Beyond Re-Animator - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Beyond Re-Animator

    Beyond Re-Animator


    Land/Jahr:
    USA / ESP 2003
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Brian Yuzna
    Darsteller:
    Jeffrey Combs
    Jason Barry
    Elsa Pataky
    Simon Andreu
    Enrique Arce
    Nico Baixas
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    96 Minuten
    Kaufstart:
    26. Oktober 2018
    Label:
    Capelight

    Dreizehn Jahre sind inzwischen vergangen, seit der Wissenschaftler Dr. Herbert West für seine Experimente an verstorbenen Menschen verurteilt wurde. Seitdem sitzt er im Hochsicherheitsgefängnis und muss voraussichtlich lebenslang seine Strafe absitzen. Der Gefängnisdirektor allerdings bekommt bisher gar nichts von der Fortführung seiner Forschung mit: In seiner Zelle experimentiert Dr. West nämlich längst an Ratten weiter und hat dadurch eine neue verbesserte Substanz entwickelt, durch die Verstorbene nicht mehr als willenlose Zombies wiederauferstehen. Dumm nur, dass auch sein neuestes Mittel nicht ganz ohne Nebenwirkungen auskommt und der neue Krankenhausarzt schon bald auf die Idee kommt, das Serum doch einmal an den Menschen zu testen, die kürzlich auf dem elektrischen Stuhl gelandet sind. Das Chaos lässt so aber nicht lange auf sich warten…

    Kritik:
    Nachdem die allseits bekannten Geschichten über Dr. Frankenstein früher oder später doch ein wenig altbacken erschienen, war es in den 80er Jahren offenbar an der Zeit, der spannenden Geschichte einen etwas moderneren Rahmen zu geben: Die „Re-Animator“-Reihe wurde geboren, in der ein ebenso verrückter Wissenschaftler versucht, tote Menschen wieder zum Leben zu erwecken. Dabei war man zugleich aber so erfolgreich, dass auch mehr als fünfzehn Jahre später noch eine Fortsetzung des Stoffes gedreht wurde.

    Was lange währt…
    Bei „Beyond Re-Animator“ handelt es sich immerhin um den jüngsten und zugleich letzten Streifen der Filmserie. Erfreulich dabei: Obwohl der Remake-Trend sicherlich auch bereits im Jahre 2003 durchaus voll im Gange war, haben sich die Macher dazu entschlossen, eine direkte Fortsetzung zu drehen, die dreizehn Jahre nach der Verurteilung des Protagonisten aus dem ersten Teils spielt. Für den Zuschauer bedeutet das: Wir bekommen inzwischen bereits zum dritten Mal den genialen Jeffrey Combs in der Hauptrolle als Dr. Herbert West zu sehen, der seine durchgedrehte und mitunter auch sadistische Art auch im dritten Teil noch bestens beherrscht. Für so manchen Fan handelt es sich dabei allerdings leider nicht um den besten Teil der Reihe.

    Handarbeit wie in den 80igern
    Unterhalten kann er aber trotzdem allemal, denn auch im Jahre 2003 ist es den Machern noch gelungen, den damaligen Horrorfilm-Stil einzufangen. Statt wie in dieser Zeit bereits üblich, stark auf CGI-Effekte zu setzen, punktet „Beyond Re-Animator“ nämlich immer noch mit dem klassischen Stil der 80iger Jahre und begeistert so manchen Horrorfan mit gekonnter Handarbeit. Ob Masken, Blut oder sich in Monster verwandelnde Opfer: Die Handwerkskunst des Maskenbildners erscheint zu jedem Zeitpunkt liebevoll und gibt dem Publikum das Gefühl, hier einen zwanzig Jahre älteren Streifen zu sehen. Dazu passt immerhin auch der eigentliche Inszenierungsstil, der mit seiner anfänglich zurückhaltenden Darstellung sogar an Klassiker wie „Halloween“ oder „Nightmare on Elm Street“ erinnert. Genrefans werden also in jedem Fall schnell ihren Spaß haben, obwohl man so mancher Leiche vielleicht wegen der Handarbeit doch ansieht, dass es sich um künstliche Masken handelt.

    Im Splatter verrannt
    An der optischen Qualität der Veröffentlichung gibt es unterdessen allerdings nichts auszusetzen, denn der 80iger Jahre Look kommt zu keinem Zeitpunkt durch die Abtastung des Streifens zustande. Im BluRay-Mediabook von Capelight erscheinen praktisch alle Szenen dermaßen knackscharf, dass man den Film eigentlich für einen aktuellen Streifen halten könnte, wären da nicht die eben bewusst retro gestalteten Effekte. Auf typisches Bildrauschen alter Filmrollen oder anderweitige Bildartefakte darf man jedenfalls zum Glück jederzeit verzichten. Im Hinblick auf die zum späteren Verlauf immer stärker auftauchenden Splattereffekte, die sich zum Ende hin zu einer Art psychedelischer Gewaltorgie entwickeln, ist das aber angesichts der Handarbeit auch nicht immer gänzlich von Vorteil. Wenn sich „Beyond Re-Animator“ nämlich etwas zu sehr in seinem Gewaltakt verliert, sieht man so manchem zweigeteilten Gegner die künstliche Erscheinung dann doch etwas zu deutlich an, um tatsächlich bedrohlich zu erscheinen. Über die hohe Altersfreigabe des Films kann man sich aus heutiger Perspektive also durchaus wundern.

    Faszinierender Sadismus
    Vermutlich aber liegt es vor allem am genialen Simon Andreu in der Rolle des eindrucksvollen Gefängnisdirektors. Der darf seine überzeugende sadistische Seite nämlich nicht nur mit einem fragwürdigen, aber den negativen Charakter unterstützenden Frauenbild ausleben, sondern hat an der Hinrichtung von Gefangenen dermaßen viel Spaß, dass schon der Nihilismus seiner Figur allein einen faszinierenden Unterhaltungswert entfaltet. Im gekonnten Zusammenspiel mit Jeffrey Combs und Jason Barry entwickelt sich dabei schnell eine Eigendynamik, die auch den Charakterfokus der 80iger Jahre noch einmal modern einfangen kann. Schade ist dann nur, dass man Elsa Pataky in einer durchaus nicht unwichtigen Rolle leider nur – wie jegliche andere weibliche Darsteller auch – als Futter für den Sexismus der Gefängnis-Sadisten missbraucht. Spätestens, wenn das aber den rauen Stil von „Beyond Re-Animator“ unterstützt, kann man darüber zumindest aus Sicht der künstlerischen Freiheit ein bisschen hinweg sehen.

    Fazit:
    Auch im Jahre 2003 gelang es dem dritten Teil der beliebten „Re-Animator“-Reihe noch einmal, den klassischen Horrofilm-Stil der 80iger Jahre einzufangen und mit einem auf Handarbeit setzenden Splatter das Genrepublikum zu überzeugen. Das schicke Mediabook von Capelight sorgt dann außerdem für eine würdige Veröffentlichung, die in der heimischen Horrorsammlung nicht fehlen sollte.

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