Bunny and the Bull - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Bunny and the Bull

    Bunny and the Bull


    Land/Jahr:
    GB 2009
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Paul King
    Darsteller:
    Edward Hogg
    Simon Farnaby
    Slyvia Syms
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    98 Minuten
    Kaufstart:
    25. November 2011
    Label:
    Senator


    Bereits seit Monaten hat sich der Tagesablauf von Stephen nicht mehr verändert. Jeden Tag steht er zur gleichen Zeit auf, duscht exakt gleich lange, putzt sich anschließend auf die gleiche Weise die Zähne und sammelt alles, was sich in seinem Besitz befindet – selbst seinen Urin. Das Überleben sichert er sich lediglich durch die Zunahme der täglich gleichen Mahlzeit, die aus dem üblichen Fertiggericht besteht. Nur heute gibt es plötzlich eine Änderung, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt. Heute beschließt Stephen, das Haus erstmals wieder zu verlassen, weil die Ratten sein Essen aufgefressen haben. Doch ehe es soweit ist, plagt er sich mit schrecklichen Angstzuständen herum und versucht, seine Erinnerungen durch Halluzinationen zu verarbeiten. Keine leichte Aufgabe…

    Kritik:
    Es gibt diese wenigen Menschen am Rande der Gesellschaft, die in völliger Isolation leben und keinerlei soziale Kontakte pflegen. Meist haben sie seit Monaten kein Tageslicht mehr gesehen und ernähren sich durch die immer gleiche Nahrung, die sie mittels Lieferservice direkt ins Haus bringen lassen. Noch schlimmer mag es da sein, wenn ausgerechnet diese Person auch noch ein Messie der extremsten Sorte ist und alles, aber auch wirklich alles in Kartons sammelt, was er irgendwo findet, kauft oder erzeugt. Das Sammeln des eigenen bereits Monate alten Urins macht die Sache da sicherlich weniger appetitlich. Doch irgendwann wird für jeden der Tag kommen, an dem er erstmals wieder das Haus verlassen muss. So auch für Stephen.

    Ein Messie verlässt das Haus
    Die Idee des Films ist auf jeden Fall sehr innovativ und ungewöhnlich, denn „Bunny and the Bull“ versucht tatsächlich die psychischen Probleme eines jungen Mannes auf kunstvolle Art und Weise zu verarbeiten. Er zeigt uns einen Mann, der durch Halluzinationen geplagt wird, im absoluten Chaos lebt und sich nicht mehr aus der totalen Isolation heraus wagt. Doch seine Gedanken spielen längst verrückt und bei dem Versuch, das Haus doch zu verlassen, kommen seine größten Angstzustände zum Vorschein. Plötzlich bildet er sich ein, sein alter Freund Bunny würde sich zusammen mit ihm im Haus aufhalten und ihn durch die Sichtung gewisser Gegenstände in die Vergangenheit katapultieren. In all dem gesammelten Chaos findet sich damit schließlich genügend Material, die Ereignisse noch einmal aufrollen zu lassen und Stephen in die schrecklichsten Erinnerungen seines Lebens einzuführen. Sehr kunstvoll inszeniert „Bunny and the Bull“ da diese Erinnerungen, in dem wir beispielweise durch Landkarten direkt in den damaligen Road-Trip versetzt werden, oder sogar nachts durch eine Luke in der Matratze verschwinden. Die irreale Welt wird dabei durch Pappkulissen, Zahnradobjekten und Papierzeichnungen dargestellt, in denen sich die realen Protagonisten auf merkwürdige, aber ausgefallene Weise bewegen. All die mitreißenden Erlebnisse werden so durch wahre Kunst wiedergegeben. Daran muss man sich zwar zunächst gewöhnen, doch schon bald kann man sich so sehr gut in die Probleme dieses Mannes hineinversetzen.

    Ein ungleiches Duo
    Die eigentliche Story entpuppt sich dabei als klassisches Buddy-Movie, bei dem es um zwei ungleiche beste Freunde geht, die zusammen die wohl verrücktesten Erfahrungen sammeln und durch die schrägsten Erlebnisse eine enge Verbindung eingehen. Bunny ist dabei zwar nicht gerade ein vorbildlicher Kerl, aber für den großen Spaß ist er dabei immer zu haben. Da verlieren sie einmal ihr gesamtes Vermögen durch Sportwetten, trinken bei einem Obdachlosen von Hundemilch und streiten sich ein anderes Mal sogar um die hübsche Spanierin aus dem Krabbenrestaurant. Nach und nach zeichnen sich da bereits die ersten psychischen Probleme bei Stephen heraus, sodass die eigentlichen Gründe für seine momentane Situation erst spät gelüftet werden. Vorhersehen kann man die Entwicklung eines so außergewöhnlichen Filmes jedenfalls nicht, weshalb „Bunny and the Bill“ lange Zeit mitreißend bleibt. Lediglich der eigentliche Inszenierungs-, bzw. Kunststil mag da nicht bei jedem Zuschauer ankommen und den Film mit seiner befremdlichen Art etwas unzugänglich erscheinen lassen. Man braucht also eine gewisse Vorliebe für derartige „moderne Kunst“, um dem Film tatsächlich etwas abgewinnen zu können, denn die eigentlich so geniale Idee des Messies, der erstmals das Haus verlässt, wird so nicht im Kern weitergeführt.

    Fazit:
    „Bunny and the Bill“ bietet uns auf sehr kunstvolle Weise einen Einblick in die Psyche eines Messies und wird damit zu einem wunderbar schrägen Road-Movie, den wir in dieser Form definitiv noch nicht gesehen haben. Mit einer Vorliebe für seltsame Filme mit noch seltsameren Kulissen wird dieser Streifen sicherlich ein Spaß.