Bad Spies - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Bad Spies

    Bad Spies


    Land/Jahr:
    USA 2018
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Susanna Fogel
    Darsteller:
    Mila Kunis
    Kate McKinnon
    Justin Theroux
    Gillian Anderson
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    117 Minuten
    Kaufstart:
    10. Januar 2019
    Label:
    Studiocanal

    Audrey hat in letzter Zeit doch ziemlich viel Pech in ihrem Leben. Nicht nur, dass sie gerade ihren dreißigsten Geburtstag feiert – ihr geliebter Freund hat auch noch kurz davor per SMS Schluss gemacht. Da fällt die Partystimmung doch ein wenig schwer und ihr ist eher danach zumute, seine Hinterlassenschaften gemeinsam mit der besten Freundin Morgan ein für alle mal zu verbrennen. Das allerdings bringt den Ex gleich wieder auf den Plan: Der ist nämlich anscheinend Spion für die CIA und hat einen wichtigen Gegenstand bei Audrey hinterlassen. Dumm nur, dass er diesen nicht mehr selbst überreichen kann, als er kurzerhand in ihrem Wohnzimmer erschossen wird – und die beiden Freundinnen plötzlich selbst quer durch Europa reisen müssen, um einer wichtigen Kontaktperson einen USB-Stick zu überreichen. Doch naiv und planlos, wie die beiden unerfahrenen „Agentinnen“ sind, haben sie da noch gar nicht damit gerechnet, dass plötzlich sowohl mehrere Geheimdienste, als auch Terroristen hinter ihnen her sind…

    Kritik:
    Die Grundstory dürfte den meisten wohl schon bekannt vorkommen: Zwei unerfahrene Laien müssen plötzlich in die Rolle von Geheimagenten schlüpfen und stellen sich bei den Auseinandersetzungen mit feindlichen Agenten und Terroristen ziemlich dämlich an. Meistens steht dabei Slapstick und Humor im Vordergrund – und da soll wohl auch „Bad Spies“ keine Ausnahme sein.

    Buddy Movie geht auch weiblich
    Eine erste Besonderheit fällt allerdings schon im ersten Moment auf, auch wenn man sich damit lediglich dem aktuellen Hollywood-Trend anschließt: Während man auf den ersten Blick ein klassisches Buddy-Movie über zwei ungleiche beste Freunde inszeniert, kam Regisseurin Susanna Fogel auf die Idee, diese beiden Rollen doch einfach mit zwei kreischenden und auch gerne mal etwas zickigen Frauen zu besetzen. Oder anders gesagt: Mila Kunis und Kate McKinnon dürfen sich hier als eher unbeholfen, aber witzig wirkende „Geheimagenten“ beweisen, die als Laie eher unfreiwillig in diese Rolle gesteckt werden. Erstaunlich ist dabei allerdings, wie hervorragend die beiden Darstellerinnen miteinander harmonieren: Die schlagkräftige smarte Mila Kunis einerseits, die weit mehr auf dem Kasten hat, als sie zunächst den Anschein erweckt und die penetrante, etwas durchgeknallte Kate McKinnon andererseits liefern ein durchweg unterhaltsames und temporeiches Duo ab.

    Zündende Gags dank Selbstironie
    Dass die Actionkomödie bei ihrer Laufzeit von knapp zwei Stunden nämlich durchgehend funktioniert und nahezu keinerlei Längen vorzuweisen hat, haben wir nicht nur den beiden Hauptdarstellerinnen zu verdanken, sondern auch einem Drehbuch, das den Streifen nicht nur hinsichtlich der Action schnell zur Sache kommen lässt, sondern auch beim Humor den richtigen Riecher hat. Vor allem eine gewaltige Portion Ironie sorgt schließlich dafür, dass die Situationskomik in „Bad Spies“ zu jedem Zeitpunkt perfekt sitzt. Immerhin dürften wohl vor allem die amerikanischen Zuschauer viel über sich selbst zu lachen haben: Etwa, wenn eine Auftragskillerin mit einem Scharfschützengewehr beauftragt wird, zwei dumme Amerikanerinnen in Prag zu erschießen – und kurzerhand ausschließlich Personen dieses Typs unter den Touristen wiederfindet. Die eigene Kultur und das eigene Auftreten mit einem solch selbstbewussten Augenzwinkern zu betrachten, funktioniert im Film so gut, dass das auch für Publikum aus anderen Ländern ziemlich amüsant sein kann. Kurz gesagt: „Bad Spies“ entwickelt sich überraschenderweise zu einem echten Gagfeuerwerk, bei dem der Mix aus Action und Humor voll und ganz zündet.

    Die perfekte Menge Action
    Abgerundet wird der Streifen dann durch ein ausgesprochen hohes Tempo, das den Zuschauer in Windeseile durch verschiedene Metropolen in Europa jagt. Schon allein deshalb bietet „Bad Spies“ auch eine recht hohe Abwechslung mit einigen kurzweiligen Zwischenstopps. Und die nutzt man dann auch optisch mehr als gebührend aus, denn die Actionchoreographie und Stunts können sich mehr als sehen lassen. Kommt es da erst einmal zu rasanten Verfolgungsjagden in der Innenstadt von Wien, haben nicht nur die Sehenswürdigkeiten der Stadt einen gewissen Schauwert. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass eben auch die Widersacher in diesem Werk einen gewissen Widererkennungswert haben: Angefangen bei der großartigen Ivanna Sakhno als eiskalte Killerin im Model-Outfit bis hin zu einer überaus reif und anspruchsvoll auftretenden Gillian Anderson, die dann auch noch die Herzen der „Akte X“-Fans höher schlagen lässt. Die Screentime mag bei ihr zwar im Vergleich zu den Hauptrollen überschaubar ausfallen, ihre wenigen Szenen überzeugen in puncto Körpersprache und Mimik aber genug, um selbst hier noch einen Schmunzler zu bewirken.

    Europäische Klischees
    Schade bleibt am Ende lediglich, wie klischeehaft nicht nur die beiden Hauptfiguren stellenweise inszeniert wurden, sondern auch die Einwohner der jeweiligen Länder, in die „Bad Spies“ immer mal wieder kleine Abstecher macht. Ob die Niederländer ihre Anspielung auf den Drogenkonsum wohl genauso lustig finden werden, wie andere Zuschauer, mag womöglich bezweifelt werden. Ganz so böse wird es das Publikum aber vermutlich nicht auffassen, denn spätestens wenn sich der Streifen auch über die eigenen amerikanischen Klischees lustig macht, hat man dem Streifen wohl jeden noch so bösen Kommentar verziehen. Und eines muss man ihm dann doch lassen: Auf Lederhosen in Berlin hat man dann zum Glück doch noch verzichtet. Insofern: Zuschauer, die nicht nur Actionkomödien lieben, sondern das selbstironische Augenzwinkern zu schätzen wissen, sollten sich „Bad Spies“ nicht entgehen lassen, könnte sich hier immerhin eine häufig unterbewertete Perle verbergen.

    Fazit:
    Mit enorm hohem Tempo und einer gehörigen Portion Selbstironie liefert uns „Bad Spies“ den perfekten Mix aus Action und Humor, den Fans des klassischen Buddy Movies vermutlich über Jahre hinweg in dieser Qualität vermisst haben. Da hat man der Actionkomödie auch schnell ihre zahlreichen Klischees verziehen.

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