Charlies Welt - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Charlies Welt

    Charlies Welt


    Land/Jahr:
    USA 2012
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Roman Coppola
    Darsteller:
    Charlie Sheen
    Jason Schwartzman
    Bill Murray
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    86 Minuten
    Kaufstart:
    4. Oktober 2013
    Label:
    Koch Media


    In letzter Zeit läuft im Leben von Charles Swan III alles aus dem Ruder. Nachdem ihn seine langjährige Freundin eiskalt verlassen hat, nachdem sie die Nacktbilder seiner Ex-Freundinnen entdeckte, plagt ihn der tiefste Liebeskummer. Es scheint, als käme er einfach nicht über diese Frau hinweg und tagtägliche Besäufnisse übernehmen den Alltag. Das hat natürlich auch schnell Auswirkungen auf seinen Beruf, weshalb der Grafiker schon bald vor ernsthaften Problemen steht. Da hilft nur noch eines: Er muss seine Freundin zurückgewinnen und seine Probleme bewältigen. Dumm nur, dass das Aushorchen der selbigen mit einer Wanze nicht unbedingt zu seinen besten Einfällen gehört…

    Kritik:
    Der berühmte Hollywood-Star Charlie Sheen dürfte nun bereits seit einigen Jahren wegen seinem Drogenmissbrauch und diversen anderen Skandalen in den Medien sein. Dass er angesichts dessen überhaupt noch Rollen bekommt, verwundert doch immer wieder sehr. In diesem Fall versucht Regisseur Roman Coppala aber tatsächlich in den Kopf des Stars einzudringen und seine eigene Welt zu zeigen. Ob das Gesehene nun der Realität oder der Figur aus dem Film entspricht, sei mal dahin gestellt – völlig durchgeknallt ist das aber trotzdem stellenweise.

    Die Selbstdarstellung
    Man darf sich bei dieser Story natürlich gern fragen, ob sich Charlie Sheen nicht womöglich selbst darstellt und gar keine wirkliche Rolle spielt. Wie einst in seinem Interview mit dem Sender ABC sitzt Sheen schließlich auch in diesem Film kettenrauchend da, scheint gemäß seinem Verhalten irgendwie auf Drogen zu sein und hat doch nur das andere Geschlecht im Kopf. Da kommt uns sofort seine alte Rolle in „Two and a half men“ in den Sinn, doch müssen wir prompt feststellen, dass „Charlies Welt“ irgendwie nicht einmal im Ansatz so lustig ist. Dafür ist der als Tragikomödie anmutende Streifen irgendwie verspielt, ein bisschen verrückt und ganz und gar nicht auf dem Boden der Tatsachen. Insbesondere die Fantasien von Charlie, in denen er Frauen retten oder vor einer Horde Amazonen flüchten muss, haben mit realistischen Szenen kaum etwas zu tun. Die sind dafür aber auch wieder so albern, dass wir uns vor allem zu Beginn mit derartigen Ein- und Rückblenden überhaupt nicht anfreunden können. Zum Glück schlägt „Charlies Welt“ nach einiger Zeit doch andere Wege ein.

    Charlie Sheen mit Liebeskummer
    Im Kern ist doch die Rolle des Charlie, der sich irgendwie selbst spielt, aber doch rein fiktionale Probleme hat. Liebeskummer, Stress auf der Arbeit, eine Oma mit Demenz und melancholische Freunde, die ihm ständig ein wenig auf der Nase herumtanzen. Die idiotischen Fantasien von Charlie Sheen einmal beiseite geschafft und aus dem Spiel gelassen, kann dann sogar die Handlung mitsamt ihrer Charaktere irgendwie ein bisschen fesseln. Immerhin wünschen wir es uns doch regelrecht, dass das liebevolle Arschloch Charlie endlich seine geliebte Frau zurückerobert und schauen schon fasziniert auf den Bildschirm, wenn er mit seinem Überwachungskoffer durch die Büsche vor ihrem Haus schleicht. Eigentlich ist die ganze Szene derartig surreal, dass wir uns doch auf indirekte Weise gut unterhalten fühlen. Da bleiben zwar die großen Lacher aus, aber komisch und witzig ist das auf die kleine Art dann trotzdem. So oder so liegen Fans von Charlie Sheen bei diesem Film aber definitiv richtig, kann er doch auf seine gewohnte Art gewisse Sympathien angeln. Das macht den Film zwar noch nicht perfekt, aber immerhin zu einer durchschnittlichen Komödie. Echte Hochleistungen sehen wir dann aber wohl doch nur in „Two and a half men“.

    Fazit:
    Charlie Sheen spielt sich selbst: Kettenraucher, notgeiles Arschloch und irgendwie ein totaler Idiot. Da bleiben zwar die großen Lacher aus, doch eingefleischte Charlie-Fans werden gut unterhalten.