Bullyparade – Der Film - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Bullyparade – Der Film

    Bullyparade – Der Film


    Land/Jahr:
    D 2017
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Michael Herbig
    Darsteller:
    Michael Herbig
    Christian Tramitz
    Rick Kavanian
    Sky Du Mont
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    100 Minuten
    Kaufstart:
    Amazon Video:
    17. Februar 2018

    DVD / BluRay:
    24. Mai 2018
    Label:
    Warner Bros.

    Zwei Zwickauer reisen zurück in die Vergangenheit, um den Auftritt von David Hasselhoff zu verhindern, der einst den Mauerfall bewirkt hat. Häuptling Winnetou glaubt endlich, in der hübschen Annette seine große Liebe gefunden zu haben. Das Kaiserpaar Sissi und Franz ist auf der Suche nach einer neuen Immobilie und stößt dabei auf vermeintliche Schlossgeister. Und ganz nebenbei begibt sich Captain Kork mit Mr. Spuck auf die Reise zum Planet der Frauen, in dem fürchterliche Kingklone den Frauen die Haare abschneiden wollen. Und alle haben sie dabei eines gemeinsam: Ihre Erlebnisse sind mehr als kurios – und könnten mitunter ziemlich witzig sein.

    Kritik:
    Dass die legendäre Bullyparade zuletzt über die Mattscheibe flimmerte, ist mittlerweile mehr als fünfzehn Jahre her. Der jüngeren Generation vielleicht gar kein Begriff mehr, erinnern sich vor allem die Erwachsenen noch heute gerne an die lustigen Abende auf ProSieben zurück, in denen Michael Bully Herbig und Christian Tramitz so manche Kinofilme und Fernsehserien auf die Schippe genommen haben.

    Humor vergangener Zeiten
    Hat man vor einigen Jahren noch Bullys Kultkomödien „Der Schuh des Manitu“ oder „(T)Raumschiff Surprise“ für seinen Humor gefeiert, weiß man sicherlich noch recht gut, auf welche Art von Gags wir uns im „Bullyparade“-Film einlassen dürfen. Auch fünfzehn Jahre später können Fans nämlich noch immer den damaligen Wortwitz erwarten, während Michael Herbig einen Kinofilm nach dem anderen parodiert und das Publikum schnell den Eindruck bekommt, dass sich hinsichtlich des Humors in den vergangenen Jahrzehnten nicht allzu viel getan hat. Ob die Witze dabei heute noch zünden, das muss sicherlich jeder für sich beurteilen. Problematischer ist allerdings, dass der Versuch, die gesamte Bullyparade in einem Film unterzubringen, nicht annähernd so gut funktioniert, wie ein thematisch doch recht eingeschränkter Film, wie einst „Der Schuh des Manitu“.

    Gags werden zum Flickenteppich
    Denn irgendwie muss es „Bully“ Herbig doch schließlich gelingen, ganz viele Themenfelder in einen Film zu packen, die inhaltlich eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben. So mancher potentielle Zuschauer wird sich wohl zurecht fragen, wie Winnetou, Sissi und Raumschiff Enterprise eigentlich so richtig zusammenpassen sollen. Und irgendwie liefert der „Bullyparade“-Film auch keine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage. Abgeliefert wird viel mehr ein großer Flickenteppich, bei dem man die einzelnen Themenabschnitte schlicht aneinander reiht und dies damit begründet, dass eine Fortsetzung der vorherigen Geschichte „nicht überliefert“ sei. Letztendlich bekommt also Winnetou ebenso gefühlte dreißig Minuten Zeit, wie Sissi und die Raumschiff Enterprise-Parodie im Anschluss. Dumm nur, dass nach fünfzehn Jahren längst nicht jede Parodie noch immer zündet. So wirkt Bullys Interpretation von „Winnetou“ spätestens seit „Der Schuh des Manitu“ auserzählt, sodass die dazugehörigen Gags einfach nicht mehr funktionieren wollen.

    Kampf den Lensflares
    Ein Komplettausfall ist der „Bullyparade“-Film aber trotzdem nicht, was wir allerdings einzig und allein dem gelungenen Mix aus „Star Trek“- und „Star Wars“-Parodie zu verdanken haben. Die neueste Auflage des „(T)Raumschiff Surprise“ – dieses Mal an Bord der USS Hasselhoff – funktioniert durch seine dazu passende Laufzeit ein bisschen wie eine humorvolle Episode von Raumschiff Enterprise. Spannend-witzige Außenmission und gekonnte Anspielung an die Klonkrieger aus „Star Wars“ natürlich gleich inklusive. Und spätestens das Abschalten der Lensflares als Kampfansage an J.J. Abrams wird so mancher „echte“ Trekkie vermutlich als eine der besten Szenen des Films feiern. Eigentlich ein bisschen schade, dass sich Michael Herbig also nicht an ein „(T)Raumschiff Surprise 2“ gewagt hat und stattdessen mehr als die Hälfte des Films mit für den ein oder anderen Zuschauer nicht mehr funktionierendem Humor verschwendet.

    Fazit:
    Ganze 15 Jahre nach der letzten TV-Ausstrahlung einen Kinofilm zur „Bullyparade“ zu wagen, war schon ein gewagtes Experiment. Da viele der damaligen Gags aber heute nur noch bedingt funktionieren, entspricht das Ergebnis wohl auch den niedrigen Erwartungen vieler damaliger Fans. Immerhin: Für die erneute Parodie von Raumschiff Enterprise lohnt sich das Einschalten allemal.

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