Gewand und wird mit künstlicher Intelligenz und allerlei Netzwerktechnologie ausgestattet. Dabei bringt er nach „Cult of Chucky“ und „Curse of Chucky“ immerhin positiven frischen Wind in die Reihe, doch die unheimliche beengende Stimmung des Originals bleibt unerreicht.

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