Avengers: Endgame - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Avengers: Endgame

    Avengers: Endgame


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Anthony Russo
    Joe Russo
    Darsteller:
    Robert Downey Jr.
    Chris Evans
    Scarlett Johansson
    Mark Ruffalo
    Paul Rudd
    Jeremy Renner
    Don Cheadle
    Brie Larson
    Tom Holland
    Elizabeth Olsen
    Anthony Mackie
    Evangeline Lilly
    Sebastian Stan
    Benedict Cumberbatch
    Karen Gillan
    Zoe Saldana
    Chris Pratt
    Dave Bautista
    Pom Klementieff
    Chris Hemsworth
    Tom Hiddleston
    Benedict Wong
    Tilda Swinton
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    182 Minuten
    Kaufstart:
    5. September 2019
    Label:
    Walt Disney Studios
    Home Entertainment

    Noch nicht viel Zeit ist vergangen, seitdem Thanos in den Besitz der sechs Infinity-Steine gelangt ist. Und trotzdem ist es ihm gelungen, damit die Hälfte aller Lebewesen im Universum auszulöschen. Wie dumm, dass er die Steine im Anschluss an seine Tat zerstört hat und die Ereignisse deshalb nicht mehr rückgängig zu machen sind. Den Avengers blebit daher gemeinsam mit den Guardians of the Galaxy nur eine Wahl: Sie müssen in die Vergangenheit zurückreisen, um dort die Infinity-Steine zu beschaffen und das gewohnte Universum wiederherzustellen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn die komplizierte Zeitreise birgt nicht nur zahlreiche Risiken, sondern die begehrten Steine werden dort auch noch von mächtigen Helden beschützt, die teilweise ihre Doppelgänger aus einer anderen Zeit sind…

    Kritik:
    Im Frührjahr diesen Jahres war der krönende Abschluss der bisherigen „Avengers“-Reihe der wohl am meisten gesehene und am meisten gehypte Kinofilm. Die sozialen Medien waren praktisch voll von zahlreichen Aufrufen an seine Freunde, auf gar keinen Fall gespoilert zu werden – denn dazu gab es bei einer Gesamtlaufzeit von drei Stunden mehr als genügend Möglichkeiten. Denn eines ist klar: „Endgame“ ist in gewisser Weise anders als die vorherigen „Avengers“-Superheldenfilme.

    Verwundbarkeit der Superhelden
    Nahtlos an den vorangegangenen Streifen „Avengers: Infinity War“ – den man genau aus diesem Grund unbedingt vorab gesehen haben sollte – anknüpfend, unterscheidet sich schließlich schon die Grundatmosphäre des Films grundlegend von den üblichen optimistischen Handlungen der scheinbar unbesiegbaren Superhelden. In „Endgame“ ist nämlich genau das Gegenteil zum aller ersten Mal im Marvel Cinematic Universe passiert: Die legendären Superhelden rund um Captain America, Iron Man, Doctor Strange, Spider-Man und den Guardians of the Galaxy wurden tatsächlich auf niederschmetternde Weise besiegt und erfahren erstmalig den eigenen Verlust. Schon zu Beginn bestimmten die Traurigkeit und die Bedrücktheit der Figuren den gesamten Film und machen gerade deshalb die Figuren so interessant: Auf einmal ist die Lage der Helden nicht mehr so vorhersehbar, auf einmal besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass manche von ihnen beim praktisch unvermeidbaren Showdown drauf gehen könnten. Und zum ersten Mal gehen uns deshalb praktisch alle Superhelden so nahe, dass sie allesamt Identifikationsfiguren abliefern.

    Superhelden endlich vereint
    Figuren nämlich gibt es ohnehin reichlich, denn wie bereits „Infinity War“ zuvor ist „Endgame“ ein echtes Fest für Fans der Marvel-Spielfilmreihe. Erneut vermischt der Streifen nämlich alle Superhelden vergangener Filme zu einem einzigen, riesigen Superhelden-Epos, was natürlich auch hinsichtlich der zahlreichen Science-Fiction-Elemente einen Mix aus allen bisher gesehenen Technologien ermöglicht. Da reisen wir mit dem Humor der Guardians of the Galaxy durch das Weltall, schlüpfen mit Ant-Man in die Welt der Miniaturen und dürfen sogar Doctor Strange dabei bewundern, wie er mit den Elementen des Universum spielt und die Umgebung nach seinen Wünschen formt. Unter dem Strich ergibt das natürlich unglaublich viele Möglichkeiten, den Streifen zu gestalten, wodurch „Avengers: Endgame“ – trotz der typischen Marvel-Erzählmuster – insgesamt unvorhersehbar wird. Wendungen gibt es nämlich so einige.

