Black Panther - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Black Panther

    Black Panther


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Ryan Coogler
    Darsteller:
    Chadwick Boseman
    Michael B. Jordan
    Danai Gurira
    Lupita Nyong'o
    Letitia Wright
    Martin Freeman
    Andy Serkis
    Forest Whitaker
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    134 Minuten
    Kaufstart:
    19. Juli 2018
    Label:
    Walt Disney Studios
    Home Entertainment

    Weit entfernt von der vermeintlichen Zivilisation existiert mit Wakanda ein isolierter, aber technologisch extrem fortgeschrittener afrikanischer Staat. Mit Tarntechnologie ausgestattet und von der restlichen Welt für ein armes Entwicklungsland gehalten, verfügt Wakanda über die wertvollsten Rohstoffe und modernsten Waffen, die in den falschen Händen für den Untergang der Menschheit sorgen könnten. Gerade deshalb steht T’Challa als Black Panther und neuer König von Wakanda vor einer schwierigen Herausforderung: Er muss nicht nur die von einem Waffenhändler gestohlene Technologie seines Landes dringend wiederbeschaffen, sondern auch noch gegen seinen Erzfeind Erik Killmonger antreten, der ihm schon bald den Thron streitig machen könnte. Der nämlich hat alles andere als friedliche Pläne für die Zukunft von Wakanda…

    Kritik:
    Als einer der ersten Superhelden-Filme, die in der deutlichen Mehrheit mit schwarzen Darstellern besetzt wurde, wird „Black Panther“ schon seit dem deutschen Kinostart von zahlreichen Medien gefeiert. Endlich ist es schwarzen Schauspielern gelungen, ebenso wichtige und große Rollen in einem Marvel-Streifen zu ergattern, wie ihre zahlreichen weißen Kollegen. Ob das allerdings ein Garant für einen qualitativen Film ist?

    Afrikanische Kultur trifft Science-Fiction
    Dass „Black Panther“ zumindest aus optischer Sicht nahezu jeden Kritiker begeistern konnte, verwundert nur wenig: Bereits die ersten Bilder, in denen wir eine afrikanische hochtechnologische Stadt zu sehen bekommen, sind wahrlich beeindruckend. So etwas hat man schließlich noch in keiner Kinoproduktion gesehen: „Black Panther“ vermischt auf innovative und spektakuläre Weise die afrikanische Kultur mit einem Augenschmaus aus futuristischen Science-Fiction-Bildern, Raumschiffen und Wolkenkratzern. Zum ersten Mal stellt man damit ein Afrika abseits der Slums und der Armut dar und zeigt uns eine so weit entwickelte Stadt, dass selbst der Westen nicht mit ihr mithalten kann. Diese Zelebrierung des afrikanischen Kontinents als modernes Königreich, gekreuzt mit einer Respektierung der afrikanischen Kultur ist selbst für Hollywood ziemlich neu. Und kann auf den ersten Blick begeistern.

    Wakanda über alles
    Unter Berücksichtigung dessen, dass „Black Panther“ mit seinen zahlreichen schwarzen Darstellern und der Zelebrierung der afrikanischen Kultur eigentlich den in Hollywood angeblich vorhandenen Rassismus aufzubrechen versucht, erstaunt es allerdings nicht schlecht, dass der Science-Fiction-Kracher zugleich dennoch überraschend viele rassistische Klischees bedient. In „Black Panther“ nämlich scheint es so, als wären Schwarze entweder Kriminelle des Typs „Gangsta Rapper“ oder aber primitive faschistische Barbaren, die die Macht des Stärkeren leben, sich gegenseitig mit Speeren bekämpfen, mittelalterlich anmutende Rituale ausüben und sogar Weiße anbellen, damit sie es nicht zu sprechen wagen. Man kann nur erahnen, ob „Black Panther“ damit den vermeintlich rassistischen Weißen einen Spiegel vorhalten möchte, oder unterschwellig selbst einen Rassismus bedient, der offenbar solange in Ordnung geht, wie er von Schwarzen ausgeübt wird. Selbst der faschistisch anmutende Spruch „Wakanda über alles“ fällt mehr als einmal. Immerhin: Eine gewisse freie Interpretationsmöglichkeit bleibt dabei gegeben. Ob man damit das „rassistische Hollywood“ allerdings aufbrechen kann oder die rassistische Darstellung einfach nur umkehrt, bleibt doch fraglich.

    Tradition als Popkultur
    Insgesamt mag man allerdings anzweifeln, dass „Black Panther“ tatsächlich so viel Tiefgang bieten möchte, wie man in den Streifen hineininterpretieren möchte. Unter dem Kern scheint man schließlich doch eher afrikanische Kultur als Aufhänger für hübsche Bilder und pures Popcorn-Kino zu missbrauchen. Und man muss schon zugeben: Das ist durchaus unterhaltsam. Was nämlich zwischen den Zeilen übrig bleibt, ist Marvel-typische Action, die eben gerade deshalb ihren Schauwert bekommt, weil die Protagonisten wie Barbaren mit hochtechnologischen Super-Speeren kämpfen und damit genügend Vorlagen für herausragende Actionchoreographien liefern. Die nämlich erinnern – auch wenn manche Szene sichtbar mit Animationen arbeitet – nicht selten an asiatische Martial Arts-Streifen und überzeugen vor allem durch ihre überaus rasante Darstellung. Lässt man die vermeintlich rassistische oder antirassistische Message – welche auch immer „Black Panther nun vermitteln möchte – außen vor, ist somit auch das neueste Marvel-Werk nicht weniger spaßig, als die Streifen der vergangenen Jahre. Da bleibt es am Ende nur schade, dass man aus diesem afrikanischen Sci-Fi-Setting nicht doch ein bisschen mehr rausgeholt hat.

    Fazit:
    Durch seinem Mix aus afrikanischer Kultur und futuristischer Science-Fiction bietet „Black Panther“ ein innovatives Setting, das aus Hollywood bisher einzigartig war. Schade bleibt allerdings, dass der Streifen unter seiner Oberfläche trotzdem nur typisches Marvel-Popcorn-Kino bleibt, dem es – abgesehen von einer zweifelhaften Message – an Tiefgang fehlt.

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