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BFG – Sophie & der Riese


BFG – Sophie & der Riese

Land/Jahr:
USA 2016
Genre:
Fantasy
Regie:
Steven Spielberg
Darsteller:
Mark Rylance
Ruby Barnhill
Penelope Wilton
Jemaine Clement
Rebecca Hall
FSK:
ab 0 Jahren
Dauer:
113 Minuten
Kaufstart:
1. Dezember 2016
Label:
Constantin Film



Die junge Sophie lebt in einem Londoner Waisenhaus und scheint kein besonders einfaches Leben zu haben. Ihre Eltern sind bereits vor einigen Jahren ums Leben gekommen und in der Nacht streift sie seitdem umher, weil sie einfach nicht schlafen kann. Besonders gegen drei Uhr nachts fällt ihr dies besonders schwer, was folglich dazu führt, dass sie diese Uhrzeit für die Stunde der Geister hält, in der ein mysteriöser Schattenmann in den Straßen sein Unwesen treibt. Bis zu diesem Zeitpunkt ahnte das junge Mädchen allerdings noch gar nicht, dass direkt vor dem Waisenhaus tatsächlich eine düstere Gestalt zu sehen ist: Ein schrumpeliger alter Riese. Und den erst einmal entdeckt, sieht er sich prompt gezwungen, das Mädchen direkt mit in seine wundervolle Welt zu nehmen, in der Träume und Gefahren nur so auf sich warten. Denn während sie den „Big Friendly Giant“ beim Einfangen der Träume begleitet, warten die anderen Riesen nur darauf, ein kleines Menschenkind endlich verspeisen zu können…

Kritik:
Schon in den Harry Potter-Romanen haben wir gelernt: London ist wahrlich der beste Ort, um eine spannende Fantasygeschichte einzuführen. Kein Wunder also, dass auch „BFG“ seine Story ausgerechnet an diesem Schauplatz beginnt und in den dunklen Gassen von Londons Nächten für ein paar gruselige Momente sorgt – zumindest, wenn man zum jüngeren Publikum gehört. Schließlich richtet sich der Streifen nämlich genau an diese Zielgruppe, wenngleich auch Erwachsene sicherlich ihren Spaß haben werden.

Die bunte Traumwelt
Dass hier niemand geringeres als Steven Spielberg persönlich am Werk war, mag uns angesichts der wunderhübschen Bilder kaum überraschen. Das fällt bereits auf den ersten Blick auf, wenn wir uns in die fantastische Welt der Riesen begeben und dort nicht nur andere Maßstabe zu Gesicht bekommen, sondern zugleich auch die niedlichen farbigen Kugeln, welche unsere Träume darstellen und in den nebligen Sumpf- und Baumgegenden der Phantasiewelt umherstreifen. Da erkennt man sogleich dann auch schon die Handschrift von Drehbuchautorin Melissa Mathison, die leider bereits im Jahre 2015 verstorben ist und die schon am erfolgreichen Blockbuster „E.T.“ mitgewirkt hat. Denn eines ist hier nicht immer klar: Ob sich nun die junge Sophie bereits selbst in einer Traumwelt befindet, oder ob sie in der realen Welt an der Seite vom Riesen die Träume einfängt und verteilt. In jedem Fall verzaubert die liebevoll und detailliert gestaltete Welt auch schnell die älteren Zuschauer.

Freundlich dank Sprachfehler
Der eigentliche Star des Fantasy-Spektakels ist aber natürlich der namensgebende „Big Friendly Giant“, der – anders als die junge Sophie – komplett animiert daher kommt. Dem sieht man zwar jederzeit an, dass er aus dem Computer stammt, doch immerhin befinden sich die Animationen auf dem aktuellsten Stand der Technik. Der hier gezeigte Detailgrad der Gesichtsformen und Mimiken ist schon überwältigend und wenn wir gerade einmal nur seinen Arm zu sehen bekommen, können wir ihn schon fast gar nicht mehr von einem echten Schauspieler unterscheiden. Auch das sorgt natürlich dafür, dass „BFG“ insgesamt einen sehr detailverliebten Eindruck hinterlässt. Besonders gelungen ist aber erstaunlicherweise die hier gebotene deutsche Synchonisation, die den eigentlichen Witz der Hauptfigur erst ausmacht. Mit seinem liebenswürdigen Sprachfehler, bei dem selbst das jüngste Publikum schnell weiß, was eigentlich gemeint ist, wirkt der Riese wie ein netter alter Kauz von nebenan, der genauso gut einen knautschigen Opa spielen könnte. Einfach herzerwärmend.

Nur echt mit Blubberwasser
Dazwischen bietet sich neben ein paar spannenden und kindgerechten Actionszenen zwischen den Riesen, aber vor allem auch eine gehörige Portion Humor. Und der belustigt dank amüsantem Blubberwasser-Gesöff nicht nur die Kinder unter dem Publikum. Die ein oder andere skurrile „Pfurzelbaum“-Einlage im Buckingham Palace, sprich Blähungen der Queen, wird unsere Lachmuskeln nämlich ziemlich schnell strapazieren. Auch das ist natürlich in besonderem Maße der deutschen Synchronisation geschuldet, die sich immer wieder die absurdesten Wörter für die verrücktesten Situationen ausdenkt und in dieser Kombination einfach hervorragend funktioniert. Aber ohnehin dürfte wohl jedem eingefleischten Filmfan bekannt sein, dass es für Steven Spielberg doch ein Leichtes ist, die richtigen Emotionen beim Publikum hervorzurufen. In diesem Sinne darf man sich hier getrost auf einen wirklich gelungenen Genrestreifen freuen, der der ganzen Familie Spaß macht.

Fazit:
Ein traumhafter Spaß für die ganze Familie, der nicht nur mit einer wunderschönen Fantasiewelt für herzerwärmende Momente sorgt, sondern auch dank der durchweg gelungenen Synchronisation eine gehörige Portion Humor parat hat. Ein Hoch auf das Blubberwasser.

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