    Mit Marvel-Overload zum Showdown
    Natürlich hat das insgesamt aber durchaus den Nachteil, dass „Avengers: Endgame“ manches Mal ein bisschen überladen wirkt. Die Vielzahl an Figuren sorgt nämlich auch dafür, dass nicht jeder der zu sehenden Charaktere eine so große Screentime bekommt, wie es die Figuren eigentlich verdient hätten. Zumindest in den ersten beiden Dritteln des Films gelingt den Machern der Fokus auf die wichtigsten Figuren aber immerhin so gut, dass dem Publikum das nicht allzu sehr stören dürfte. Ändern kann sich das dann im letzten Drittel, wenn sich der große Showdown gegen den Erzfeind Thanos allmählich anbahnt. Wenn wir es mit einer Schlacht zu tun bekommen, die von der Größe her selbst mit „Herr der Ringe“ mithalten kann, führt der Superhelden-Overload nämlich leider schnell auch zu einer Überladung, bei der wir mitunter den Überblick verlieren können. Da können sich die herausragenden Effekte in dem Gemetzel und Gewusel zwar vollends entfalten, doch für manchen Zuschauer mag sowohl die ausufernde Länge der Kämpfe, als auch der schwierige Überblick über die kämpfenden Figuren zu Ermüdungserscheinungen führen. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

    Zeit für Knoten im Kopf
    Generell tut sich „Avengers: Endgame“ allerdings auch schwer damit, keine Logiklöcher aufkommen zu lassen bzw. solche noch fortzusetzen, die bei „Infinity War“ im Prinzip schon angefangen wurden. Das fängt bereits damit an, dass der große Bösewicht Thanos mit Hilfe seiner Infinity-Steine die gesamte Realität verändern kann und sich prompt die Frage stellt, wieso die Superhelden überhaupt noch existieren, um den Kampf gegen den Gegner aufnehmen zu können. Fortgesetzt werden solche Logiklöcher dann bei den zahlreichen mitunter sogar ziemlich komplizierten Zeitreiseparadoxons, dessen Sinn sich bei fortschreitendem Verlauf des Films und vor allem für mitdenkende Zuschauer nicht immer schließt. Wobei es zumindest den eingefleischten Sci-Fi-Genrefan gefallen dürfte: Beim Nachdenken darüber, wie denn das Treffen auf die eigene Persönlichkeit in der Vergangenheit nicht bereits die Zukunft so verhindern konnte, dass die Zeitreise gar nicht erst stattfand, sorgt für jene Knoten im Hirn, die Science-Fiction- und Zeitreise-Fans mit ziemlicher Sicherheit lieben dürften. Vor allem aber muss bei einem solchen reinen Unterhaltungs-Kino auch klar sein, dass „Avengers: Endgame“ nicht immer den größten Wert darauf legt, vollends in sich schlüssig zu sein. Wie üblich sollen die Marvel-Filme schließlich in erster Linie einfach nur Spaß machen.

    Das MCU rundet sich ab
    Spaß jedenfalls machen sie reichlich und das liegt nicht nur daran, dass „Avengers: Endgame“ auch dieses Mal mit seinem Effekt-Spektakel wieder ein richtiger Augenschmaus ist, sondern dass auch der Humor auf ganzer Linie zündet. Dafür sorgen etwa das erneute Auftreten des riesigen grünen Superhelden Hulk, der es gar nicht mehr einsieht, sein verängstigendes Erscheinungsbild noch weiterhin zu verstecken und auch die Guardians of the Galaxy rund um den süßen Waschbären Rocket warten nur darauf, coole Sprüche am Fließband abzusondern. Dabei haben die Guardians zwar nicht immer den gewohnten 80iger Jahre Charme und angesichts der Rahmenhandlung entsteht auch kein ganz so dichtes Gagfeuerwerk, doch die immer noch vorhandenen Witze funktionieren fast ausnahmslos. Nicht zuletzt auch deshalb, weil „Avengers: Endgame“ zahlreiche Easter Eggs mit Anspielungen auf die anderen Marvel-Filme zu nutze macht – was natürlich vor allem bei jenen Zuschauern funktioniert, die viele oder am besten alle Streifen aus dem Marvel Cinematic Universe gesehen haben. Es schadet also nicht, das komplette Marvel-Universum nachzuholen, falls nicht ohnehin schon gesehen. Gerade damit macht Marvel aber genau das, was sich langjährige Fans wünschen: Die „Avengers“ funktionieren nicht nur alleinstehend, sondern das gesamte Filmuniversum wird so sehr ausgebaut, dass sich ein spannendes Gesamtkonstrukt ergibt, das sich gegenseitig ergänzt.

    Fazit:
    Der krönende Abschluss der „Avengers“-Reihe führt nicht nur die zahlreichen Superhelden des Marvel-Universums zusammen, sondern sorgt mit seiner Story rund um Zeitreisen und Paradoxons für ein Fest für eingefleischte Science-Fiction-Fans. Das wirkt zwar stellenweise ein wenig überladen und unlogisch, zündet aber mit großen Emotionen und gelungenem Humor.

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