Book Club - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Book Club

    Book Club


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Bill Holderman
    Darsteller:
    Diane Keaton
    Jane Fonda
    Don Johnson
    Andy Garcia
    Mary Steenburgen
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    104 Minuten
    Kaufstart:
    31. Januar 2019
    Label:
    EuroVideo

    Die vier Freundinnen Vivian, Diane, Carol und Sharon sind inzwischen reife Frauen über 60 und Männer spielen in ihrem Leben deshalb gar keine so große Rolle mehr. Die eine hatte seit ihrer Scheidung vor achtzehn Jahren keinen Partner mehr, die nächste sieht nach dem Tod ihres Mannes einfach keine Notwendigkeit für eine Beziehung mehr und die nächste schlägt sich als erfolgreiche Geschäftsfrau sowieso schon seit vierzig Jahren alleine durchs Leben. Nur eine Sache scheint die Frauen zu vereinen und ihnen eine gewisse Lebensfreude zu schenken: Der gemeinsame Buchclub, in dem sie sich treffen und ihren Horizont mit spannenden, anspruchsvollen Lektüren erweitern. Als eine der Frauen dann allerdings eines Tages „Fifty Shades of Grey“ mitbringt, entspricht das zwar nicht ihren intellektuellen Ansprüchen, bringt aber plötzlich doch die Männer und ihr Liebesleben wieder ins Gespräch. Und vielleicht weckt die Trilogie sogar die Lust auf einen zweiten Frühling bei den Frauen…

    Kritik:
    Ältere Frauen beim Suchen und Finden ihres zweiten Frühlings zu beobachten, kann schon ziemlich unterhaltsam sein und reichlich Humor zu bieten haben. Das haben wir in den vergangenen Jahren bei so manchem Film erlebt: Ob nun Meryl Streep an der Seite von Alec Baldwin in „Wenn Liebe so einfach wäre“ oder mit Tommy Lee Jones in „Wie beim ersten Mal“ – der trockene Humor der sich im hohen Alter etwas unbeholfen anstellenden Liebespaare sorgte schon immer für ein bisschen Lebensfreude beim Publikum. Nun dürfen dann aber auch einmal andere Darsteller ran, als die obligatorische und herausragende Meryl Streep.

    Spaß im zweiten Frühling
    Bei genauerer Betrachtung ist das Grundprinzip dieses Films natürlich dasselbe: Auch hier geht es um ältere, reife Frauen über 60, deren Liebesleben schon seit vielen Jahren ein bisschen eingeschlafen ist und die inspiriert durch ein Ereignis – in diesem Fall das Lesen einer Lektüre – doch die Sehnsucht nach ein bisschen Abenteuer entdecken und endlich mal wieder etwas Neues in ihrem Leben ausprobieren wollen. Hinsichtlich seiner Figuren gewinnt „Book Club“ damit zwar keine Innovationspreise, doch das Konzept geht auch dieses Mal wieder auf: Wenn sich die vier Frauen an ein neues Liebesleben, einen zweiten Frühling herantrauen und dabei fast noch einmal neu lernen müssen, wie Flirten und Sex eigentlich funktionieren, ist das zumindest für die Zuschauer ziemlich unterhaltsam. „Book Club“ schafft das, was alle diese Filme eigentlich immer schaffen, bereits von der ersten Minute an: Ein echtes Feel-Good-Movie zu sein, bei dem man mit den sympathischen Frauen schnell mitfühlen kann.

    Trockener, reifer Humor
    Die eigentlich so richtig guten Gags kommen aber erst durch Mimik, Körpersprache und die Reaktionen der Außenwelt zustande. Denn wenn ältere Frauen ganz unbeschwert über ihr Liebesleben in der Öffentlichkeit sprechen und damit so manchen Zuhörer in den jungen 20iger Jahren irritieren, sind spätestens die Blicke und Reaktionen darauf der eigentliche Gag-Garant von „Book Club“. Und vor allem gelingt den männlichen Gegenstücken, darunter Andy Garcia einmal mehr mit trockenem Humor zu begeistern, der die einfache, ruhiger gewordene Sicht auf das Leben im Alter hervorragend rüber bringt und damit praktisch in die Fußstapfen eines Alec Baldwin in „Wenn Liebe so einfach wäre“ schlüpft. Stilistisch und humoristisch geht „Book Club“ also ebenfalls ganz klar in diese Richtung, sodass die Komödie wohl all jenen gefallen dürfte, denen die Leichtigkeit der beiden oben genannten vergleichbaren Streifen vor einigen Jahren ebenfalls gefiel. Fast wundert man sich, dass all diese Filme tatsächlich unterschiedliche Regisseure haben, ähnelt sich die Handschrift der Streifen doch auf verblüffende Weise.

    Klischees der Selbstfindung
    Das setzt sich dann natürlich auch darin fort, dass ein solch humorvolles Werk wie selbstverständlich auch eine tiefgründige, dramatische Message haben muss. Unter dem Strich geht es immerhin auch beim „Book Club“ darum, mit dem eigenen Leben nicht vorzeitig abzuschließen, die persönliche Lebensfreude wiederzuentdecken und herauszufinden, wohin das Leben auch im hohen Alter noch gehen soll. Man ist an der Stelle aber schon beinahe froh darum, dass die Komödie keineswegs allzu sehr auf die Tränendrüse drücken möchte und die Figuren auch nicht von ihrer verbitterten Seite zeigen möchte. Dass „Book Club“ viel mehr – wie es bei einem Feel-Good-Movie eben sein sollte – ein positives Grundgefühl einfängt, funktioniert bei diesem Thema eben nach wie vor und lässt den Streifen insgesamt rund erscheinen. Dabei hat man dann auch schnell vergessen, dass die zu Grunde liegende Thematik nun keine absolute Neuigkeit in der Filmwelt ist und man doch eher sehr routiniert bereits bekannte Muster durchzieht. Wer allerdings den Unterhaltungswert höher gewichtet als die Innovationskraft, wird mit „Book Club“ mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Freude haben.

    Fazit:
    Ähnlich wie bereits „Wenn Liebe so einfach wäre“ und „Wie beim ersten Mal“ widmet sich auch diese Komödie wieder der Liebe im hohen Alter und schafft es hervorragend, das positive Gefühl einzufangen und mit einem äußerst hohen Unterhaltungswert zu kombinieren. Reife Frauen im zweiten Frühling funktionieren eben auch nach Jahren noch hervorragend.

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